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Die kleine Genrefibel Teil 74: Hardest Sci-Fi

Willkommen zurück an Bord der kleinen Genrefibel, werte Astrophysiker und Nanologen, und wieder befassen wir uns mit einer der großen Säulen der Phantastik, der Science-Fiction. Im Periodensystem der Genreelemente allerdings gibt sich die Science-Fiction weniger variabel als beispielsweise der Horrorfilm, der sich in dutzende Subgenres unterteilt. Science-Fiction und Fantasy im Film verästeln sich nicht so kapillarartig, ihre Prägungen erfuhren sie vielmehr aus der Literatur. Innerhalb des Science-Fiction Films gibt es vermehrt Fehldeutungen und irrige Annahmen. STAR WARS ist Fantasy, STAR TREK dagegen Science-Fiction? Keins von beiden ist faktisch richtig. Was also ist Science-Fiction und wie kann man diese Säule der Phantastik genauer unterteilen?

STARFLIGHT ONE

Nun haben wir uns eine ganze Weile mit dem aktuellen Genrefilm beschäftigt, von der GENRENALE über Found Footage bis zur wirtschaftlichen und kulturellen Lage der europäischen Genreunion, da wird es langsam mal wieder Zeit für einen Blick zurück. Retrospektive nennen es die Kunstschaffenden, andere meinen damit eine Sehnsucht nach einer Zeit, in der angeblich alles besser war. Für manche existiert im Blick zurück nur der TERMINATOR und das ALIEN, ich für meinen Teil grabe in der Rubrik Retro Review auch gerne Filmperlen meiner Kindheit aus, nur liegen die meist noch eine Sedimentschicht tiefer im VHS-Grab verbuddelt. Manche hat man beinahe vergessen, wie auch den Filmklassiker aus dem Jahr 1983 STARFLIGHT ONE – IRRFLUG INS WELTALL.

INTERSTELLAR

Große, staunende Kulleraugen, ein Kribbeln in der Magengegend, Gedanken, die um einen Atomkern emotionaler Filmleidenschaft kreisen, so etwas ist eigentlich ein Relikt der Vergangenheit, der Kindheit. Ob und wie sich andere dieses Gefühl bewahrt haben oder nicht, ich weiß es nicht. Bei mir ist es wohl der Beruf und das Überangebot an audiovisueller Kunst, welche jenes Gefühl gedämpft haben. Ob nun dieser oder jener Film früher, später oder gar nicht ins Kino kommt, ich nehme es hin ohne Betroffenheit oder Groll. Lange hab ich nicht mehr so etwas wie kribbelige Vorfreude empfunden für einen Film, für eine Geschichte, eine Reise, die mich aus der Realität entführt. Aber wie aus dem Nichts war dieses Gefühl wieder da, knapp eine Woche vor dem Kinostart von INTERSTELLAR. Nun sitze ich hier und könnte über Blaubeermuffins schreiben, wohl aber keine rationale Rezension über den neuen Film von Christopher Nolan (THE DARK KNIGHT TRILOGY, INCEPTION). Muss ich aber auch nicht, Fakten gibt’s auf Wikipedia, Zahlenspielereien auf imdb, selbstgerechte Verrisse allerorten. Bei mir gibt es Blaubeermuffins.