Angeblich leben wir in einer Zeit, in der Fake News und Alternative Fakten die Gemüter der Menschen erzürnen und auf die Barrikaden bringen. Da kann der Filmliebhaber nur müde lächeln und macht sich eine neue H-Milch auf. Denn Film war und ist schon immer Beschiss an der Wahrheit. Mag er auch noch so realistisch inszeniert sein, Film ist nun mal Film und nicht die Realität. Da wird gebogen, verbrämt und überschüssiges weggespachtelt, Zeiträume werden gerafft, Perspektiven verschwiegen, Informationen ausgespart und hier und da getrickst. Nix Neues eigentlich, es liegt in der Natur der Filmdinge. Aber manchmal lehnt sich der Film noch weiter aus dem Fiktionsfenster und macht es selbst dem Profi schwer zu unterscheiden, ob das nun ernst gemeint ist oder nicht. Denn die Kamera lügt nicht und Filmmaterial ist oft gleichbedeutend mit Beweismaterial.
In der Geschichte des Horrorfilms gab es immer wieder Marksteine des Genres, welche Trends auslösten. Fanden diese genügend Nachahmer oder Trittbrettfahrer, wurden aus Trends Subgenres. So begründete beispielsweise HALLOWEEN 1978 den Slasherfilm, eine Kannibalenfilmwelle überschwemmte Anfang der achtziger Jahre Europa und der Erfolg von RINGU zog jede Menge Japan-Horror nach sich. Subgenres können eine feinere Auslese der Zielgruppe sein, definieren sich aber auch über den Inhalt oder das Konzept. Bereits 1980 drehte Ruggero Deodato den Klassiker CANNIBAL HOLOCAUST teilweise in dokumentarischem Stil.