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Debütantenball

Jetzt, da die Welt den Bach herunter geht und alle Idole so langsam wegsterben, was kann man da machen? Richtig, über Filme dampfplaudern. Es gibt ja so viel, was es noch zu sagen gäbe über dieses wunderbare Ding namens Film. Nicht alles passt immer in eine Genrefibel, Debütfilme zum Beispiel. Lasst uns über Debütfilme reden, genauer gesagt über Regiedebüts. Jeder Regisseur muss vor seinem zweiten Werk einmal ein Spielfilmdebüt inszeniert haben, so will es das Gesetz. Warum sind Regiedebüts wichtig? Weil sie die gramgebeutelte Künstlerseele beruhigen. Also nicht meine, die Zeiten sind vorbei. Aber junge Filmemacher können Hoffnung schöpfen, alle haben mal klein angefangen, mit mickrigen Budgets, dafür mit umso mehr Pfründen Leidenschaft.

Getreidemühle Einsamkeit

Was kann das werden, ein Portrait von Helge Schneider, mit speziellem Blick auf seine Filmwerke? Geht es da um Schnüffelpiloten, Hamster Hermi, Tante Uschi oder Eidechsen mit tupierten Haaren, die ein Stück Holz essen? Oder um verkopfte, überintellektuelle Verquastung, die in der Art, wie Kommissar 00 Schneider Käsebrot isst, eine Kritik am sozialen Verfall der Wertegesellschaft sieht? Wie muss man sich Helge nähern? Wie einem Räuber? Oder besser erst warten, bis die Gewebeproben zurückkommen? Und vor allem, was sucht wieder so ein Underdog hier im Genrefilmportraitsaal? Helge zwischen Zombies & Hackepetra? Jetzt ist auch klar, warum es dem deutschen Genrefilm so schlecht geht! Das is alles Ihre Schuld, Herr Fauls…äh, Herr Hempel. Doch, ich glaube schon, Herr Hempel, Sie sind Schuld. Sie haben psychische Probleme. Sie stinken wie ein Schwein! So können Sie nicht auf die Straße!

Die kommenden Jahre

Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.