Der Oscar, bekannt aus Funk und Fern und Foren, feiert im Jahr 2018 des Herrenwitzes seinen 90. Geburtstag. Alles Gute, du rüstiger Opa des Lindt Schokoladenosterhasen. Was war das für ´ne Party dieses Jahr! Hast all die jungen Hüpfer eingeladen wie Christopher Plummer oder Meryl Streep. Und unter den Stuhlreihen spielten die Kinderlein verstecken und suchten nach Resten der Carepakete vom Vorjahr. Ein Traum von einem Wiegenfest. Das war nicht immer so. Früher wurde oft gezankt. Und viele Kinder durften nicht mitspielen, beim Topfschlagen und bei Blinde Kuh. Aber mittlerweile ist das Spiel Blinde Kuh verpönt, weil es ausgrenzt. Blinde haben einfach keinen Spaß an Blinde Kuh.
Die 89. OSCAR-Kaninchen- und Taubenzuchtverleihungen, in diesem Jahr präsentiert von Eichelschmeichler der Firma Amorelie, wurden wie immer von Pro Sieben vor der Aufzeichnung ausgestrahlt und das bis zu fünf mal in über vierzig Städten Dänemarks. Eine technische Meisterleistung! Mixed Emotions vom Fahrbandrand, der rote Teppich als Gaumenzäpfchenverlängerung von Steven Gätjen. Wir sahen Viggo Mortensen und seinen unehelichen Sohn, den er mit Uwe Ochsenknecht hat, Nicole Kidman flog vorbei, Gätjen broll, doch die Kamera machte einen Schwenk und wir sahen Mel Gibson, der gerade zum achten Mal Vater geworden ist und sein neustes Töchterlein bereits zur Verleihung mitgebracht hat.
In einer Melange aus Bier, Kaffee, Bolognesesoße und Nussbeißer wache ich auf. Ich fühle mich durchgewalkt, ausgezutscht. Das, was die alle sagen, stimmt: Die Oscars saugen! Und zwar Lebensenergie! Dabei ging alles so witzig los, Sonntag früh, nach dem Aufstehen. Zur Einstimmung noch was Lustiges schauen: LIEBE von Michael Haneke. Kurze Pause für Antidepressiva einlegen und dann vorschlafen. Der Abend naht, mit ihm die 85. Academy Awards Verleihung. Bevor es losgeht, muss man allerdings durch eine Art Sumpf waten. Das allerschlimmste dabei ist, eine Stunde auf Steven Gätjens Hinterkopf starren zu müssen, während der Warane kuckt. Doch nach 42 Werbeunterbrechungen ist auch das vorbei.
Mit der Verleihung der 84. Academy Awards endete an diesem Wochenende die jährliche OSCAR-Saison. Endlich! Nach anstrengenden Wochen medialer Dauerbeschallung über betroffene Hawaiihemdenträger und die Wiederbelebung des Stummfilms kann der geneigte Cineast endlich aufatmen und sich neuen filmischen Herausforderungen stellen – immerhin starten in den Staaten bald 21 JUMP STREET und AMERICAN PIE: KLASSENTREFFEN! Für viele bleibt aber auch dieses Jahr die Verleihung der goldenen Kameraden eine überflüssige Veranstaltung. Man kennt es: „Selbstbeweihräucherung“, „Wen interessiert denn das?“, Also ehrlich! Wer ist diese Academy? Und was fällt ihr ein, jährlich erfolglosen, intellektuellen Mist zu küren, sich selbst zu feiern. Ach ja, das Totschlagargument fast vergessen: „Typisch Hollywood!“