Posts Tagged: Surrealistischer Film

Die kleine Genrefibel Teil 92: arthouse cnma

Da kam mal einer an und sagte Film ist Kunst! Ein provokanter Satz fürwahr, denn sogleich meldete sich ein Kulturpessimist und entgegnete Film ist Kommerz. Ein Dritter stieg in die Diskussion ein und bekundete Film ist Narration, der Widerspruch ließ nicht lang auf sich warten, Nein tönte es von Draußen rein, Film ist Lichtmalerei. Bis heute wird die Diskussion um das Medium Film zu großen Teilen zwischen diesen vier Eckfahnen geführt. Haben wir hier in der Kleinen Genrefibel nicht auch des Öfteren mit allerlei Schlagwörtern hantiert, die immer irgendwie gegensätzlich erschienen? Kunst und Kommerz, Fiktion und Realismus, Mainstream und Arthouse? Heute wollen wir uns das mal genauer anschauen, doch es soll keine Kulturdebatte werden, denn wir sezieren die semipermeable Diskrepanz zwischen diesen Begriffen, um verborgene Formen der Filmgestaltung ausfindig zu machen.

Die kleine Genrefibel Teil 64: Alptraumfabrik

Horror ist ein überaus komplexer Begriff und er beschreibt vor allem eine Wirkungsweise. Horrorfilme wirken psychologisch und emotional. Blut und Gekröse fördern ein Gefühl des Ekels, die Flucht vor einem Monster lässt den Puls hochschnellen und wenn ein fieser Schlitzstrolch um die Ecke lugt, entlädt sich der schauderhafte Anblick nicht selten in einem erlösenden Schrei. Man sagt, Horrorfilme speisen sich aus den Urängsten der Menschen, zumindest die guten Horrorfilme. Und wie oft hören kleine Kinder von ihren Eltern: „Kuck nicht so viele Horrorfilme, sonst kannst du Nachts nicht schlafen!“. Horrorfilme sind der Stoff, aus dem die Alpträume sind. Aber was war eher da, Horrorfilm oder Alptraum? Ist der Alptraum nur ein Resultat aus der Verarbeitung von schrecklichen Dingen oder liegt im Alptraum der Quell des Schauderlichen verborgen, aus dem sich die Phantastik nährt?

It is about the bunny!

Is it future or is it past? Am 01. Dezember 2010 kehrte TWIN PEAKS endlich wieder zurück auf den Fernsehbildschirm, fast 20 Jahre nach Erstausstrahlung. Es sollte ein lang erwartetes Wiedersehen mit den geliebten Figuren jener idyllischen Kleinstadt im Nordosten Washingtons werden: Bobby Briggs hat bereits ein paar graue Haare, die Log Lady trägt weiterhin ihren prophetischen Holzscheit, Audrey Horne ist inzwischen Bibliothekarin und die tote Laura Palmer ist mit dem ebenfalls verstorbenen Orchideenzüchter Harold Smith verheiratet. Auch Leland Palmer ist zurück und trägt wieder eine schneeweiße Haarpracht. Und erneut gibt es einen Mordfall, das Opfer heißt Paula Merral, auch sie wurde eingewickelt in Plastikfolie gefunden. Nur ist sie nun die Tochter von Bobby Briggs, der vor Trauer am Seeufer zusammenbricht, als er von ihrem Tod erfährt: „Paula, oh Paula!“

Die kleine Genrefibel Teil 26: Silentium

Die kleine Genrefibel Teil 14: Surrealism

Am Ende der verschrobenen Reise erreichen Bill und Joan in einem weinroten Wohnmobilpanzer die Grenze nach Anexia. Beamte mit Chapkas und Maschinengewehren halten das Fahrzeug an und bitten Bill, sich auszuweisen, fragen ihn, wohin er will und welchen Beruf er bekleide. „Ich bin Schriftsteller.“ antwortet Bill, doch die Grenzbeamten sind skeptisch, das könne ein Jeder behaupten, er solle seine Aussage beweisen. Daraufhin dreht sich Bill zu seiner schlafenden Frau Joan um und bittet sie, mit ihm die Wilhelm-Tell-Nummer durchzuführen. Joan stellt sich ein Glas auf den Kopf, Bill zieht eine Pistole und schießt Joan in den Kopf. Sie ist tot. Die Beamten nicken zufrieden und reichen Bill seine Papiere: