Posts Tagged: Remake

Martyrs, Martyrs

Horrorfilme sind wie gute Weine, dunkelrot, trocken und wohlig im Abgang. Und wie beim Wein gibt es gute und weniger gute Jahrgänge. 2008 ist ein solcher besonderer Jahrgang für den Horrorfilm. Als Indikator dafür dient manchmal das FANTASY FILMFEST, auf dem in eben diesem Jahr 2008 moderne Klassiker wie EDEN LAKE, INSIDE, FRONTIER(S), REC, THE STRANGERS oder SO FINSTER DIE NACHT aufgeführt wurden. Und obwohl ich selbst gar nicht auf den NIGHTS oder dem FANTASY FILMFEST 2008 war, drang eine Kunde auch an mein Ohr. Es erinnerte mich an die gute alte Zeit, in der man noch ahnungslos von so mancher Horrorperle erfuhr, die man unbedingt gesehen haben musste. Ein Raunen ging durch die Foren, da gibt es einen Film, der alles Vorstellbare sprengt, der so extrem und kontrovers war, dass man sich vor ihm fürchten müsse – MARTYRS von Pascal Laugier.

EVIL DEAD

Endlich ist es soweit. Der allererste Traumfalter Artikel ANGST ESSEN VIDEOKASSETTE AUF beschäftigte sich mit der Notwendigen Übelkeit von Remakes im Horrorbereich, ganz konkret am Beispiel EVIL DEAD. Und nun isser da, der Film, jenes Remake, was herbeigesehnt oder verteufelt wurde wie kaum eine andere Neuverfilmung. Eine kurze Zusammenfassung.

Die kleine Genrefibel Teil 2: Tierhorror

Die ganze Sache mit der Genreunterteilung hat einen Pferdefuß. So viele Filme sind Crossover oder Genremixe, dass eine wissenschaftliche Systematik meist für die Katz ist. Dabei gäbe es so schöne Klassifizierungsmodelle, beispielsweise aus der Zoologie. Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art und fertig ist der Laubfrosch. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass man bei der Beschäftigung mit Genre und Subgenre zwangläufig über jene Abart des Horrorfilms stolpert, bei der man mit so einem System nicht gänzlich vor die Hunde geht. Bevor sich die Tierallegorien noch weiter vermehren wie Killerlemminge, Schluss mit dem Vorwort und Fellfarbe bekennen. Willkommen im Reich des Tierhorror.

Angst essen Videokassette auf

Am 16. Mai läuft in deutschen Kinos THE EVIL DEAD an. Lang hat die Fangemeinde der TANZ DER TEUFEL Trilogie gehofft, Regisseur Sam Raimi würde mit einem offiziellen 4.Teil die Geschichte der kettensägenschwingenden Horrorikone Ash fortsetzen. Doch im Herbst 2011 meldete sich Darsteller Bruce Campbell persönlich und verkündete: „Wir wollen eine Neuverfilmung des Originals!“ Horrorfilmfans auf der ganzen Welt spukten Gift und Galle. Schon lange brodelt etwas in der Magmakammer unter dem Filmolymp. „Sakrileg!“, „Reine Profitgier!“, schallt es aus den Foren und man zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Ketzer:

Charlie Brewster und der Kassandra Komplex

In einem Genrefilmdrehbuch für Spannung zu sorgen, ist gar nicht mal so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Szenen, die im fertigen Film letzten Endes High Tension ausmachen, sind meist Verdienste der Inszenierung. Das umsichtige Schleichen in modrigen Gemäuern, knarrende Dielen und die Flucht über Stock und Stein vor dem fiesen Schlitzstrolch, alle diese Dinge sind in einem Drehbuch eher nüchtern beschrieben: „Carola rennt die Treppe rauf“ liest sich alles andere als spannend und aufregend. Es ist schließlich Aufgabe eines Regisseurs, Kameramanns oder des Cutters, solche Szenen audiovisuell und schnitttechnisch auf erhöhte Herzfrequenz zu befördern. Ein Autor kann Spannung nur über die Story aufbauen, und die wird nun mal über die Figuren erzählt. Um seinen Protagonisten in eine spannende Situation zu bringen, kann man sich mancherlei dramaturgischer Werkzeuge bedienen. Ein tolles Beispiel, wie so etwas funktionieren kann oder auch nicht, will ich mal an einem kurzen Beispiel zeigen: der Figur Charlie Brewster aus FRIGHT NIGHT – DIE RABENSCHWARZE NACHT.