Posts Tagged: Mindfuck

SCHNEEFLÖCKCHEN

Jungs, wir müssen mal wieder…oh fuck, Verzeihung, ich meinte natürlich Jungs und Mädels, wir müssen mal wieder über deutsches Genrekino reden. 27 Jahre nach Helmut Kohls Vision von blühenden Genrelandschaften wird dieser Traum mehr und mehr Wirklichkeit. 2017 ist bislang ein fantastischer Jahrgang für den deutschen Genrefilm, nach der fünften GENRENALE, dem Kinostart von IMMIGRATION GAME und BERLIN FALLING nun auch noch zwei deutsche Genreproduktionen auf dem 31. FANTASY FILMFEST. Da kann man fast schon wieder die alten Weltherrschaftspläne herauskramen. Wer das alles nicht glauben will, kann sich ja auf dem FANTASY FILMFEST eines Besseren belehren lassen, denn mit SCHNEEFLÖCKCHEN von Regisseur Adolfo Kolmerer und Drehbuchautor Arend Remmers läuft dort einer der abgedrehtesten Mindfuckfilme der letzten Dekaden.

Die kleine Genrefibel Teil 29: Mindfuck

Willkommen zurück im Genrestreichelzoo. Unsere letzten beiden Fibeln über Männlein und Weiblein waren inhaltlich eher retrospektiv geprägt. Subgenres in einem historischen wie gesellschaftspolitischen Kontext zu betrachten, das funktioniert allerdings nicht immer und wird irgendwann auch mal langweilig. Manche Sparten im Mikrokosmos Film sind einfach zu jung, andere wiederum definieren sich stärker aus dramaturgischen Aspekten und Fragen der Interpretation. Die Themen (Echt)zeit oder Figurenensembles sind solche Beispiele und auch in dieser Folge der kleinen Genrefibel beschäftigen wir uns vorrangig mit dramaturgischen Betrachtungsweisen.

INTERSTELLAR

Große, staunende Kulleraugen, ein Kribbeln in der Magengegend, Gedanken, die um einen Atomkern emotionaler Filmleidenschaft kreisen, so etwas ist eigentlich ein Relikt der Vergangenheit, der Kindheit. Ob und wie sich andere dieses Gefühl bewahrt haben oder nicht, ich weiß es nicht. Bei mir ist es wohl der Beruf und das Überangebot an audiovisueller Kunst, welche jenes Gefühl gedämpft haben. Ob nun dieser oder jener Film früher, später oder gar nicht ins Kino kommt, ich nehme es hin ohne Betroffenheit oder Groll. Lange hab ich nicht mehr so etwas wie kribbelige Vorfreude empfunden für einen Film, für eine Geschichte, eine Reise, die mich aus der Realität entführt. Aber wie aus dem Nichts war dieses Gefühl wieder da, knapp eine Woche vor dem Kinostart von INTERSTELLAR. Nun sitze ich hier und könnte über Blaubeermuffins schreiben, wohl aber keine rationale Rezension über den neuen Film von Christopher Nolan (THE DARK KNIGHT TRILOGY, INCEPTION). Muss ich aber auch nicht, Fakten gibt’s auf Wikipedia, Zahlenspielereien auf imdb, selbstgerechte Verrisse allerorten. Bei mir gibt es Blaubeermuffins.