Ich war, bin und werde es immer sein – ein bekennender Horrorfan. Aber was heißt das? Wenn man sagt, man liebt Horror, meint man für gewöhnlich Horrorfilme, wo es wohlig schaudert oder derbe splattatert. Aber die Faszination an Horror geht weit über bloßen Filmkonsum hinaus. Als Kind lauschte man Gruselgeschichten am Lagerfeuer, das war mitnichten ein Filmklischee. Nachtwanderungen im Ferienlager waren der letzte Schrei, in dunklen Wäldern, wo das Unterholz knackte. Nie werde ich die Schallplatte „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ vergessen. In staubigen Bodenkammern fand ich alte Bücher, las „Der Doppelmord in der Rue Morgue“ von Edgar Allan Poe. Doch die entscheidende Begegnung mit Horror machte ich im Frühjahr 1990, als andere Kinder mit Lego spielten und tonnenweise Hanuta verdrückten. Die Wende brachte nicht nur Süßkram und Spielzeug in die Läden, sondern auch obskure Drehständer mit bunten, aber auch düsteren Heftchen.
Was kann eine größere Inspirationsquelle sein als ein Bild. Farben, Formen, Stil, all das kann etwas auslösen, eine Grundidee, eine Stimmung oder eine Sehnsucht. In der Rubrik VISUALS geht es ausschließlich um die Kraft der Bilder. Nach Teaserplakaten möchte ich einen meiner Lieblingsmaler vorstellen, der wie kein anderer die Science-Fiction- und Horrortrivilaliteratur der Siebziger und Achtziger Jahre geprägt hat: C.A.M. Thole.