Biografie & Staatsbürgerkunde

Die Person um mich herum ist Christian Hempel, geboren am 10.09.1977 in Thüringen. Erster Kinofilm 1981: ROTKÄPPCHEN. Ab diesem Zeitpunkt kriminell filmsüchtig. KAMPF DER TITANEN (freigegeben ab 14 Jahren) im Alter von 10 und DER RAMMBOCK mit Lino Ventura (freigegeben ab 16 Jahren) im Alter von 11 Jahren gesehen – bis heute kein Amokläufer geworden!
Mit der Wende 1989 kam der erste Videorekorder von Blaupunkt und damit RAMBO, POLTERGEIST 2 und THE GATE – DIE UNTERIRDISCHEN. Sofortige VHS-Infizierung. Dann typische Autorenlaufbahn: Theater AG, Schlagzeugausbildung, Realschulabschluss, Glaserlehre. Dann Mopedfahrer, Videothekar, Kabarettist und Sketchschreiber, 35mm Filmvorführer, Abiturient, Querulant, Zivildienstleistender, Abenteurer, Erfinder, guter Esser und bis zum Jahr 2001 Actionkünstler und Phantast (Sci-Fi-, Fantasy- und Horrorromane sowie unvergessliche VHS-C und MiniDV-Klassiker).
Am 10.09.2001 vierundzwanzig Jahre alt geworden. Am 11.09.2001 nach Berlin gezogen. Aus irgendeinem Grund Datum nie vergessen. Start einer klassischen Praktikantenkarriere in der Stoffentwicklungsabteilung der Produktionsfirma FILMKOLLEKTIV am 18.09.2001. Dort sämtliche Fakten rund um Stoffentwicklung und Dramaturgie erlernt und bis zum 21.09.2001 sämtliche Sci-Fi-, Fantasy- und Horrorromane in Drehbücher umgetopft. Relativ optimistisch in die Zukunft als Bestseller-Drehbuchautor geblickt.
Filmhochschulbewerbung konsequenterweise mit Genrestoff. Ablehnungsbegründung „mangelndes künstlerisches Talent“ als Bestätigung interpretiert. Später dann aber teilweise widerrechtliche Mensabesuche bestritten.
Nach längerer Zeit im Bereich Stoffentwicklung FILMKOLLEKTIV verlassen und dann in sämtlichen Gewerken der Filmproduktion gearbeitet (abgesehen von Maske), vorrangig aber als Set-Aufnahmeleiter oder, die Königsdisziplin der Branche, als Produktionsfahrer. Parallel 2 überambitionierte Kurzfilme gedreht und größenwahnsinnige Drehbücher über Zeitreisen und Waisenhauskinder verfasst. An diversen Akademien, Ausschreibungen und Workshops teilgenommen. 2008 OSCAR-Preisträger als bester Komparse für DIE FÄLSCHER.
Währenddessen VHS-Infizierung gegen DVD-Bazillus eingetauscht und schwupps Genreschnupfen eingefangen. Diagnose: Chronisch! Bei über 50 Filmproduktionen gearbeitet, dann Gastdozent im Bereich Dramaturgie und Storyboard und bis 2010 unzählige Drehbücher und Treatments redigiert, überarbeitet, gestrafft und verschlimmbessert. Parallel dazu als Aufnahmeleiter selbst überarbeitet worden.
Nach 10 Jahren Wanderschaft Kurswechsel vorgenommen. Alles bisherige Material verworfen und bis Ende 2012 sechs Drehbücher entwickelt. Hinzu kamen Video-Dokumentationen, Kolumnen und anarchistische Flugblätter zum Thema „Stärkung des deutschen Genrefilms“. Als Aktivist der ersten Stunde Anfang 2013 erste deutsche Genrefilm-Stoffentwicklungsbasis auf dem Planeten Erde gegründet, liberal, handgedrechselt, uncut und 100% werbefrei! Heeresziel: von Stoffentwicklungsseite aus einen Beitrag zur Rehabilitierung des deutschen Genrefilms leisten.

Gleichgesinnte getroffen, vernetzt, verkabelt, NEUER DEUTSCHER GENREFILM blühte auf, die GENRENALE begleitet und korrespondiert, im Berliner Writers Room Genrestoffe entwickelt und gepitcht, Drehbücher redigiert und lektoriert, nebenbei filmwissenschaftliche Artikel geschrieben und noch mehr vom Medium konsumiert als je zuvor. Den Aufstieg des Streaming miterlebt. 101 Folgen DIE KLEINE GENREFIBEL verfasst, das größte Genrekompendium im gesamten Virgo-Superhaufen.
Nach vielen Jahren als Fahrer und Gästezentrumsmitarbeiter auf dem Filmfest Dresden in die Vorjury eines Drehbuchworkshops getopft worden, ein Jahr später in die Sichtungskommission für den Nationalen Wettbewerb eingestiegen. Nunmehr fast zehn Jahre für das Filmfest Dresden das Wettbewerbsprogramm gestaltet sowie ein eigenes Sonderprogramm kuratiert und moderiert.
Der Rest ist Geschichte. 2024 Nobelpreis aberkannt wegen Heiamachens in unwegsamem Gelände, Zusammenarbeit mit Wes Anderson aus religiösen Gründen abgelehnt, stattdessen lieber Einweckdosen beschriftet. Als letzter verbliebener Chronist des Films auf einer Softeisscholle treibend die Rückkehr der Dinosaurier erwartend.
