Kino und Krise, seit knapp zwei Jahren das Thema Nr. 17 innerhalb der Corona Pandemie. Für das internationale Kinogeschäft eine Verkettung von Desastern, erst Konkurrenz durch die Streaminganbieter, dann die Schließung der Lichtspielhäuser, am Ende fallen dem Kino sogar die Studios selbst in den Rücken, die ihre Filme auf Halde zeitgleich oder gar exklusiv ins Heimkino bringen. Was nicht heißt, dass vor der Pandemie alles in bester Ordnung war. Kino und Krise, jener Exodus begann bereits vor 75 Jahren mit dem Urvater aller Medienproblematiken – die große Konkurrenz zwischen Kino und Fernsehen. Aber wer oder was konkurrierte da eigentlich miteinander? Das Kino als Ort für Lichtspielfilme gegen den Fernseher als Gerätschaft für den Heimgebrauch? Oder war es ein Krieg der Programme, das Kino- gegen das Fernsehprogramm, was die Gemüter erhitzte wie eine 35mm Vorführkabine?
Heute wollen wir uns mit etwas beschäftigen, vom dem man nachsagt, es sei des Deutschen Lieblingsgenre, auch wenn das wie ein Oxymoron klingt. Ja, die Deutschen lieben Genre, aber nur die Subgenre, die sie auch mögen. Man hört ja oft, das mit Genre und Deutschland sei ein Drama. Aber ich habe noch keinen Deutschen getroffen, der gesagt hat, er liebe Dramen. Nein, mal ganz ohne Klischees, der Deutsche liebt Pünktlichkeit, Fußball, Kohlrouladen und den Krimi. Das ist wohl Erziehungssache, schon Alfred Hitchcock hat gesagt: „Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie – das fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen.“ Aber weiß der Deutsche da eigentlich, was er so liebt? Was ist das überhaupt, der Krimi, dieses lustige, posemuckelige Wort, in dem es doch oft um so grässliche Dinge geht wie…ja genau, Mord!
Weil der erste Satz beim Schreiben einer kleinen Genrefibel immer der schwerste ist, lass ich ihn dieses mal einfach weg. Kommen wir also gleich zur Sache. Auf unserer Reise durch die Genres und Subgenres der Phantastik stehen wir wieder einmal vor einem streitbaren Thema. Vampire, Werwölfe oder Zombies, sie bestimmen als Figuren ihre jeweiligen Subgenres. Anthologien oder der Found Footage Film werden durch strukturelle oder technische Belange klassifiziert. Unser Thema heute aber heißt Stephen King, bzw. Stephen King Verfilmungen. Ist das nun ein eigenes Subgenre?