Endlich ist der Januar vorbei und nun sind es nicht einmal mehr vierzehn Tage bis zur GENRENALE5 vom 13. – 16. Februar 2017. Richtig, die GENRENALE feiert bereits ihren fünften Geburtstag, seit 2013 steht das Festival für den deutschen Genrefilm und vor allem für die Filmemacher, die abseits der traurig langweiligen deutschen Filmlandschaft für ihre Visionen und vor allem für mehr Genrevielfalt kämpfen. Es ist ein Kampf, nach wie vor, aber besonders in diesem Jahr zeigen sich die ersten Früchte dieses Kampfes, denn nie zuvor war die GENRENALE üppiger und fantastischer.
Da wären wir also, liebe Genrefreunde, ein gar wundervolles Jubiläum zu zelebrieren – 50 Jahre Die kleine Genrefibel! Was war das für eine tolle Zeit. Ich erinnere mich noch genau, als ich die Genrefibel im Frühjahr 1966 konzipiert habe, ganze elf Jahre vor meiner Geburt. Das nenne ich Engagement über die Zeugung hinaus. Apropos Zeugung. Ich habe lang überlegt, welches Genre oder Subgenre denn für ein solches Jubiläum geeignet wäre. Zur Auswahl standen Bee-Movies (also Filme über Bienen), die Geschichte des Daumenkinos und das Microgenre Film im Film im Film. War mir im Endeffekt aber alles nicht prall genug. So blieb nur noch ein Thema übrig, das über genügend Potenz verfügt, dieses Jubiläumsloch zu stopfen. Was gibt es da zu kichern? Die kleine Genrefibel wollte schon immer aufklären, nun endlich scheint die Zeit gekommen, sich mit einem entscheidenden Triebfeld der Kunst zu beschäftigen – Erotik und Sex im Film.
Die kleine Genrefibel meldet sich pünktlich vor den Sommerferien zurück. Wo war sie denn so lang? Hat sie etwa geschwänzt? Mitnichten, eine elterliche Entschuldigung wegen Husten und Schnupfen liegt vor. Aber auch Gewissensbisse und Zweifel nährten den Autor. Während das ganze Land über den Stand des deutschen Genrefilms diskutiert, fühlt sich eine Genrefibel über High School Komödien wie Verrat an. Doch ist das nicht die ganze Wahrheit. Denn wenn es ein Subgenre in Deutschland gibt, was sich kulturell wie wirtschaftlich behaupten kann, dann ist es der Schulfilm. Ein Raunen geht durch die Bankreihen, er hat Genre, Deutschland und Wirtschaftlichkeit in einem Satz gesagt! Ja, hat er, und nun bitte Ruhe, sonst Hefte raus, Klassenarbeit!