Seit ein paar Tagen steht das Remake von William Lustigs MANIAC in den Videotheken. Der Regisseur dieser Neuverfilmung ist Franck Khalfoun, der auch P2 – SCHREIE IM PARKHAUS inszeniert hat. Doch schauen wir genauer hin. Das Remake von MANIAC heißt ganz offiziell ALEXANDRE AJAS MANIAC. Solche Namenszugaben in Filmtiteln wurden bislang nur Quentin Tarantino oder Tim Burton zuteil. Wer ist dieser Typ, der es in kürzester Zeit und überschaubarer Filmografie dazu gebracht hat, dass man mit seinem Namen für Filmprojekte werben kann?
Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.