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Teaser, Trailer, Temperamente

In der Welt des Films ist nicht alles von Dauer. Super 8, VHS-Kassette, Laserdisc, Aushangfotos, Kopierschutzdecoder, der Softsexfilm, ganze Subgenres kommen und gehen, nix bleibt für die Ewigkeit. In der Sammelablage retrospektiver Kulturgüter häufen sich die Dinglichkeiten, egal ob Festkörper oder Immaterielles, andere Sachen wiederum werden für tot erklärt, Hollywood, der Blockbuster, das Kino als solches. Angeblich alles weg. Aber da gibt es eine Sache, welche nicht nur sämtliche Verwerfungen und Umbrüche überdauert hat, sondern sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut beim Konsumenten – der Filmtrailer.

Das eierlegende Wollmilchscript

So, die Horrorwochen sind vorbei, ab jetzt keine Horrorfilme mehr kucken, das is voll Oktober, Leute! Wie aber nun weitermachen? An Halloween war ich auf einer Kostümparty, als Joker, und da traf ich doch tatsächlich auch eine Harley Quinn, die sich mit mir fotografieren lassen wollte. Als wir uns da so ablichten ließen, fiel es mir wie Lüsterklemmen vom Baumarkttransporter: wir sind üble Opfer an Comicnerds, umzingelt von Horrorfans, in einer Discothek für Liebhaber alternativen Musikgeschmacks. Zielgruppen wohin das Auge und Ohr reicht. Zielgruppen beim Film, welch schönes Thema! Was war wohl eher da, Ei oder Eigelb? Film oder Zielgruppe? Ist über dieses Thema schon alles gesagt worden oder gibt es im Jahre 2015 nach Christus noch neue Erkenntnisse?

GENRENALE RELOADED

Der Sommer nimmt leise Abschied und das ist auch gut so, denn frühe Dunkelheit, Herbstlaub und Schmuddelwetter sind des Genrefans Freund. Im September und Oktober starten endlich wieder ein paar Horrorfilme in den Kinos (SINISTER 2, THE VISIT, REGRESSION, CRIMSON PEAKS, STUNG) und plötzlich ist sie wieder da, die pure Genrelust, der es im Sommer einfach zu heiß war und die sich in eine dunkle Ecke verkrochen hat. Passend dazu geht es langsam wieder mit den Vorbereitungen zur GENRENALE 4 im Februar 2016 los, denn so ein Festival braucht Futter. Abermals ruft die GENRENALE nach aktuellen Genre- Kurz und Langfilmen mit professionellem Anspruch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da will ich gern mitrufen!

Das Anti-Mainstream Transpirant

Mein grippaler Infekt ist Genrefan. Zwei Wochen plagte mich der Hallerwachl mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, doch dann kam er zur Besinnung und gab mir zwei Tage frei – am Morgen des 11. Februar war meine Erkältung plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Tage lang Deutsches Genrekino genießen statt zu beniesen, das war mir vergönnt in den letzten 48 Stunden. Nun sitze ich hier und will das resümieren, für mich, für Euch, für meinen grippalen Infekt, der sich in dieser Zeit auf der FIFTY SHADES OF GREY – Premiere herumgetrieben hat. Was war los an zwei Tagen GENRENALE, die ganz im Zeichen des Deutschen Genrefilms standen?

GENRENALE 2015

Endlich ist das Programm der diesjährigen GENRENALE 3 online gegangen, wie man heute sagt. Das erste und einzige Filmfestival, dass gänzlich dem deutschen Genrefilm gewidmet ist, geht damit in die dritte Runde. Darauf einen Dujardin! Präsentiert wird die diesjährige GENRENALE von TELE 5, dem duften Münchner Sender, dem wir BIM BAM BINO zu verdanken haben, auf dem aber auch Animes laufen (was für eine wundervolle Gelegenheit zum cross promoten, darauf noch einen Dujardin) und so mancher Genreklassiker. Zwei volle Tage Programm stehen an, wollen wir über die Programmpunkte diskutieren? Nein! Heute wollen wir uns einfach nur freuen, diskutiert wird ohnehin hinterher.

Eins, Zwei, Die!

In der letzten Script Development Folge über Filmtitel ging es unter anderem um Titelzusätze wie beispielsweise ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT. Während dem deutschen Kinozuschauer mit dem Untertitel suggeriert wurde, dass es sich bei jenem Alien um keinen freundlichen Artgenossen handelt, kam der Originaltitel ohne diese zusätzliche Erklärung aus und hieß schlicht ALIEN. Trotzdem ist für jeden Genrekenner die Phrase „Im Weltall hört dich niemand schreien“ oder „In space no one can hear you scream“ untrennbar mit Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Meisterwerk verbunden. Solche Phrasen oder Sätze, die losgelöst vom Titel auf Plakaten prangen oder aus Trailern schallen, nennt der Marketingexperte eine Tagline, und sie spielen nicht nur in der Filmvermarktung eine Rolle („Think different.“, „Just do it.“). Filmtaglines aber können fantastische, bizarre Gebilde sein, banale Schenkelklopfer oder tiefgründige Philosophie, zweckdienlich oder dadaistisch. In über hundert Jahren Filmgeschichte hat sich da manch verschwurbeltes Kleinod gebildet, wo also anfangen?