Die kleine Genrefibel Teil 6: STAR TREK

Der Weltall – unendliche Weiten! So wird die sechste Folge der kleinen Genrefibel schon mal definitiv nicht anfangen! Aber wie denn dann? Alles, was man zum Thema STAR TREK schreiben könnte, hieße Tribbles nach Iota Geminorum IV tragen. In dieser Folge kann ich streng genommen nur verlieren. Denn auf der einen Seite existiert ein schier unglaublich komplexes Universum aus Orten, Figuren und Zivilisationen, eine ganz eigene Welt, die seit fast einem halben Jahrhundert Fernsehen, Kino und Popkultur geprägt hat. Zum anderen sind die Fans des STAR TREK Kosmos unnachgiebig. Und ein Experte, ein Wissenschaftsoffizier oder gar ein Trekkie bin ich mit Sicherheit nicht. Trotzdem hat auch mich der Mythos STAR TREK von Anfang an begleitet, als ich in die unendlichen Weiten des Films eingetaucht bin. Diese Folge der kleinen Genrefibel soll demnach kein stumpfes Phasern auf Fakten werden, das würde ohnehin Enzyklopädien füllen. Aber was macht STAR TREK so aufregend, dass auch im Jahr 2017, 51 Jahre nach der ersten Serienfolge RAUMSCHIFF ENTERPRISE, mit STAR TREK DISCOVERY dieser Kosmos immer noch begeistert?

Niemandsland

Verschiedenen Aspekten von Dramaturgie und Storytelling werden unterschiedliche Bedeutungen zugemessen. Das hängt manchmal mit der Struktur der Geschichte zusammen, ob sie „Charakter Driven“ oder „Plot Driven“ ist, also ob die Figuren die Handlung bestimmen oder von der Story „getrieben“ werden. Doch ein Drehbuch hat mehrere Ebenen, Tortenstücke von unterschiedlicher Dicke: Plot, Story, Figuren. Sind das alle Ebenen, die ein Spielfilmdrehbuch beinhaltet? Natürlich nicht.

Dark Wave, Gothic & EBM im Filmblickwinkel

Es gibt Menschen, die lieben Filme, andere lieben Musik, manche beides, kurios. Natürlich gibt es auch solche, die Filmmusik lieben oder im Speziellen Musikfilme oder Musicals. Musik und Film, das passt gut zusammen, als kommerzielle Medien haben beide eine gemeinsame Geschichte, unterteilen sich in Genres und manchmal kreuzen sich ihre Wege auch innerhalb von Zielgruppen und Nischen. Auf der einen Seite hat Musik immer schon auch den Film beeinflusst, von klassischer Filmmusikorchestrierung über Schlager, Rock `n Roll, Rap, Hip-Hop bis hin zu Techno und Rave. Auf der anderen Seite haben sich Musiker manchmal Filmsamples bedient, um einem Song neben Strophe und Refrain eine weitere textliche Ebene zu geben.

EVIL DEAD

Endlich ist es soweit. Der allererste Traumfalter Artikel ANGST ESSEN VIDEOKASSETTE AUF beschäftigte sich mit der Notwendigen Übelkeit von Remakes im Horrorbereich, ganz konkret am Beispiel EVIL DEAD. Und nun isser da, der Film, jenes Remake, was herbeigesehnt oder verteufelt wurde wie kaum eine andere Neuverfilmung. Eine kurze Zusammenfassung.

Die kleine Genrefibel Teil 4: Drachenfilme

„Es kroch der alte Drache aus seinem Felsgemache. Mit grausigem Randal. All‘ Jahr ein Mägdlein wollt‘ er, sonst grollt‘ er und radollt‘ er, fraß alles ratzekahl.“ Wilhelm Busch


Die drei großen Kategorien der Phantastik sind nach wie vor Science-Fiction, Fantasy und Horror. Während beim Science-Fiction Film vorrangig Themenfelder aus Wissenschaft, Technik, Gesellschaft und Ethik Subgenre bilden, sich der Horrorfilm auf dramaturgische Gerüsten wie Bedrohung, Entkommen und Überleben beruft, bezieht der Fanatasyfilm seine Motive aus Geschichte, Mythologie, Sagen oder Heldenepen. Darüber hinaus ist Fantasy schwieriger in Subgenre zu untergliedern als beispielsweise der Horrorfilm. Neben klassischer Fantasy á la Tolkien etablierten sich beispielsweise Steampunk, Ritterfilme, Märchen oder Hybriden aus Sci-Fi (STAR WARS) oder Horror (Cthulhu-Mythos). Natürlich geben auch einzelne Wesen oder Kreaturen, ähnlich Vampiren oder Werwölfen, Fantasysubgenres einen Tummelplatz. Doch noch vor Orks, Ogern oder Einhörnern ist der Drache jenes Wesen, welches die Literatur und den Film am nachhaltigsten geprägt hat.

R.I.P. VHS

Ich hab da ein kleines Zimmerlein, eine Abstellkammer, Besenraum, wir in unserer Gegend sagen dazu Kabuff. Dort lagert allerlei Zeug, Wäscheständer, Staubsauger, Putzmittel und Werkzeugkasten, na ja, all die Dinge eben, die ein Autor so täglich braucht. Ich kuck da nich mehr sonderlich rein, das sind eher so mechanische Griffe. Vor kurzem aber hielt ich mit der Flasche Weißer Propper einmal inne und sah zur Decke des schmalen Kämmerleins hinauf. Ich hatte es fast verdrängt. Dort, wo sicher der Swiffer und der Abflusspömpel Gute Nacht sagen, lagerte ja seit Jahren noch etwas anderes. Ein Relikt aus ferner Zeit. Brav aufgereiht in selbst gezimmerten Baumarktregalen, zweireihig, exakte Beschriftung, heraus gebrochene Überspielschutzklappe – die VHS-Kassette.

Die Furie

Seit ein paar Tagen steht das Remake von William Lustigs MANIAC in den Videotheken. Der Regisseur dieser Neuverfilmung ist Franck Khalfoun, der auch P2 – SCHREIE IM PARKHAUS inszeniert hat. Doch schauen wir genauer hin. Das Remake von MANIAC heißt ganz offiziell ALEXANDRE AJAS MANIAC. Solche Namenszugaben in Filmtiteln wurden bislang nur Quentin Tarantino oder Tim Burton zuteil. Wer ist dieser Typ, der es in kürzester Zeit und überschaubarer Filmografie dazu gebracht hat, dass man mit seinem Namen für Filmprojekte werben kann?

Die kleine Genrefibel Teil 3: Drogenfilme

Ladys & Gentlemen, das Zeug da auf meinem Ärmel ist Elll Esss Deee! Unbekannte Substanzen übernehmen das Genre und Streit ist vorprogrammiert. Sind Filme über Drogen ein eigenes Genre? Warum nicht? Viele Drogenfilme sind fantastische Genrestreifen. Natürlich verhält es sich mit Drogen ähnlich wie mit Zeitreisen (da soll es in der Tat Verbindungen geben), die Thematik umfasst das Genre, weniger dramaturgische Regelwerke. Drogen werden in sämtlichen Genres thematisiert, Thriller, Dramen, Biografien, sogar der Begriff „Kifferkomödie“ hat sich als eigenständiges Subgenre etabliert und ist in der Filmwelt mittlerweile ein fest integrierter Bestandteil. Zudem fällt auf, dass es kaum mehr einen Horrorfilm gibt, in dem nicht irgendwann ein Marihuanastäbchen kulminiert. Doch das bloße Verklappen spaßiger Substanzen macht aus einem Streifen noch lange keinen Drogenfilm. Wie kann man den Komplex Drogen im Film denn nun Genregerecht portionieren?

Augenfänger

Am Anfang war das Bild. Noch bevor ein Hauptplakat in den Schaukästen der Kinos landet, kündigen Teaserplakate auf kommende Filmgroßereignisse an. Wie lange es diese Art des Marketings schon gibt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube allerdings, Teaserposter kamen erst in den Neunziger Jahren in Mode. Das Tolle an Teaserplakaten ist die Reduzierung des Films oder des Plots auf ein schlichtes Bild, Logo oder Moodvisual. Es muss im Kopf des Betrachters eine Initialzündung hervorrufen. Aus diesem Grund ist das Verwenden von Teaserpostern auch nur in bestimmten filmischen Bereichen wirklich sinnvoll. Denn ein „Teasen“ ergibt nur dahingehend Sinn, wenn man eine Verbindung zu etwas Bekanntem herstellen kann. Einfachstes Beispiel ist das SUPERMAN-Symbol, bei dem jeder weiß, um was es sich handeln könnte.

Eternal Fear of the paranoid mind

Ein Drehbuchautor muss komplexe Gefühle beherrschen, das ist wichtig, um seinen Figuren den nötigen Blub zu geben. So mancher Autor könnte perfekte Thriller schreiben, wenn er eine seiner größten Ängste in seine Figuren pressen würde: Die Paranoia vorm bösen Ideenklau. Eigentlich dachte ich, dieses Relikt der Paranoia wäre längst Geschichte, aus Zeiten stammend, in der die Leute noch gefaxt oder Telegramme verschickt haben. Die Möglichkeiten des Internets hat Filmemacher doch eher beflügelt, ihre Stoffe progressiv zu bewerben. So ist es ja auch, im Großen und Ganzen. Aber auch in Zeiten von Script Development 2.0 erlebt man durchaus noch die ein oder andere urbane Legende.