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Schiefe der Ekliptik

Wenn Heute das Gestern nicht Morgen wäre, sondern Gestern, dann wäre Heute der längste Tag des Jahres. Nur leider war der eben Gestern. Gestern, Heute, Morgen, in der Physik sind sie alle gleich. Nur erklären kann man das nicht. Das ist das tragische an der Physik, sie ist haltlos. Der längste Tag des Jahres dauert zum Beispiel gerade mal einen Tag. Sinnlos!

Carolus Adrianus Maria Thole

Was kann eine größere Inspirationsquelle sein als ein Bild. Farben, Formen, Stil, all das kann etwas auslösen, eine Grundidee, eine Stimmung oder eine Sehnsucht. In der Rubrik VISUALS geht es ausschließlich um die Kraft der Bilder. Nach Teaserplakaten möchte ich einen meiner Lieblingsmaler vorstellen, der wie kein anderer die Science-Fiction- und Horrortrivilaliteratur der Siebziger und Achtziger Jahre geprägt hat: C.A.M. Thole.

Dark Wave, Gothic & EBM im Filmblickwinkel

Es gibt Menschen, die lieben Filme, andere lieben Musik, manche beides, kurios. Natürlich gibt es auch solche, die Filmmusik lieben oder im Speziellen Musikfilme oder Musicals. Musik und Film, das passt gut zusammen, als kommerzielle Medien haben beide eine gemeinsame Geschichte, unterteilen sich in Genres und manchmal kreuzen sich ihre Wege auch innerhalb von Zielgruppen und Nischen. Auf der einen Seite hat Musik immer schon auch den Film beeinflusst, von klassischer Filmmusikorchestrierung über Schlager, Rock `n Roll, Rap, Hip-Hop bis hin zu Techno und Rave. Auf der anderen Seite haben sich Musiker manchmal Filmsamples bedient, um einem Song neben Strophe und Refrain eine weitere textliche Ebene zu geben.

R.I.P. VHS

Ich hab da ein kleines Zimmerlein, eine Abstellkammer, Besenraum, wir in unserer Gegend sagen dazu Kabuff. Dort lagert allerlei Zeug, Wäscheständer, Staubsauger, Putzmittel und Werkzeugkasten, na ja, all die Dinge eben, die ein Autor so täglich braucht. Ich kuck da nich mehr sonderlich rein, das sind eher so mechanische Griffe. Vor kurzem aber hielt ich mit der Flasche Weißer Propper einmal inne und sah zur Decke des schmalen Kämmerleins hinauf. Ich hatte es fast verdrängt. Dort, wo sicher der Swiffer und der Abflusspömpel Gute Nacht sagen, lagerte ja seit Jahren noch etwas anderes. Ein Relikt aus ferner Zeit. Brav aufgereiht in selbst gezimmerten Baumarktregalen, zweireihig, exakte Beschriftung, heraus gebrochene Überspielschutzklappe – die VHS-Kassette.

Augenfänger

Am Anfang war das Bild. Noch bevor ein Hauptplakat in den Schaukästen der Kinos landet, kündigen Teaserplakate auf kommende Filmgroßereignisse an. Wie lange es diese Art des Marketings schon gibt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube allerdings, Teaserposter kamen erst in den Neunziger Jahren in Mode. Das Tolle an Teaserplakaten ist die Reduzierung des Films oder des Plots auf ein schlichtes Bild, Logo oder Moodvisual. Es muss im Kopf des Betrachters eine Initialzündung hervorrufen. Aus diesem Grund ist das Verwenden von Teaserpostern auch nur in bestimmten filmischen Bereichen wirklich sinnvoll. Denn ein „Teasen“ ergibt nur dahingehend Sinn, wenn man eine Verbindung zu etwas Bekanntem herstellen kann. Einfachstes Beispiel ist das SUPERMAN-Symbol, bei dem jeder weiß, um was es sich handeln könnte.

…sah ich noch einmal die Lichter der Stadt

Der kalte, nasse Nieselscheiß, dieser frostige Dreck voller Kieselsteine, Reste von Chinaböllern und Kot, Kot, Kot, wohin das Auge blicket. Ja, es ist ekelhaft da Draußen, dieser beknackte Winter, und die paar Sonnenstrahlen machen´s auch nicht wirklich besser…wie dämlich, jetzt schreibe ich hier schon über Wetterbefindlichkeiten, das sollte ich besser Sibylle Berg überlassen. Aber das hat ja bald ein Ende. Denn es gibt eine Pforte, einen Zeitspalt, eine semipermeable Membran, wenn man diese durchschreitet, wird alles besser. Diese Tage des Wandels finden in diesem Jahr vom 16. bis 21. April statt. Für mich ist jedes Jahr das FILMFEST DRESDEN die magische Schwelle hinein in den Frühling.

Alarmstufe: Lachsfarben

Kurzfilme sind ein eigenständiges, magisches Genre mit tollen Ausdrucksmöglichkeiten. Ich sehe jedes Jahr tolle Kurzfilme aus hiesigen Landen, beispielsweise auf dem FILMFEST DRESDEN. Kurzfilme ermöglichen Filmemachern neue Wege zu gehen, Abstraktes, Wahnwitziges, Verschrobenes oder Skurriles zu erschaffen. Gerade der Animationsbereich ist ein toller Tummelplatz für wagemutige Experimente und Verstöße gegen jedwede Regeln. Umso schöner ist es, wenn man mal ein Animationskunstwerk eines jungen Filmemachers erleben darf, der den Arsch in der Hose hat, ein 53minütiges Science-Fiction-Feuerwerk vor dem Herrn abzufackeln, pure Filmleidenschaft und Spaß in höchster, technischer Vollendung.

Die kommenden Jahre

Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.

Die glorreichen Siebenvonzehn

Ob TÜV-Stempel, das Siegel Geprüfte Sicherheit oder die Ergebnisse von Stiftung Warentest – so manche Prädikatisierung ist ein Segen für Hersteller und Kunde. Oft und gerne werden Siegel, Label, Zertifikate oder Prämierungen auf Pappschachteln und Eingeschweißtes geklatscht, um objektiv auf die unbestreitbaren Qualitäten der jeweiligen Produkte aufmerksam zu machen. Natürlich auch beim Film. Die deutsche Film- und Medienbewertung mit Sitz in Wiesbaden vergibt beispielsweise seit 1951 ihre Gütesiegel WERTVOLL und BESONDERS WERTVOLL an ausgewählte Filmproduktionen, von 21 GRAMM bis RAMBO 3 wurden bislang ca. 26000 Filme damit bewertet.

Angst essen Videokassette auf

Am 16. Mai läuft in deutschen Kinos THE EVIL DEAD an. Lang hat die Fangemeinde der TANZ DER TEUFEL Trilogie gehofft, Regisseur Sam Raimi würde mit einem offiziellen 4.Teil die Geschichte der kettensägenschwingenden Horrorikone Ash fortsetzen. Doch im Herbst 2011 meldete sich Darsteller Bruce Campbell persönlich und verkündete: „Wir wollen eine Neuverfilmung des Originals!“ Horrorfilmfans auf der ganzen Welt spukten Gift und Galle. Schon lange brodelt etwas in der Magmakammer unter dem Filmolymp. „Sakrileg!“, „Reine Profitgier!“, schallt es aus den Foren und man zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Ketzer: