Posts in Category: Features

Let strength be granted…

Das Licht der Flamme malt Schatten an das nasse Relief. Hinter dem Tor verklingen die Laute der Krähen in dumpfen Hall, der Wind, der sich in den Zinnen verfängt, pfeift wie winselndes Gewürm unter der Klinge der Erhabenen. Ich friere nicht, die Flamme spendet Wärme, jedoch keinen Trost. Einsamkeit lässt mich frösteln, meine Haut ist zerklüftet, einer Landkarte gleich, die den Weg in die Verdammnis beschreibt. Die Mauern sind durchdrungen von Wurzelgeflecht, sie binden das Bauwerk an ihren Lebenszyklus, organische Materie, die über Leben, Tod und Verfall bestimmt, ähnlich meiner Haut. Sie zu sehen konfrontiert mich mit meiner eigenen Vergänglichkeit. Viel habe ich auf dem Weg hierher verloren. Ich bin nun mehr eine Hülle, eine Puppe in ehernem Kleid, graviertes Eisen, lederne Schellen, zerrissene Gamaschen. Doch mein Körper selbst ist eine viel beständigere Hülle geworden.

Demons are a ghoul’s best friend

Da machte es „knack“ im urigen Unterholz, das Reisig spreiselte und die Borke bug sich bedrohlich um des Wurzels Gebölk. Die drei Kinder Mael, Aignéis und Roarke standen mit angstvoll geweiteten Augen vor einer Art überdimensionalen Fuchsbau, frisch aufgescharrte Erde ward durchdrungen von zigarrengroßen Maden, die sich schmatzend durch verrottetes Laub frästen. In ihren Händen hielten sie ein zusammengebundenes Ziegenfell voller Süßigkeiten, in Honig getränktes Dörrobst, gebrannte Mandeln und geraspeltes Süßholz, alles, was sie im Dorf hatten ergattern können als Lösegeld für Wigfield Leonie Pallasch, die vermisste Tochter des Böttchers Theyge. Es war der 31. Oktober 1640, der Wind pfiff durch den Illex und die alten Haselnussbäume, keiner traute sich auch nur einen Schritt weiter, als Mael all ihren Mut zusammennahm und mit samt dem Süßkram in den dunklen Bau kroch.

Drei Groschen Gänsehaut

Ich war, bin und werde es immer sein – ein bekennender Horrorfan. Aber was heißt das? Wenn man sagt, man liebt Horror, meint man für gewöhnlich Horrorfilme, wo es wohlig schaudert oder derbe splattatert. Aber die Faszination an Horror geht weit über bloßen Filmkonsum hinaus. Als Kind lauschte man Gruselgeschichten am Lagerfeuer, das war mitnichten ein Filmklischee. Nachtwanderungen im Ferienlager waren der letzte Schrei, in dunklen Wäldern, wo das Unterholz knackte. Nie werde ich die Schallplatte „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ vergessen. In staubigen Bodenkammern fand ich alte Bücher, las „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ von Edgar Allan Poe. Doch die entscheidende Begegnung mit Horror machte ich im Frühjahr 1990, als andere Kinder mit Lego spielten und tonnenweise Hanuta verdrückten. Die Wende brachte nicht nur Süßkram und Spielzeug in die Läden, sondern auch obskure Drehständer mit bunten, aber auch düsteren Heftchen.

Riddle Me That!

Da die letzten Artikel wieder sehr viel Text enthielten, will ich mal wieder was ohne machen…oh scheiße, schon verbockt. Sei´s drum. In diesem viel besungenen Internet findet man ja das ein oder andere Filmquiz. Am liebsten mag ich Screenshot Quizese mit mehr oder minder treffenden Bildausschnitten aus Filmen, bei denen man denkt: „Jaaaaa, das kenn ich, äh…was war das nochmal gleich?“ Erst kürzlich klickte ich mich mit einem guten Freund durch so ein Bilderrätsel und wurde dabei übel abgezockt. Aus jener tief sitzenden Schmach heraus dürstet es mich nun nach Rache und ich habe selbst ein knackiges Screenshot Quiz erstellt.

…sometimes in the blue room

Ein leichtes leises Säuseln. Das Warten vor der Dekompressionskammer. Fremde Hände an Schultern, Hüfte, Fußfesseln. Schlüssel, Smartphone, Sonnenbrille, Tabak – keine Defekte.

Druckabfall nach der Schleuse.

Verengung der Pupillen, wittern des Pulses. Bel, Dezibel, Butterworth-Filter. Die Zunge trocken. Unterwegs in einer Melange aus Jetlag und Alkohol. Soundmembran. Weiter, weiter, ignoriere das Murmeln, beats per minute, Wellenlänge. Plug in.

Sometimes in the blue room, another dream fades away. Zwei Magnete. Abwesenheit von Kronkorken, offen für alles. Das erste Bier schmeckt metallisch. Kopfnicken am Tanzflächenrand, zu spät um sich fallen zu lassen. Warten. Akustischer Szenenwechsel.

I’m adaptable

In den frühen Neunzigern flimmerte ständig ein Videoclip der Band The B-52’s durch die Musiksender und zwar „Meet the Flintstones“ zum dazugehörigen Kinofilm. Ich war entzückt, eine meiner liebsten Fernsehserien meiner Kindheit kommt ins Kino, Yabba, Dabba Do! THE FLINTSTONES, THE ADDAMS FAMILY, DIE NACKTE KANONE, Kinoableger bekannter TV-Serien gab es zwar schon länger, doch nie waren sie so zahlreich wie ab 1990. Damals waren die Hierarchien ganz klar abgesteckt, wenn eine Fernsehserie für einen Kinofilm adaptiert wurde, war das ein fulminanter Aufstieg von der winzigen Mattscheibe zur großen, ehrfürchtigen Leinwand. Denn Fernsehen war Fernsehen und Kino der Olymp der Unterhaltungsbranche.

meanwhile in a parallel universe

Ein munteres Abtauchen, das wünsch ich Euch da Draußen. Ein Abtauchen in phantastische Gefilde, das macht im Dezember doppelt soviel Spaß. Ich wollte eigentlich noch etwas FanFiction betreiben, nur verhaspelte ich mich neuronal in den Wirrungen fiktiver Fiktion. Denn es gibt zu viel, was es nicht gibt. Also, dann werfen wir heute gleich ein paar Blicke in alternative Universen, in denen es saftig-süße Hongimilchbäche an Filmwundern und Fanwunschträumen gibt…naja, zumindest in den meinigen.

Monster schleichen um dein Haus…

Endlich ist wieder Halloween, nicht mal ein Jahr ist vergangen und nun ist schon wieder eins. Das wievielte ist das jetzt eigentlich? Interessiert das überhaupt jemanden? In diesem Jahr scheinbar mehr als zuvor, denn ich lese hier und da von Halloweenpartys. Zum Beispiel gibt es ein GENRENALE HALLOWEEN SPECIAL im Flimmerzimmer Berlin, auf dem fünf Kurzfilmhighlights der GENRENALE 1 + 2 laufen, unter anderem LIEBE TOD ABENDBROT, YOU MISSED SONJA, HAPPY B-DAY, YELLOW und IN THE DEATHROOM.

Ein Weg heraus aus zweierlei Welten

Wir Dramaturgen, Verschwörungstheoretiker und Hobby-Quantenforscher kennen das – manchmal geschehen Dinge, die sind einfach viel zu auffällig. All die vielen kleinen Zufälle, Ungereimtheiten, wenn Geschichte und Geschichten sich wiederholen und Katzen immer wieder das Treppenhaus flankieren, dann entstehen Zweifel und Skepsen. Und sobald man sich tiefer mit der Problemmatrix beschäftigt, macht es PENG oder BOING und plötzlich heißt es: „STAR WARS EPISODE VII wird nun doch kommen!“ Schon weicht die Skepsis einem mechanischen Vorwärtstrieb, der all die Erkenntnisse mit einer Schokoladenglasur überträufelt und einen wieder gefügig macht. Ich weiß nicht genau, welcher Sache oder welchem weltumspannenden Geheimnis ich zu nahe gekommen bin, aber es muss ein immens Großes gewesen sein, dass DIE nun noch gewaltigere Geschütze auffahren müssen, um mich, ja mich allein, ruhig zu stellen. Denn plötzlich taucht irgendwo ein Lynch auf und verkündet, eine dritte Staffel TWIN PEAKS wird kommen. Ja klar, eine dritte Staffel TWIN PEAKS! Wo soll ich unterschreiben?

Star Wars Episode 1: The Dark Force

Betreiben wir mal wieder Fan-Fiction, von der es heißt, sie spiele sich im nichtkommerziellen Untergrund von Fangemeinden ab, schaurig, schaurig. Ich sehe es praktisch vor mir, Horden von dunklen Gestalten in Bademänteln oder Trenchcoats, die in den U-Bahnhöfen herumirren und Fangeschichten in kleine Notizblöcke kritzeln und wenn dann jemand kommt und mal nachfragt, dann raunen sie: „Wir verkaufen nix, das is unkommerziell!“ Vielleicht treffen die sich aber auch Sonntags in einer kleinen Kirche, vielleicht heißt das deshalb Fangemeinde, nicht selten wird ja beispielsweise das STAR WARS-Universum auch als Religion bezeichnet. Da sind wir auch schon beim Thema – STAR WARS. Heute beschäftigen wir uns in aller Bescheidenheit damit, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich STAR WARS EPISODE 1 geschrieben hätte.