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Fantasy Filmfest Nights 2016

Die Fantasy Filmfest Nights 2016 nähern sich mit großen Schritten und wir wollen mal wieder einen kleinen Blick auf das Programm werfen. Ich verstehe die Nights immer als eine Art Carte Blanche quer durch den Genregemüsegarten, andere wiederum bezeichnen das Festival aus dem Hause Rosebud als Marketingvehikel für kommende Heimauswertungen. Wie auch immer. Fakt ist, es gibt gute und schlechte Jahrgänge, auf das fulminante Jahr 2013 (STOKER, THE SEASONING HOUSE, JOHN DIES AT THE END) folgte ein schwächerer Jahrgang 2014 (THE GREEN INFERNO, WOLF CREEK 2), letztes Jahr ging es durch GERMAN ANGST, A GIRL WALK HOME ALONE AT NIGHT und CUB wieder aufwärts, die ersten White Nights im Dezember waren dann aber wieder nur mittelprächtig (BASKIN, DEMON). Egal, Schwamm drüber, die Nights 2016 sind wieder über die Maßen verzückend!

Bärendienst nach Vorschrift

Ein halb geleckter Bär, dem Hochgebirg‘ entstammt, lebt‘, gleich Bellerophon, den einst das Schicksal steigen und fallen ließ, im Wald zur Einsamkeit verdammt. Indes der Bär also hier der Schwermut sich ergeben, langweilte ganz auf gleiche Weis‘ in seiner Nähe sich ein Greis, ein Gartenfreund, der in Pomonas Dienste schaltet‘ und Floras Priesteramt verwaltet‘. „Schön ist dies Doppelamt; doch glaub‘ ich, schöner sei’s in liebenswürd’ger Freunde Kreis.“ Ein Garten spricht nicht viel, außer in meinem Buche. Drum ging der Greis einst auf die Suche im Morgensonnenschein, der stummen Sippschaft satt, nach Freunden; querfeldein wandelt‘ er frisch und munter. Der Bär, der gleiche Absicht hatt‘, kam auch von seinem Berg herunter.

Die neue Unwirklichkeit

Eine Hauptstadt im Festivalfieber. Ganz Berlin ächzt unter der Knechtschaft von Gaius Julius Kosslick. Ganz Berlin? Nein, ein kleines Kino in Mitten der Mitte leistet nun schon seit vier Jahren Beihilfe zum Widerstand. Die GENRENALE, das Festival für den deutschen Genrefilm, das Bollwerk gegen die Uniformität filmischer Kältestarre und Mutlosigkeit im deutschen Betroffenheitskino und Betäubungsfernsehen, hat erfolgreich ihren vierten Staffellauf absolviert und purzelte am Donnerstag Nacht über die Zielgerade. Erster! Mit großem Abstand zur BERLINALE.

GENRENALE 4

In einem altdeutschen Kinderspruch heißt es: „Erst Eins, dann Zwei, dann Drei, dann Vier, dann steht die GENRENALE vor der Tür.“ Also sinngemäß! Bald ist es wieder soweit und die blutverschmierten Pforten in die Untiefen des deutschen Genrefilms öffnen sich erneut, dass es nur so knarrt. KEEP IT UNREAL heißt das Motto der diesjährigen vierten Ausgabe des Festivals, welches exklusiv dem deutschen Genrefilm gewidmet ist. Wie im letzten Jahr gibt es an zwei vollen Tagen wieder Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Mystery und Neo Noir, verpackt in illustre Shorts-Rollen, dazu das MORBIDO Special, Pitching, Podium und Preisverleihung.

Der Traumfalter Jahresrückblick 2015

Mich deucht, es wär erst gestern gewesen. Die Menschen auf dem Erdenrund überfiel eine gallertartige Hysterie, endlich waren sie selbst in der Zukunft angekommen, die sie vorher nur aus Filmen kannten. Das Jahr 2015, es sollte ein ganz besonderes werden. Marty McFly würde endlich in dieser Zukunft ankommen und so starrten die Menschen in den Himmel voller Sehnsucht und warteten. Und warteten und warteten, denn Marty McFly landete tatsächlich am 21. Oktober 2015, allerdings in der Stadt Oberursel im Taunus. Er ging zum Bäcker und kaufte sich ein ganzes Blech Streuselkuchen, aß eine Hälfte auf und verfütterte den Rest an Enten und Schwäne im Stadtpark. Dann flog er wieder weg. Er wollte mit dem ganzen Trouble nichts zu tun haben, setzte bewusst ein Zeichen gegen diese ganze Zukunftseuphorie und dass sich die Leute nicht immer so künstlich aufregen sollen. Denn so eine Zukunft wird schnell Vergangenheit, auch sie hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum und das Mindesthaltbarkeitsdatum der Zukunft war am 21. Oktober 2015 abgelaufen, tja, Pech gehabt.

Fantasy Filmfest White Nights

Ja is denn heut schon Weihnachten? Oder bereits wieder März? Mysteriöse Dinge geschehen in der hiesigen Genrefilmlandschaft. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr heißt es FANTASY FILMFEST, die NIGHTS bekommen eine Extrarunde in ausgewählten Kinos spendiert. Wenn es Anfang Dezember hoffentlich stürmt und schneit, debütieren die NIGHTS mit ihrer ersten Vorweihnachtspremiere. Willkommen bei den WHITE NIGHTS 2015.

GENRENALE RELOADED

Der Sommer nimmt leise Abschied und das ist auch gut so, denn frühe Dunkelheit, Herbstlaub und Schmuddelwetter sind des Genrefans Freund. Im September und Oktober starten endlich wieder ein paar Horrorfilme in den Kinos (SINISTER 2, THE VISIT, REGRESSION, CRIMSON PEAKS, STUNG) und plötzlich ist sie wieder da, die pure Genrelust, der es im Sommer einfach zu heiß war und die sich in eine dunkle Ecke verkrochen hat. Passend dazu geht es langsam wieder mit den Vorbereitungen zur GENRENALE 4 im Februar 2016 los, denn so ein Festival braucht Futter. Abermals ruft die GENRENALE nach aktuellen Genre- Kurz und Langfilmen mit professionellem Anspruch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da will ich gern mitrufen!

Der Nacktmull muss niesen. Feenstaub.

Britizismus, Quadrinom, Paränese, Impietät, Mankieren, Ordonanz, Skabrös, Intransigent. Wann immer Autoren und Stoffentwickler neue Wörter aufschnappen, es fühlt sich wie die Entdeckung einer unerforschten Tier- oder Pflanzenart an. Im Unbekannten schlummern neue Denkweisen, zwischen dem „R“ und dem „Ö“ in „Skabrös“, da sind Geschichten drin versteckt. Ihr nennt das verquert, intellektuell verpuderquastet oder kapriziös? Kann sein. Aber so ist das nun mal. Dabei hab ich noch gar nicht von Dingen gesprochen, für die es keinerlei Begrifflichkeit gibt. Zum Beispiel für das diffuse Gefühl, wenn Inspiration für etwas nicht aus dem Konkreten entspringt, sondern einem Farbtopf an Eindrücken, die alles Bestehende parallelverschieben und oder in Frage stellen. Nennen wir dieses Gefühl „melangeristisch“. Oder „Trispalt“ – die Steigerung von „Zwiespalt“.

Die unverhoffte Macht der Ahnung

Theeee OSCARS (das „th“ muss richtig quietschen), Du kokolorer Gummitwist, goldenes Kalb im Schaugeschäft, Temenos der Hybris, Du Lazarett auf dem Schlachtfeld der Kunst. Seit gefühlten 87 Jahren tu ich mir Dich jetzt schon an und werde nicht schlauer. Gezuckerte Kondensmilch verklebt den Magen in gleichem Maße wie Erdnusscreme, ich hätte es ahnen können. Auch hätte ich ahnen können, dass die OSCARS zäh sind, ja, sie sind zäääh, yeah, yeah! Bis auf das funktioniert sie aber noch, die Ahnung, die prophetische Sensorik, die Gabe, die Zukunft aus Fischinnereien, Wildschweinen oder Cervisia lesen zu können. Ja, es ist schon sonderbar, Jahr für Jahr hat man seine Favoriten, herzelt sie ganz doll und verteidigt sie gegen leidenschaftslosen, verbalen Unbill, verteufelt das System, in dem es vor Ungerechtigkeit müffelt, weil dieser oder jener den OSCAR ja sooo verdient hätte und am Ende, ja, dann gewinnt der Favorit dann doch, zumindest meiner.

Das Anti-Mainstream Transpirant

Mein grippaler Infekt ist Genrefan. Zwei Wochen plagte mich der Hallerwachl mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, doch dann kam er zur Besinnung und gab mir zwei Tage frei – am Morgen des 11. Februar war meine Erkältung plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Tage lang Deutsches Genrekino genießen statt zu beniesen, das war mir vergönnt in den letzten 48 Stunden. Nun sitze ich hier und will das resümieren, für mich, für Euch, für meinen grippalen Infekt, der sich in dieser Zeit auf der FIFTY SHADES OF GREY – Premiere herumgetrieben hat. Was war los an zwei Tagen GENRENALE, die ganz im Zeichen des Deutschen Genrefilms standen?