Als kleinen Nachtrag zur Genrefibel Teil 25: Atomic Age habe ich einen Film ausgegraben, der mich mal wieder seit meiner Kindheit begleitet hat. Wie bereits erwähnt haftete Allem, was mit der Atombombe und einem unvermeidlichen Dritten Weltkrieg zu tun hatte, ein ungemein beklemmendes Gefühl an. THE DAY AFTER oder WENN DER WIND WEHT, das waren solche Filme, die einem als kleinen Bub nächtelang Alpträume bescheren konnten. Aber da war noch ein Streifen, von dem ich zuerst in alten Prospekten des Progress Filmverleih las, bzw. Fotos sah. Bilder von Kindern mit Gasmasken, einer zerstörten Stadt nach dem atomaren Exodus und ein Schneesturm aus radioaktivem Fallout. 1987 kam der russische Endzeitfilm Письма мёртвого человека auch in der DDR ins Kino, unter dem Titel BRIEFE EINES TOTEN MANNES. Er ist bis heute einer der düstersten Visionen eines atomaren Holocaust.
Wir begeben uns auf einen erneuten Abstecher im großen Komplex der Science-Fiction. Jenes Themenfeld ging in der Kleinen Genrefibel bislang zwei unterschiedliche Wege, zum einen den der theoretischen Überlegungen über wissenschaftliche Sachverhalte wie Zeit oder Zeitreisen, sowie der Vision einer fortschrittlichen, friedlichen Zukunft der Menschheit, einer Utopie, wie sie zum Teil das STAR TREK Franchise darstellt. Ein anderer Weg der Science-Fiction ist die Beschäftigung mit dem Stand von Wissenschaft und Forschung. Im Gegensatz zu Utopien und Zeitreisen sind Androiden und künstliche Intelligenzen durchaus reeller Natur. Und wann immer die Wissenschaft neue Erkenntnisse geschürft hat, hat das auch die Kunst und den Film beeinflusst.