Wir leben mitten im goldenen Serienzeitalter, die Phasen der Revolution und des Booms sind nun schon ein Weilchen her. Die Revolution im TV-Seriengeschäft war vorrangig eine inhaltliche, Formate waren nicht neu, wohl aber Inhalte und Grenzüberschreitungen. Zuerst wurden Figuren und Geschichten komplexer, dann die Themen gewagter, Tabus wurden gebrochen und Sehgewohnheiten torpediert. Als der Zuschauer das annahm und zudem noch bereits war, über das Free-TV hinaus für mehr Qualität zu bezahlen, begann der Serienboom. Doch der Serienboom allein war nicht nur ein Konkurrenzkampf der Anbieter, auch eine Besetzung von Nischen und Subgenres, bestenfalls eine Verknüpfung derer, um aus Zielgrüppchen Zielgruppen zu machen.
Is it future or is it past? Am 01. Dezember 2010 kehrte TWIN PEAKS endlich wieder zurück auf den Fernsehbildschirm, fast 20 Jahre nach Erstausstrahlung. Es sollte ein lang erwartetes Wiedersehen mit den geliebten Figuren jener idyllischen Kleinstadt im Nordosten Washingtons werden: Bobby Briggs hat bereits ein paar graue Haare, die Log Lady trägt weiterhin ihren prophetischen Holzscheit, Audrey Horne ist inzwischen Bibliothekarin und die tote Laura Palmer ist mit dem ebenfalls verstorbenen Orchideenzüchter Harold Smith verheiratet. Auch Leland Palmer ist zurück und trägt wieder eine schneeweiße Haarpracht. Und erneut gibt es einen Mordfall, das Opfer heißt Paula Merral, auch sie wurde eingewickelt in Plastikfolie gefunden. Nur ist sie nun die Tochter von Bobby Briggs, der vor Trauer am Seeufer zusammenbricht, als er von ihrem Tod erfährt: „Paula, oh Paula!“
„Kino – dafür werden Filme gemacht.“ Mit diesem Slogan warb einst die deutsche Filmwirtschaft und auch von Konsumentenseite vernimmt man immer mal wieder die Parole, Filme gehören ins Kino, bevor sie auf Wühl- und Grabbeltischen in Kaufhäusern verramscht werden. Doch Filmliebhaber sind selten Puristen und Filme werden eben nicht ausschließlich für das Kino gemacht. Im Gegenteil, der Verkauf von physischen Medienträgern überflügelt seit einigen Jahren die Kinoticketverkäufe und viele Produktionen erreichen die Gewinnzone erst im Verkauf für den Heimkinomarkt. Abgesehen davon spiegeln die wöchentlichen Neustarts von Kinofilmen auch nur einen Bruchteil des gesamten Filmangebots. Das Portfolio des internationalen Films seit Anbeginn des Mediums will schließlich nicht nur innerhalb des kleinen Kinostartzeitfensters existieren. Filme werden für die Ewigkeit gemacht.
Sehr geehrte hohe Vertreter des Rates der europäischen Union für Genrefilmpolitik, liebe Mitglieder des europäischen Parlaments, sehr geehrter Ausschussvorsitzender für ominöse Körperkultur und Bildung (OCCULT) Herr Martin Sonneborn. Hiermit lege ich, der EU-Sonderbeauftragte für Genrefilmangelegenheiten, meinen Quartalsbericht zur wirtschaftlichen und kulturellen Lage der europäischen Genrefilmkultur vor, dieser Bericht ist ein Folgebericht des Berichtes über die wirtschaftliche und kulturelle Lage der europäischen Genrefilmkultur vom Dezember 2016 basierend auf dem Änderungsantrag 3 (Vorschlag für einen Beschluss Erwägung 1b (neu)) für die Förderung der Genrekultur in der Europäischen Union zur Stärkung innereuropäischer Integration und Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Genrebelange gemäß Artikel 4 des Beschlusses Nr. 418/2016/EU.
Unter dem Hashtag #shocktober werden in Blogs und Foren momentan Horrorfilme besprochen, lobgehudelt oder verteufelt, ein schöner Brauch seit ein paar Jährchen. Denn alle wissen, der Oktober war schon immer der Horrormonat schlechthin. Ob im Kino, auf Blu-ray, DVD oder im TV, für Horrorfilme gibt es keine bessere Jahreszeit. Auch wir wollen an diesem Gelage teilhaben und erklären den Oktober auf Traumfalter Filmwerkstatt zum Horror-Special inklusive Retro Review und einer kleinen Genrefibel über Stephen King. Wir wollen aber nicht ausschließlich in der Vergangenheit weilen, sondern uns auch ein wenig mit der aktuellen Lage an der Horrorfilmfront beschäftigen. Funktioniert Horror noch immer global? Und wie wirkt sich das wirtschaftlich aus?
Jetzt, da die Welt den Bach herunter geht und alle Idole so langsam wegsterben, was kann man da machen? Richtig, über Filme dampfplaudern. Es gibt ja so viel, was es noch zu sagen gäbe über dieses wunderbare Ding namens Film. Nicht alles passt immer in eine Genrefibel, Debütfilme zum Beispiel. Lasst uns über Debütfilme reden, genauer gesagt über Regiedebüts. Jeder Regisseur muss vor seinem zweiten Werk einmal ein Spielfilmdebüt inszeniert haben, so will es das Gesetz. Warum sind Regiedebüts wichtig? Weil sie die gramgebeutelte Künstlerseele beruhigen. Also nicht meine, die Zeiten sind vorbei. Aber junge Filmemacher können Hoffnung schöpfen, alle haben mal klein angefangen, mit mickrigen Budgets, dafür mit umso mehr Pfründen Leidenschaft.
Als ich letzte Woche auf dem FILMFEST DRESDEN war, verschlug es mich zu Beginn in einen großen Supermarkt. Ich wollte mich mit dem eindecken, was man so braucht für eine Woche Filmfest, sächsischer Leberkäse, Mangosaft, Haribo Tropifrutti, Kokosnüsse, das ganze Ballett. Während ich so durch die Regalreihen schlenderte, flankierte ein hipper Jugendlicher mit Basecap, zerschlissenen Trainingshosen und Kapuzenpulli der Marke Bench meinen Weg. Ich folgte ihm eine Weile unbewusst, als sein Smartphone zu schellen begann. Er ging ran und sagt: „Yo?“, dann ward es einen kurzen Moment still, bis er überschwänglich äußerte: „Isch bin real! Isch bin real, Alter!“ Soll nochmal einer sagen, die Jugend von heute beschäftige sich nicht mit philosophischen Lebensfragen.
So Leute, die Fastenzeit is nun schon eine ganze Weile vorbei und wir wollen es im April mal wieder etwas ruhiger angehen lassen. Ihr könnt also eure Notizblöcke weglegen, wir reden heute mal frei. So wie damals, als der Lehrer in die Klasse kam, keinen Bock auf Unterricht hatte, sich stattdessen an den Lehrertisch flätzte und seine Schüler über das TV-Programm vom Wochenende diskutieren ließ, weil er selber am Vortag zu lange in Eierlikör gesessen hatte. Oder so ähnlich. Das heißt nicht, dass ich keinen Bock habe, ich gehe derzeit Lohn- und Brotarbeit nach, harre auf das Filmfest Dresden und schneide Live-Videos der famosen Punkrockband Pub´n´Steel. Und während ich da so vor mich hinschnott, schielte ich immer auf eine neue Electro/Industrial-CD da auf meinem Schreibtisch, die ich gern wieder und wieder hören hätte wollen. Ging aber nicht. Wenn man Punkrock-Live-Videos schneidet, kann man nicht gleichzeitig Electro-Mukke hören. Das überschneidet sich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Gedrucktes ist tot. Die einen meinen damit, dass der Printbereich den Bach runter geht und das schon seit langer Zeit. Die anderen zitieren Dr. Egon Spengler aus GHOSTBUSTERS. Und wer hat nun Recht? Niemand. Denn Gedrucktes ist nur zur Salzsäule erstarrt. Ich muss es wissen, aus eigener Erfahrung. Mich erinnert die Sache an den Film PI von Darren Aronofsky. Ein Computer hat eine Art Kurzschluss und druckt eine 216-stellige Zahl aus, welche die chemische Zusammensetzung von Silizium enthält. Der Computer erkannte sich selbst, sein Ausdruck dafür war der Ausdruck. Dann starb er. Und alle Welt rätselte, was er damit wohl gemeint hatte.
Was ist das nur für ein ulkig Schelm, dieser John Travolta. Wie er mich immer zum Lachen bringt, ich könnte ihn knuddeln und herzeln. Als er auf der OSCAR-Verleihung 2014 die Sängerin Idina Menzel anmoderieren wollte, fiel ihm wohl ihr Name nicht mehr ein und er kreierte fix eine flockige Alternative: ADELE DAZEEM. Kurz nach diesem Fauxpas wurde aus Travoltas „Adele Dazeem“ ein Internetphänomen. Es gibt sogar einen Namensgenerator, unter der schmucken Aufforderung TRAVOLTIFY YOUR NAME! kann man dort seinen Namen travolisieren lassen und wenn John Travolta mich bei den OSCARS ankündigen will, würde er sagen: