Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.
Anfang März gehen sie wieder los, die FANTASY FILMFEST NIGHTS, am 23. und 24. März auch in Berlin. 10 Filme an zwei Tagen, 6 davon US-Produktionen, der Rest aus Kanada, Irland & Schottland, GB sowie eine Koproduktion aus Spanien, Frankreich und Portugal. Highlights der Nights sind sicherlich THE COLLECTION, die Fortsetzung von THE COLLECTOR, einem deftigen SAW-Verschnitt, der überaus spannend und blutig daherkam sowie JOHN DIES AT THE END, das neue Werk von Don Coscarelli (Phantasm, Bubba Ho-Tep), eine herrliche Zeitreise-Paralleluniversum-Groteske mit Paul Giamatti in einer Nebenrolle. CITADEL konnte schon bestaunt und für gut befunden werden, ich persönlich freue mich besonders auf STOKER von Chan Wook Park.