Ob TÜV-Stempel, das Siegel Geprüfte Sicherheit oder die Ergebnisse von Stiftung Warentest – so manche Prädikatisierung ist ein Segen für Hersteller und Kunde. Oft und gerne werden Siegel, Label, Zertifikate oder Prämierungen auf Pappschachteln und Eingeschweißtes geklatscht, um objektiv auf die unbestreitbaren Qualitäten der jeweiligen Produkte aufmerksam zu machen. Natürlich auch beim Film. Die deutsche Film- und Medienbewertung mit Sitz in Wiesbaden vergibt beispielsweise seit 1951 ihre Gütesiegel WERTVOLL und BESONDERS WERTVOLL an ausgewählte Filmproduktionen, von 21 GRAMM bis RAMBO 3 wurden bislang ca. 26000 Filme damit bewertet.
In einem Genrefilmdrehbuch für Spannung zu sorgen, ist gar nicht mal so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Szenen, die im fertigen Film letzten Endes High Tension ausmachen, sind meist Verdienste der Inszenierung. Das umsichtige Schleichen in modrigen Gemäuern, knarrende Dielen und die Flucht über Stock und Stein vor dem fiesen Schlitzstrolch, alle diese Dinge sind in einem Drehbuch eher nüchtern beschrieben: „Carola rennt die Treppe rauf“ liest sich alles andere als spannend und aufregend. Es ist schließlich Aufgabe eines Regisseurs, Kameramanns oder des Cutters, solche Szenen audiovisuell und schnitttechnisch auf erhöhte Herzfrequenz zu befördern. Ein Autor kann Spannung nur über die Story aufbauen, und die wird nun mal über die Figuren erzählt. Um seinen Protagonisten in eine spannende Situation zu bringen, kann man sich mancherlei dramaturgischer Werkzeuge bedienen. Ein tolles Beispiel, wie so etwas funktionieren kann oder auch nicht, will ich mal an einem kurzen Beispiel zeigen: der Figur Charlie Brewster aus FRIGHT NIGHT – DIE RABENSCHWARZE NACHT.