Es gibt viele unschöne Dinge mit G am Anfang, Genickbruch, Gentrifizierung, Genmanipuliertes oder Generationskonflikte, ein paar ganz nette Sachen wie Genussmittel oder Genesungswünsche, aber nur ganz wenige Angelegenheiten, die wirklich aufregend sind. Bis vor ein paar Jahren wäre mir da nur Genitalbereich eingefallen, doch diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Denn seit es jenes „tiny little german genre festival“ in Berlin gibt, hat faszinierende, phantastische, fesselnde, wilde, subversive, mutige und vor allem leidenschaftliche Genrefilmkultur aus deutschen Landen wieder ein Synonym – die GENRENALE.
Nach zwölf Tagen Genredauerfeuer schloss das Fantasy Filmfest gestern in Berlin die Höllenpforten, in den anderen Festivalstädten läuft die 32. Ausgabe zum Teil noch bis zum 30. September. Für uns aber ein guter Zeitpunkt für ein Quick and Dirty mit stolzen 15 Kurzreviews der Festivalhighlights. Vorweg, 2018 ist ein wahrer Killerjahrgang mit mindestens drei Meisterwerken, eine wirklich gelungene Auswahl an aktuellen Genrehighlights aus über 20 Ländern und eine kunterbunte Mischung Fear Good Movies, vom bedrückenden Fantasydrama über schräge Neo-Noir Thrillereien bis zur bluttriefenden Trashperle. Begeben wir uns nun also auf eine möglichst spoilerfreie Kurzreviewreise durch das diesjährige Programm und picken uns die Rosinen aus dem Genrekuchen.
Angeblich leben wir in einer Zeit, in der Fake News und Alternative Fakten die Gemüter der Menschen erzürnen und auf die Barrikaden bringen. Da kann der Filmliebhaber nur müde lächeln und macht sich eine neue H-Milch auf. Denn Film war und ist schon immer Beschiss an der Wahrheit. Mag er auch noch so realistisch inszeniert sein, Film ist nun mal Film und nicht die Realität. Da wird gebogen, verbrämt und überschüssiges weggespachtelt, Zeiträume werden gerafft, Perspektiven verschwiegen, Informationen ausgespart und hier und da getrickst. Nix Neues eigentlich, es liegt in der Natur der Filmdinge. Aber manchmal lehnt sich der Film noch weiter aus dem Fiktionsfenster und macht es selbst dem Profi schwer zu unterscheiden, ob das nun ernst gemeint ist oder nicht. Denn die Kamera lügt nicht und Filmmaterial ist oft gleichbedeutend mit Beweismaterial.
Und da war´s auch schon wieder vorbei – das FANTASY FILMFEST 2013. Zumindest für Berlin und Hamburg. Und wie in fast jedem Jahr ist die eigene Programmvorausplanung selbstredend für die Katz gewesen, denn ich war die ersten Festivaltage gar nicht in der Stadt. Ups! So war es mir leider nicht vergönnt, den Eröffnungsfilm THE CONGRESS von Ari Folman zu schauen. Glücklicherweise startet der Animations-Realfilm-Mix nach Stanislav Lem am 12. September regulär in den Kinos. Auch HAUNTER von Vincento Natali hab ich verpasst. Aber auch in der zweiten Festivalhälfte gab es ja ein paar Perlen zu entdecken. Werfen wir im Kurzcheck einen Blick auf sechs Filmchen des diesjährigen Programms.