Da wären wir also, liebe Genrefreunde, ein gar wundervolles Jubiläum zu zelebrieren – 50 Jahre Die kleine Genrefibel! Was war das für eine tolle Zeit. Ich erinnere mich noch genau, als ich die Genrefibel im Frühjahr 1966 konzipiert habe, ganze elf Jahre vor meiner Geburt. Das nenne ich Engagement über die Zeugung hinaus. Apropos Zeugung. Ich habe lang überlegt, welches Genre oder Subgenre denn für ein solches Jubiläum geeignet wäre. Zur Auswahl standen Bee-Movies (also Filme über Bienen), die Geschichte des Daumenkinos und das Microgenre Film im Film im Film. War mir im Endeffekt aber alles nicht prall genug. So blieb nur noch ein Thema übrig, das über genügend Potenz verfügt, dieses Jubiläumsloch zu stopfen. Was gibt es da zu kichern? Die kleine Genrefibel wollte schon immer aufklären, nun endlich scheint die Zeit gekommen, sich mit einem entscheidenden Triebfeld der Kunst zu beschäftigen – Erotik und Sex im Film.
Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Ausgabe von Spiegel TV…nee, moment…der Kleinen Genrefibel. Rückblickend betrachtet war die letzte Folge SILENTIUM vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Das nahezu wortlose Konzept hätte ich mir aufsparen sollen. Warum hab ich nicht über Buster Keaton oder Charlie Chaplin geschrieben und dafür in der heutigen Folge lediglich Bilder sprechen lassen? Denn heute ist es soweit, liebe Genrefreunde, nach Tieren, Pflanzen, Drogen, Zeitreisen, Atombomben und Serienkillern beschäftigen wir uns mit der Wurzel allen Übels, sowohl im Film als auch im echten Leben, was immer das auch heißen mag: Frauen. Das wird sicher nicht einfach, die Gefahr ist groß, sich verbal zu vergaloppieren. Damit das nicht passiert, gilt heute Dienst nach Vorschrift. Setzen wir uns mit der gegebenen Thematik vorrangig akademisch auseinander und lassen Emotionen besser draußen. Denn Draußen ist es kalt und da passen die gut hin.