Posts Tagged: Jahresrückblick

Der Traumfalter Jahresrückblick 2025

Wie eine winzige Boye im unendlichen Strudel des Weltweitnetzes treibt die Traumfalter Filmwerkstatt durch die Mondzyklen und empfängt allerlei Funksignale, sammelt fleißig Daten, Fakten und Gefühle aus Filmen und Serien und bastelt daraus tagein tagaus den großen Jahresrückblick, der in den scheidenden Dezembertagen endlich gesendet wird. Zwischen den Retrospektiven kann es schon mal vorkommen, dass die Traumfalter Filmwerkstatt von Piraten gekapert wird und hier Matratzen oder Spannbettlaken feilgeboten werden. Dann muss wieder jemand den Code reparieren. Der Blog sei alt und der Quelltext mittlerweile total verwohnt, sagen die. Aber das interessiert mich nicht, i’ll be special and i’ll be rare, i’ll be something beyond compare, i’ll be noticed because i’ll wear a smile and a ribbon in my hair. Was haben wir nicht schon alles erlebt hier? Streamingangst, Hatespeech, Genrebeben, Pandemiewahnsinn, Premiumleihfilm, Streiks, Fusionen, Künstliche Intelligenzien. Und nun? Jetzt kommts alles noch schlimmer.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2024

Gottlob! nun geht das Jahr zu Ende, das Neue rücket schon heran. Gedenke, meine Seele, dran, wieviel dir Film- und Serienfreuden im alten Jahre Guts getan! Mit diesen für das Jahr 1725 recht modernen Zeilen aus Johann Sebastian Bachs kultiger Kirchen-Kantate begrüße ich alle hier zum Traumfalter Jahresrückblick 2024. Tradition? Ja. Selbstverständlichkeit? Nein. Obwohl ich Jahr für Jahr das Film- und Seriengeschehen verfolge, notiere und abhefte, hadere ich oft mit dem Veröffentlichen der Ergebnisse und Analysen, sei’s aus Trübseligkeit, aus mangelnder Sinnhaftigkeit oder purer Gemeinheit. Aber ich habe mich nochmal zu einem großen Revue-Artikel breitschlagen lassen, der Druck der Produzenten und Verleiher war einfach zu groß, die vielen Präsentkörbe, die Rubbellose und Rabattmarken haben mich am Ende doch erweichen lassen. Bach und Mozart machen ja auch noch Musik, von daher…

Der Traumfalter Jahresrückblick 2023

2023 war ein ganz besonderer Jahrgang seit stenographischer Aufzeichnung, also dem Festhalten von etwas durch Schrift, Bild und Ton. Denn in diesen Tagen feiert der Traumfalter Jahresrückblick zehnjähriges Betriebsjubiläum. Ein schöner Grund, kurz mal hinter die Kulissen zu blicken. Am 29.12.2013 erschien hier die erste große Jahresretrospektive, damals gab es noch Videopremieren, im Kino wurde GRAVITY 3D zum Hit, die GENRENALE startete und auf der Playstation 3 erschien THE LAST OF US. Zehn Jahre später lautet die Bilanz: 3D ist tot, Streaming Exclusives auf allen Kanälen, die GENRENALE gibt’s nicht mehr, dafür aber THE LAST OF US als Serie. Kosmische Fügung? Prädestination? Karma, Kismet, Fatum? Wie auch immer, der Traumfalter Jahresrückblick komprimiert eben nicht nur zwölf Monate Kino und TV, sondern gewährt inzwischen auch Einblicke in die Varianz der Film- und Seriendekaden.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2022

Schurrmurr … Nein so kann man keinen Text beginnen. Ich bitte um Verzeihung, aber ich bin ein wenig aus der Übung. Der letzte Jahresrückblick liegt nun schon fast 365 Tage zurück, seitdem habe ich keinen mehr geschrieben. Und auch sonst keine Filmtexte. Obwohl ich täglich Cefavit D3 K2 Magnesium einnehme, leide ich an einer kausalen Reiz-Reaktion-Indisposition. Das heißt, je schlechter die Welt, desto größer der Wunsch, in die Fantasie zu fliehen. Begünstigt wird diese Sehnsucht durch ein Phänomen namens Fiktionskompensationsyndrom. Bedeutet: Je schlechter die Welt, desto besser die Fiktion. Das wiederum ist perspektivisch verzerrt, denn nicht Filme oder Serien werden besser, sondern der emotionale Zugang dazu wird erleichtert. Noch nie standen die Fluchttüren so weit offen, nie war die Leuchtreklame glitzernder. Klimakrise, Krieg, Tod, Krankheit, Hunger, Hass, Radikalisierung, Rassismus, Sexismus, dafür hab ich grad leider keine Zeit, denn die neue Folge von HOUSE OF THE DRAGON kommt heute raus.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2021

So People, da wären wir wieder. Alles gut bei Euch, Weihnachten gut überstanden? Ich noch nicht, mir steht das alles noch bevor. Ja aber wie kann das denn sein, fragt ihr euch? Ich kann es euch sagen, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, das alles gibt es gar nicht, also gibt’s schon irgendwie, aber eben auch nicht. Und so weiter. Eine endlose Diskussion. Die einen nennen es Vergegenwärtikunft, andere bezeichnen dieses Phänomen Quantenparadoxer Normschlund. Die Wahrheit liegt natürlich irgendwo in der Mitte oder wie Aristoteles einst sagen wird: „Ein Teil der Zeit war und ist nicht, während der andere sein wird und noch nicht ist.“. Und der muss es ja wissen, der hat ja schließlich auch den Kühlschrankmagneten erfunden. Was ich eigentlich damit sagen will ist, ich schreibe hier (Gegenwart) den Traumfalter Jahresrückblick 2021 (Vergangenheit) für Euch, liebe Leser, als Lektüre für die Rauhnächte zwischen den Jahren (Zukunft). Alles gleichzeitig. Das soll euch jetzt aber nicht weiter verwirren, wenn noch Fragen sind, einfach Melden.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2020

Ende Mai 2021 auf der Mülldeponie Sargleben in Mecklenburg-Vorpommern, zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb zur Ablage von Gewerbe- und Baustellenabfällen mit Sickerwasserreinigungsanlage, da liegt ein kleiner Haufen gelber Staub, daneben ein grüner Rechnungsdurchschlag – Kultur 2020, Entsorgungskosten 24 Euro und 19 Cent. Was ist denn hier los? denke ich und wühle in dem Häuflein, der sich ein bisschen so anfühlt wie Kartoffelpüreepulver von Pfanni, bis ich auf etwas hartes stoße, einen mp3-Player der Firma SanDisk, darauf höre ich ein Lied schauriger Kunde: „Ein Alptraum wurde wahr. Das schlimmste Jahr aller Zeiten. Wir geben keinen Cent. Fick 2020.“ Und dann noch irgendetwas mit einem toten Kamel. Die Worte des Propheten Hans Peter Baxxter machen mir Angst. Was ist 2020 nur passiert, dass von all der Kultur im Jahr 2021 nur noch ein Häufchen Kartoffelpüreepulver übrig ist?

Der Traumfalter Jahresrückblick 2019

Yalla, liebe Ehrenmenschen & Swaggernauten, Willkommen zurück aus den Weihnachtsferien. Na, alles schlurky? Ich hoffe mal, Ihr hattet ein paar endlaser Feiertage und wurdet nicht zu sehr geRickRolled oder gar geWhamt, beim Cornern oder Fensterln draußen im Outer Rim, habt keinen Screenitus bekommen beim bingewatchen oder seid anderweitig verdummfallt, das wär voll wack. Nach dieser hoffentlich erfolgreichen Zielgruppenvergrößerung nun weiter im Fließtext. Wie Ihr sicherlich gemerkt habt, neigt sich das Jahr 2019 mit geradezu pornöser Schiefwinkligkeit seinem Ende entgegen. Ich hatte sowas bereits im Januar vorausgeahnt. Das alte Jahrzehnt scheidet, eine neue Dekade beginnt, was also kann es Schöneres geben, als nochmal zünftig vom Leder zu ziehen und all die High- und Lowlights des Film- und Serienjahres 2019 Revue passieren zu lassen?

Der Traumfalter Jahresrückblick 2018

Und wieder ist ein Jahr zu Ende, mittlerweile zum zweitausendundachtzehnten Mal in Folge seit Aufzeichnung beziehungsweise der Geburt Jesus Christus. Ich kann mich noch gut an ihn erinnern, Jesus und ich saßen damals schon in der galiläischen Mittagssonne auf Steinquadern, lauschten dem sanften Blöken der Heidschnucken und rekapitulierten die besten Filme und Serien des Jahres. Damals war das Programm noch überschaubarer. Die Leute allerdings waren der heutigen Generation nicht unähnlich, sie waren wie aufgescheuchte Hühner und Hähner und zerrissen sich ihre Mäuler über das internationale Makakentum, dass einem die Ohren nur so wegflogen. Schon damals mochte ich Heidschnucken lieber.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2017

Es ist nun kurz vor Silvester und trotzdem arbeiten wir weiter und weiter. „Wir“, das sind bzw. ist in diesem Fall nur ich. Das königliche Wir. Aber so ein „wir“ im Text ist ein klasse Schutzschild und man kann hinterher immer alles abstreiten und sagen, der „andere“ hätte das geschrieben. Aber wenn ich schreibe „wir“ arbeiten weiter und weiter, dann könnte das auch heißen, das Jahr und ich. Beide sind wir wahre Arbeitstierchen. Das Jahr ist sogar noch produktiver, es rackert sich ab bis zum 31.12. und anstatt dann mal ein Jahr Urlaub zu machen, fängt es am 01.01. gleich wieder an mit malochen. Ich mag das Jahr, seiner Produktivität und auch seiner Ignoranz wegen, es macht einfach immer weiter. So wie ich auch. Auch wenn´s stinkt. Weil ich das Jahr so mag, widme ich ihm am Ende seiner selbst einen Rückblick und rekapituliere die vergangenen zwölf Monate. Natürlich alles aus filmischer Sicht, aber nicht ausschließlich, denn Film, Gesellschaft und Politik, manchmal ist das alles nah beieinander.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2016

Nach meiner erfolgreichen Doktorarbeit über den binomialen Einfluss chaotischer Axiomensysteme am Beispiel STAR TREK, also warum nur die geraden Teile gut sind wie DER ZORN DES KHAN, ZURÜCK IN DIE GEGENWART oder DAS UNENTDECKTE LAND, also gleich als ich mit diesen Berechnungen fertig war (die Lösung war übrigens 1 1/2), blätterte ich in meinem Karteikartenschrank und wollte meine Theorie auf Filmjahrgänge ausweiten. Denn 2015 war ein fantastischer Jahrgang. STAR WARS kam zurück, MAD MAX FURY ROAD ließ die gesamte Actionkonkurrenz Staub fressen, EX-MACHINA, INSIDE OUT, BIRDMAN, SICARIO, das Filmjahr 2015 war das beste Filmjahr 2015 seit Langem. Sind ungerade Filmjahrgänge denn nun besser als gerade? Blicke ich jetzt zurück auf das Filmjahr 2016, welches genau in diesem Moment die Segel streicht, und zwar in der Farbe Möhrengelb, dann scheint sich diese Theorie zu bewahrheiten. Aber in Wirklichkeit ist alles noch viel, viel schlümmer.