In heimischen Lichtspielhäusern ist soeben der Film AMERICAN HUSTLE angelaufen, GOLDEN GLOBE Gewinner und mit zehn Nominierungen auch heißester OSCAR-Kandidat, bzw. ein Favorit für die seltene Chance auf die Big Five, also Bester Film, Regie sowie sämtliche Darstellerrubriken. Deswegen ist AMERICAN HUSTLE auch ein gutes Beispiel für ein missverständliches Auffassen von Figurenhierarchien in Filmen. Ich erinnere mich an Diskussionen um die Differenzierung von Haupt- und Nebenrollen in einen Film, was eine Nebenrolle ist, wie groß diese sein kann, darf, muss oder nicht. „Der Joker ist doch keine Nebenrolle!!!“ wird häufig skandiert. Im Grunde gibt es eine einfache Antwort, Nebenrolle ist in dem Fall nur eine vereinfachte Übersetzung, der Terminus „supporting actor“ ist treffender, die unterstützende Rolle im Bezug auf die Hauptfigur/en. Die kann durchaus als zweite Hauptrolle fungieren, in jedem Fall macht sich eine supporting role oder Nebenrolle nicht an Screentime oder Dialoganteil fest.
Der Weltall – unendliche Weiten! So wird die sechste Folge der kleinen Genrefibel schon mal definitiv nicht anfangen! Aber wie denn dann? Alles, was man zum Thema STAR TREK schreiben könnte, hieße Tribbles nach Iota Geminorum IV tragen. In dieser Folge kann ich streng genommen nur verlieren. Denn auf der einen Seite existiert ein schier unglaublich komplexes Universum aus Orten, Figuren und Zivilisationen, eine ganz eigene Welt, die seit fast einem halben Jahrhundert Fernsehen, Kino und Popkultur geprägt hat. Zum anderen sind die Fans des STAR TREK Kosmos unnachgiebig. Und ein Experte, ein Wissenschaftsoffizier oder gar ein Trekkie bin ich mit Sicherheit nicht. Trotzdem hat auch mich der Mythos STAR TREK von Anfang an begleitet, als ich in die unendlichen Weiten des Films eingetaucht bin. Diese Folge der kleinen Genrefibel soll demnach kein stumpfes Phasern auf Fakten werden, das würde ohnehin Enzyklopädien füllen. Aber was macht STAR TREK so aufregend, dass auch im Jahr 2017, 51 Jahre nach der ersten Serienfolge RAUMSCHIFF ENTERPRISE, mit STAR TREK DISCOVERY dieser Kosmos immer noch begeistert?
Was zum Kuckuck hat denn Wes Anderson bitte schön in einem Genrefilmblog zu suchen? Sicherlich könnte man in der Art und Weise, wie Anderson Filme schreibt und inszeniert, das Gegenteil von Genrefilmen sehen. Muss man aber nicht. Für mich stellt die Filmografie des 43jährigen Texaners ein ganz eigenes Genre dar – das Wes Anderson-Genre. Denn seine Filme, von BOTTLE ROCKET bis MOONRISE KINGDOM, sind eine ganz eigene Mischung aus Tragikkomödie, Ensemblefilm, melancholischer Eigenbrötelei, Wahnwitz und experimenteller Skurrilität. Würde Anderson einen Science-Fiction Film inszenieren, wäre auch das in erster Linie ein Anderson-Film.