Posts Tagged: Surrealismus

It is about the bunny!

Is it future or is it past? Am 01. Dezember 2010 kehrte TWIN PEAKS endlich wieder zurück auf den Fernsehbildschirm, fast 20 Jahre nach Erstausstrahlung. Es sollte ein lang erwartetes Wiedersehen mit den geliebten Figuren jener idyllischen Kleinstadt im Nordosten Washingtons werden: Bobby Briggs hat bereits ein paar graue Haare, die Log Lady trägt weiterhin ihren prophetischen Holzscheit, Audrey Horne ist inzwischen Bibliothekarin und die tote Laura Palmer ist mit dem ebenfalls verstorbenen Orchideenzüchter Harold Smith verheiratet. Auch Leland Palmer ist zurück und trägt wieder eine schneeweiße Haarpracht. Und erneut gibt es einen Mordfall, das Opfer heißt Paula Merral, auch sie wurde eingewickelt in Plastikfolie gefunden. Nur ist sie nun die Tochter von Bobby Briggs, der vor Trauer am Seeufer zusammenbricht, als er von ihrem Tod erfährt: „Paula, oh Paula!“

PANOPTIKUM

Erstmals fand auf der GENRENALE 3 eine öffentliche Pitchingveranstaltung statt. Neun Autoren stellten in vier Minuten ihre Genreprojekte vor, vom schwäbischen Supercop über ein vollautomatisches Altersheim der Zukunft, die Begegnung eines kleinen Jungen mit dem Tod, mysteriöse Gedankenübertragung, High-Tech-Träumereien und Found Footage, insgesamt ein breiter und interessanter Genre-Stoffpool, und auch ich hatte die Möglichkeit, mein Projekt PANOPTIKUM vorzustellen, eine etwas andere Horror-Anthologie. Abschließend zum GENRENALE-Special möchte ich das Konzept auch hier nochmal schriftlich pitchen.

Die kleine Genrefibel Teil 29: Mindfuck

Willkommen zurück im Genrestreichelzoo. Unsere letzten beiden Fibeln über Männlein und Weiblein waren inhaltlich eher retrospektiv geprägt. Subgenres in einem historischen wie gesellschaftspolitischen Kontext zu betrachten, das funktioniert allerdings nicht immer und wird irgendwann auch mal langweilig. Manche Sparten im Mikrokosmos Film sind einfach zu jung, andere wiederum definieren sich stärker aus dramaturgischen Aspekten und Fragen der Interpretation. Die Themen (Echt)zeit oder Figurenensembles sind solche Beispiele und auch in dieser Folge der kleinen Genrefibel beschäftigen wir uns vorrangig mit dramaturgischen Betrachtungsweisen.

Ein Weg heraus aus zweierlei Welten

Wir Dramaturgen, Verschwörungstheoretiker und Hobby-Quantenforscher kennen das – manchmal geschehen Dinge, die sind einfach viel zu auffällig. All die vielen kleinen Zufälle, Ungereimtheiten, wenn Geschichte und Geschichten sich wiederholen und Katzen immer wieder das Treppenhaus flankieren, dann entstehen Zweifel und Skepsen. Und sobald man sich tiefer mit der Problemmatrix beschäftigt, macht es PENG oder BOING und plötzlich heißt es: „STAR WARS EPISODE VII wird nun doch kommen!“ Schon weicht die Skepsis einem mechanischen Vorwärtstrieb, der all die Erkenntnisse mit einer Schokoladenglasur überträufelt und einen wieder gefügig macht. Ich weiß nicht genau, welcher Sache oder welchem weltumspannenden Geheimnis ich zu nahe gekommen bin, aber es muss ein immens Großes gewesen sein, dass DIE nun noch gewaltigere Geschütze auffahren müssen, um mich, ja mich allein, ruhig zu stellen. Denn plötzlich taucht irgendwo ein Lynch auf und verkündet, eine dritte Staffel TWIN PEAKS wird kommen. Ja klar, eine dritte Staffel TWIN PEAKS! Wo soll ich unterschreiben?

UNDER THE SKIN

Es ist Halbzeit im laufenden Kinojahr 2014, Zeit, um ein Zwischenfazit zu ziehen. Es ist ein fantastisches Filmjahr bislang, GRAND BUDAPEST HOTEL, GODZILLA, ONLY LOVERS LEFT ALIVE und HER haben bei mir bislang alle hohen Erwartungen übertroffen. In diese Reihe erstklassiger Produktionen reiht sich nun ein weiteres Juwel ein, der sogar Film des Jahres werden dürfte. Klingt alles gut, doch nun das Kleingedruckte: An vielen wird diese Perle der Kunst wohl unbemerkt vorbeigehen, und wenn man doch etwas von Jonathan Glazers Meisterwerk UNDER THE SKIN gehört hat, dann vornehmlich durch den Aufschrei kinoaffiner Genrefans, dass einer der fantastischsten Produktionen der letzten Jahre bei uns erst gar nicht offiziell in die Kinos kommt. Skandal! Was ist da los?

Die kleine Genrefibel Teil 14: Surrealism

Am Ende der verschrobenen Reise erreichen Bill und Joan in einem weinroten Wohnmobilpanzer die Grenze nach Anexia. Beamte mit Chapkas und Maschinengewehren halten das Fahrzeug an und bitten Bill, sich auszuweisen, fragen ihn, wohin er will und welchen Beruf er bekleide. „Ich bin Schriftsteller.“ antwortet Bill, doch die Grenzbeamten sind skeptisch, das könne ein Jeder behaupten, er solle seine Aussage beweisen. Daraufhin dreht sich Bill zu seiner schlafenden Frau Joan um und bittet sie, mit ihm die Wilhelm-Tell-Nummer durchzuführen. Joan stellt sich ein Glas auf den Kopf, Bill zieht eine Pistole und schießt Joan in den Kopf. Sie ist tot. Die Beamten nicken zufrieden und reichen Bill seine Papiere: