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Die kleine Genrefibel Teil 55: Sci-Fi Visions

Wenn in den kleinen Genrefibeln von Genre, Subgenres, dem Film an sich gesprochen wird, dann liegt in der Materie immer eine gewissen Arroganz. Manchmal scheint es so, als liege im Film der Wahrheit letzter Schluss. Das Unbekannte, Unerklärliche, das Phantastische, alles hat seine Wurzeln, alles beeinflusst die Kunst und irgendwann gibt es zu all dem auch einen Film, der die Dinge visuell und plastisch macht. Der Film war stets stolz darauf, durch seine Projektionsfläche am Ende auch die Zivilisation und Gesellschaft beeinflusst und neue Impulse und Gedankenanstöße geliefert zu haben. Doch gerade bei einer Säule der Phantastik schient diese Rechnung nicht aufzugehen – der Science-Fiction. Denn die raffiniertesten Fragen um den Stand der Zivilisation, der Gesellschaft, der Wissenschaft und der Technik stellte nicht der Film, sondern die Literatur.

Die kleine Genrefibel Teil 12: A.I. AKA K.I.

Eins der größten Themengebiete der Science-Fiction findet sich nicht in den Weiten des Weltraums, in außerirdischen Existenzen oder in den Fugen der Zeit, sondern in der Unfähigkeit des Menschen, außerhalb seiner biologischen Reproduktion, Leben zu erschaffen. Leben erschaffen, das war eine Gabe der Götter und somit eines der Urthemen in der Philosophie und der Kunst. Prometheus, der die Menschen nach dem Abbild der Götter formte und sie mit Eigenschaften ausstatte, die er den Göttern selbst stahl, Hephaistos, der die riesige bronzene Statue Talos zum Schutz von Kreta anfertigte bis hin zum Homunculus, einem künstlich erschaffenen kleinen Menschen. Doch die Erschaffung von Leben allein erfüllte kaum mehr den Zweck, als die eigene Sterblichkeit zu relativieren und einen Weg zu finden, den Tod zu besiegen.