Posts Tagged: Science-Fiction

STAR WARS EPISODE 1: THE DARK FORCE

Betreiben wir wieder einmal Fan-Fiction, von der es heißt, dass sie sich im nichtkommerziellen Untergrund von Fangemeinden abspielt, schaurig, schaurig. Ich sehe es praktisch vor mir, Horden von dunklen Gestalten in Bademänteln oder Trenchcoats, die in den U-Bahnhöfen herumirren und Fangeschichten in kleine Notizblöcke kritzeln und wenn dann jemand kommt und mal nachfragt, dann raunen sie: „Wir verkaufen nix, das is unkommerziell!“ Vielleicht treffen die sich aber auch Sonntags in einer kleinen Kirche, vielleicht heißt das deshalb Fangemeinde, nicht selten wird ja beispielsweise das STAR WARS-Universum auch als Religion bezeichnet. Da sind wir auch schon beim Thema – STAR WARS.

BRIEFE EINES TOTEN

Als kleinen Nachtrag zur Genrefibel Teil 25: Atomic Age habe ich einen Film ausgegraben, der mich mal wieder seit meiner Kindheit begleitet hat. Wie bereits erwähnt haftete Allem, was mit der Atombombe und einem unvermeidlichen Dritten Weltkrieg zu tun hatte, ein ungemein beklemmendes Gefühl an. THE DAY AFTER oder WENN DER WIND WEHT, das waren solche Filme, die einem als kleinen Bub nächtelang Alpträume bescheren konnten. Aber da war noch ein Streifen, von dem ich zuerst in alten Prospekten des Progress Filmverleih las, bzw. Fotos sah. Bilder von Kindern mit Gasmasken, einer zerstörten Stadt nach dem atomaren Exodus und ein Schneesturm aus radioaktivem Fallout. 1987 kam der russische Endzeitfilm Письма мёртвого человека auch in der DDR ins Kino, unter dem Titel BRIEFE EINES TOTEN MANNES. Er ist bis heute einer der düstersten Visionen eines atomaren Holocaust.

Die kleine Genrefibel Teil 25: Atomic Age

Wir begeben uns auf einen erneuten Abstecher im großen Komplex der Science-Fiction. Jenes Themenfeld ging in der Kleinen Genrefibel bislang zwei unterschiedliche Wege, zum einen den der theoretischen Überlegungen über wissenschaftliche Sachverhalte wie Zeit oder Zeitreisen, sowie der Vision einer fortschrittlichen, friedlichen Zukunft der Menschheit, einer Utopie, wie sie zum Teil das STAR TREK Franchise darstellt. Ein anderer Weg der Science-Fiction ist die Beschäftigung mit dem Stand von Wissenschaft und Forschung. Im Gegensatz zu Utopien und Zeitreisen sind Androiden und künstliche Intelligenzen durchaus reeller Natur. Und wann immer die Wissenschaft neue Erkenntnisse geschürft hat, hat das auch die Kunst und den Film beeinflusst.

Frank Frazetta

Seine Werke und Illustrationen gaben dem Fantasy- und Science-Fiction-Genre in Literatur, Film und Kunst ein einprägsames Gesicht: Frank Frazetta. Ölgemälde in schweren, kräftigen Farben, düster, bedrohlich, animalisch. Bereits als Kind war Frazetta zeichnerisch hochbegabt, mit 16 Jahren illustrierte er Comics, bis er in den sechziger Jahren Titelbilder für Genreliteratur kreierte. Bereits sein erstes Cover für den Roman „Conan der Barbar“ wurde stilprägend für das Fantasygenre – extreme Körperlichkeit, Muskeln, Schweiß und Stahl.

28. Fantasy Filmfest

Was, schon wieder ein FANTASY FILMFEST dieses Jahr. Es kommt einem so vor, als wäre es das Achtundzwanzigste. Das FANTASY FILMFEST, ach ja, vom kleinen, schmuddeligen Markhallenfeeling in Hamburg 1987 bis zur Multiplexoffensive in sieben Städten im Jahre 2014 des Herrn, was hat sich das Festival verändert? Was soll ich sagen, ich habe keine Ahnung, ich war 1987 nicht dabei. Das Maul zerfetzt wird aber oft und gerne und so meint man vernehmen zu müssen, das FANTASY FILMFEST hätte heutzutage mehr den Charakter einer Verleiher-Tradeshow, eine reine Werbeplattform für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen im traditionellen Genreherbst. Keine Retrospektiven mehr, kein 35 mm mehr, naja, und so weiter. Kann das sein?

UNDER THE SKIN

Es ist Halbzeit im laufenden Kinojahr 2014, Zeit, um ein Zwischenfazit zu ziehen. Es ist ein fantastisches Filmjahr bislang, GRAND BUDAPEST HOTEL, GODZILLA, ONLY LOVERS LEFT ALIVE und HER haben bei mir bislang alle hohen Erwartungen übertroffen. In diese Reihe erstklassiger Produktionen reiht sich nun ein weiteres Juwel ein, der sogar Film des Jahres werden dürfte. Klingt alles gut, doch nun das Kleingedruckte: An vielen wird diese Perle der Kunst wohl unbemerkt vorbeigehen, und wenn man doch etwas von Jonathan Glazers Meisterwerk UNDER THE SKIN gehört hat, dann vornehmlich durch den Aufschrei kinoaffiner Genrefans, dass einer der fantastischsten Produktionen der letzten Jahre bei uns erst gar nicht offiziell in die Kinos kommt. Skandal! Was ist da los?

Die kleine Genrefibel Teil 23: H.P. Lovecraft

Die Bösartigkeit des Sturmes erweckte unglaubliche Vorstellungen, ich verglich mich erneut schaudernd mit dem einzigen Menschenabbild in diesem schrecklichen Korridor, dem Mann, der von der namenlosen Rasse in Stücke gerissen wurde, denn in dem teuflischen Griff des wirbelnden Luftzuges schien eine vergeltungslüsterne Wut zu liegen, um so stärker, als sie größtenteils machtlos war. Ich glaubte, ich schrie am Ende wie wahnsinnig – ich verlor beinahe den Verstand – aber wenn ich ihn verlöre, würden sich meine Schreie in diesem Höllen-Babel heulender Windgeister verlieren. Ich versuchte, gegen den mörderischen, unsichtbaren Strom anzugehen, aber ich war völlig machtlos, als ich langsam und unerbittlich auf die unsichtbare Welt zugedrückt wurde. Ich muss endlich übergeschnappt sein, denn ich plapperte eins ums andere Mal das unverständliche Lied des verrückten Arabers Alhazred, der von der Stadt ohne Namen ahnte: „Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt!

Die kleine Genrefibel Teil 20: Trash Award

„Junge, wie sieht das hier schon wieder aus? Räum deine Socken in den Schrank! Und was für einen Mist kuckst du dir da schon wieder an? Das is ja widerlich!“ Echt jetzt! Dieser ganze Müll um Mord und Totschlag, Blut, schreiende Weiber und grunzende Monster. Was hat man sich schon rechtfertigen müssen für seine Filmleidenschaft, wie viele Sprüche sind gefallen, wie viele Augenbrauen haben sich schon schwer entsetzt gehoben, dabei rotierte gerade mal THE ROCK im Videorekorder. „Was ist denn dieser Genrefilm?“ höre ich in regelmäßigen Abständen. „Ist das das mit Gewalt und Blut und Horror und so?“ schüttelt sich das Gegenüber. Gerne sagt man auch: „Naja, du kuckst dir ja jeden Quatsch an!“

Fantasy Filmfest Nights 2014

Meint man, jetzt ist langsam mal genug mit Festivals, starten diese Woche bereits die FANTASY FILMFEST NIGHTS 2014 in Köln und Frankfurt, hier in Berlin gastiert Rosebud Entertainment am 29. und 30. März. Die kompakten NIGHTS liefern nun seit 2003 ein Wochenendprogramm Genrefilm als Appetizer für das jährliche Festival im August. Zehn Filme aus verschiedenen Genreecken stehen an, und ein paar erscheinen nicht gleich eine Woche später als Blu-ray oder DVD, was ja nicht selten kritisch und zu Recht an der Programmgestaltung angemerkt wurde. Was wird denn nun geboten bei den zwölften Fantasy Filmfest Nights?

Leidenschaft und Selbstausbeutung

Die Berliner Festivalwoche ist mittlerweile vorüber und mit ihr auch die GENRENALE2, ein Festival mit dem Label 100% GERMAN GENRE CINEMA. Genug Zeit also, um den Tag des deutschen Genrefilms ein wenig nachzuverarbeiten. GENRENALE2 im GENRENALE-PALAST Babylon Mitte, das war ein volles Tagesprogramm an Kurzfilmen, Trailern, einem Serienpiloten bis hin zu einer spätstündlichen Retrospektive, der LAST MARTIAL ARTS CHALLENGE, in der es die KAMPFANSAGE-Trilogie zu sehen gab. Das Herzstück der Veranstaltung aber war die Podiumsdiskussion “Rückkehr zur dämonischen Leinwand – Hindernisse und Chancen des deutschen Genrefilms“, in der es natürlich um das zentrale Thema für Filmemacher geht, die Genre in Deutschland machen wollen, nämlich, warum ist das so schwer, in diesem Land Genrefilme zu machen. Bevor ich näher auf die interessante Diskussionsrunde eingehe, denn das Gesagte ist wichtig und muss verbreitet werden, fangen wir doch an mit den…