Wie eine winzige Boye im unendlichen Strudel des Weltweitnetzes treibt die Traumfalter Filmwerkstatt durch die Mondzyklen und empfängt allerlei Funksignale, sammelt fleißig Daten, Fakten und Gefühle aus Filmen und Serien und bastelt daraus tagein tagaus den großen Jahresrückblick, der in den scheidenden Dezembertagen endlich gesendet wird. Zwischen den Retrospektiven kann es schon mal vorkommen, dass die Traumfalter Filmwerkstatt von Piraten gekapert wird und hier Matratzen oder Spannbettlaken feilgeboten werden. Dann muss wieder jemand den Code reparieren. Der Blog sei alt und der Quelltext mittlerweile total verwohnt, sagen die. Aber das interessiert mich nicht, i’ll be special and i’ll be rare, i’ll be something beyond compare, i’ll be noticed because i’ll wear a smile and a ribbon in my hair. Was haben wir nicht schon alles erlebt hier? Streamingangst, Hatespeech, Genrebeben, Pandemiewahnsinn, Premiumleihfilm, Streiks, Fusionen, Künstliche Intelligenzien. Und nun? Jetzt kommts alles noch schlimmer.
Gottlob! nun geht das Jahr zu Ende, das Neue rücket schon heran. Gedenke, meine Seele, dran, wieviel dir Film- und Serienfreuden im alten Jahre Guts getan! Mit diesen für das Jahr 1725 recht modernen Zeilen aus Johann Sebastian Bachs kultiger Kirchen-Kantate begrüße ich alle hier zum Traumfalter Jahresrückblick 2024. Tradition? Ja. Selbstverständlichkeit? Nein. Obwohl ich Jahr für Jahr das Film- und Seriengeschehen verfolge, notiere und abhefte, hadere ich oft mit dem Veröffentlichen der Ergebnisse und Analysen, sei’s aus Trübseligkeit, aus mangelnder Sinnhaftigkeit oder purer Gemeinheit. Aber ich habe mich nochmal zu einem großen Revue-Artikel breitschlagen lassen, der Druck der Produzenten und Verleiher war einfach zu groß, die vielen Präsentkörbe, die Rubbellose und Rabattmarken haben mich am Ende doch erweichen lassen. Bach und Mozart machen ja auch noch Musik, von daher…
Es ist nun kurz vor Silvester und trotzdem arbeiten wir weiter und weiter. „Wir“, das sind bzw. ist in diesem Fall nur ich. Das königliche Wir. Aber so ein „wir“ im Text ist ein klasse Schutzschild und man kann hinterher immer alles abstreiten und sagen, der „andere“ hätte das geschrieben. Aber wenn ich schreibe „wir“ arbeiten weiter und weiter, dann könnte das auch heißen, das Jahr und ich. Beide sind wir wahre Arbeitstierchen. Das Jahr ist sogar noch produktiver, es rackert sich ab bis zum 31.12. und anstatt dann mal ein Jahr Urlaub zu machen, fängt es am 01.01. gleich wieder an mit malochen. Ich mag das Jahr, seiner Produktivität und auch seiner Ignoranz wegen, es macht einfach immer weiter. So wie ich auch. Auch wenn´s stinkt. Weil ich das Jahr so mag, widme ich ihm am Ende seiner selbst einen Rückblick und rekapituliere die vergangenen zwölf Monate. Natürlich alles aus filmischer Sicht, aber nicht ausschließlich, denn Film, Gesellschaft und Politik, manchmal ist das alles nah beieinander.
Guten Morgen im Neuen Jahr, liebe Leser, ich habe ein wenig verschlafen, aber draußen liegt Schnee und damit ist Gleitzeit, also alles schick. Moment, ich trink mal eben noch einen Schluck. So. Wo waren wir? Ach ja, neues Jahr, neues Glück. Willkommen zum großen Jahresrückblick 2017. Im Kino lief bislang PASSENGERS mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence, eine Science-Fiction Schmonzette mit dem Klebrigkeitsgehalt von Nuspli, dass einem bisschen übel wird, aber multiples Kreischen einer einzelnen Frau hat mich überzeugt, das wird wohl doch ein Hit. Dann gab’s nach drei Jahren endlich mal wieder eine neue Folge SHERLOCK, einen Golden Globe Rekord für das Musical LA LA LAND und Nastassja Kinski hat ihre Teilnahme am Dschungelcamp abgesagt.
Nach meiner erfolgreichen Doktorarbeit über den binomialen Einfluss chaotischer Axiomensysteme am Beispiel STAR TREK, also warum nur die geraden Teile gut sind wie DER ZORN DES KHAN, ZURÜCK IN DIE GEGENWART oder DAS UNENTDECKTE LAND, also gleich als ich mit diesen Berechnungen fertig war (die Lösung war übrigens 1 1/2), blätterte ich in meinem Karteikartenschrank und wollte meine Theorie auf Filmjahrgänge ausweiten. Denn 2015 war ein fantastischer Jahrgang. STAR WARS kam zurück, MAD MAX FURY ROAD ließ die gesamte Actionkonkurrenz Staub fressen, EX-MACHINA, INSIDE OUT, BIRDMAN, SICARIO, das Filmjahr 2015 war das beste Filmjahr 2015 seit Langem. Sind ungerade Filmjahrgänge denn nun besser als gerade? Blicke ich jetzt zurück auf das Filmjahr 2016, welches genau in diesem Moment die Segel streicht, und zwar in der Farbe Möhrengelb, dann scheint sich diese Theorie zu bewahrheiten. Aber in Wirklichkeit ist alles noch viel, viel schlümmer.
So, ihr Früchtchen! Nachdem sich vor ein paar Tagen einer meiner Texte selbstständig gemacht hat und nun auf seine Steuernummer wartet, machen wir einfach weiter, als sei nix passiert. 2015 liegt hinter uns, ich spare mir mal gesellschaftliche Häme und mahnende Zeigefinger, ihr seid alt genug. Wir wollen wieder einen Blick in die Zukunft werfen, auf Filme und Serien 2016, wollen der Leidenschaft frönen, dass es nur so splattatert. Jahresrückblicke sind ja so eine Sache, sie sind bauernschlau, rechthaberisch und sentimental. Bei einer Vorschau ist das anders, man bemüht das Konjunktiv und streitet Verantwortungen ab. Für mich ist es zudem interessant, Vorschau und Rückblick nebeneinanderzulegen und Diskrepanzen zu analysieren.
Zuallererst ein gesegnetes, gesalbtes, gesottenes und geselchtes Neues Jahr an alle Leser hier, ich hoffe, Ihr seid gut über den Gebirgsgrat des Jahreswechsels geflutscht und alles is Knorke, wie man so schön sagt. 2013 ist passé, also weg damit. Ein neues Filmjahr steht an und wie immer schaut man gespannt auf die kommenden Highlight, nur um am Jahresende dann festzustellen, dass mutmaßliche Blockbuster oder Fanträume eher enttäuschen, wie auch Filme begeistern können, die man anfänglich nicht mit der Feuerzange anzufassen gedenkt. Ich habe einmal zehn potentielle Highlight herausgepickt, die allesamt interessant bis unverzichtbar scheinen. Einiges startet bereits in den kommenden Monaten, ein paar Titel allerdings erscheinen erst gegen Jahresende. Wie auch immer, Vorfreude ist die schönste Freude, also werfen wir einen Blick auf Filmhighlight des Jahres 2014.
Das Jahr neigt sich mit übermütiger Schiefwinkligkeit dem Ende entgegen. Soll es doch, ich werde es nicht aufhalten. Lass es ziehen wie Kamillenblütenblättertee. Das Jahr 2013 war, wie der Name schon sagt, ein ungerades Jahr. Was immer das auch heißen mag. Es macht jedenfalls großen Spaß, so ein Filmjahr am End nochmal resümieren zu können, die ganzen vorgeworfenen Audiovisualbrocken mal ordnen in seinem inneren Setzkasten der Filmleidenschaft. Die Sache ist die: Am Anfang eines neuen Jahres verschaffe ich mir meist einen Überblick über die Filme, die in den kommenden zwölf Monaten erscheinen werden. Da schwingt immer eine gewisse Erwartungshaltung mit, sei es man ist von einem Storyfetzen angefixt, von einer interessanten Adaption oder freut sich schlicht auf den neuen Film von oder den neuen Film mit, tja, sonstwem.