Im Februar GENRENALE, im März FFNIGHTS, mittlerweile pendelt sich in Deutschland Genrenormalität ein. Naja, übertreiben wir mal nicht. Aber nachdem dieses Jahr genretechnisch besser nicht hätte starten können, gibt es auf den mittlerweile achten NIGHTS eine weitere Überraschung – mit GERMAN ANGST läuft endlich mal ein deutscher Horrorfilm. Das schauen wir uns mal genauer an, doch zuvor, voila, die alljährliche Übersichtstafel.
Erstmals fand auf der GENRENALE 3 eine öffentliche Pitchingveranstaltung statt. Neun Autoren stellten in vier Minuten ihre Genreprojekte vor, vom schwäbischen Supercop über ein vollautomatisches Altersheim der Zukunft, die Begegnung eines kleinen Jungen mit dem Tod, mysteriöse Gedankenübertragung, High-Tech-Träumereien und Found Footage, insgesamt ein breiter und interessanter Genre-Stoffpool, und auch ich hatte die Möglichkeit, mein Projekt PANOPTIKUM vorzustellen, eine etwas andere Horror-Anthologie. Abschließend zum GENRENALE-Special möchte ich das Konzept auch hier nochmal schriftlich pitchen.
Mein grippaler Infekt ist Genrefan. Zwei Wochen plagte mich der Hallerwachl mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, doch dann kam er zur Besinnung und gab mir zwei Tage frei – am Morgen des 11. Februar war meine Erkältung plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Tage lang Deutsches Genrekino genießen statt zu beniesen, das war mir vergönnt in den letzten 48 Stunden. Nun sitze ich hier und will das resümieren, für mich, für Euch, für meinen grippalen Infekt, der sich in dieser Zeit auf der FIFTY SHADES OF GREY – Premiere herumgetrieben hat. Was war los an zwei Tagen GENRENALE, die ganz im Zeichen des Deutschen Genrefilms standen?
Wellen. Wellen sind mir einerseits suspekt. Ich mochte schon im Mathematikunterricht ungern mit Wellen diskutieren. Andererseits bereiten sie mir auch Unbehagen und Angst. Große Wellenberge, wie zuletzt in INTERSTELLAR, finde ich schaurig. Dieses Phänomen nennt sich Cymophobie, die Angst vor Wellen. Abseits dieser fürchterlichen Betrachtung gibt es aber auch positive Wellenaspekte. Retrospektive Belange zeitrhythmischer Natur, chronologische Beständigkeit oder temporäre Empfindungen kommen auch in Wellenform daher.
An einem sonnigen, frühherbstlichen Septembersonntag endete das 28. Fantasy Filmfest in Berlin. Was soll ich sagen, mir hat es Spaß gemacht, zumindest, was meine eigene kleine Zusammenstellung betrifft. Ich habe ein gutes Dutzend Filme gesehen, so dass man nicht wirklich von Festivalüberblick sprechen kann. Ist aber auch egal, ich mag Formulierungen wie „Bester Film des Festivals“ sowieso nicht. Wie im letzten Jahr picken wir uns kurz & dreckig ein paar Rosinen aus dem Filmfestkuchen und prüfen diese radikal und völlig subjektiv auf ihre Genretauglichkeit. Erwartungen gab es ja durchaus. Viel Spaß mit 8 Köstlichkeiten vom FFF 2014.
Was, schon wieder ein FANTASY FILMFEST dieses Jahr. Es kommt einem so vor, als wäre es das Achtundzwanzigste. Das FANTASY FILMFEST, ach ja, vom kleinen, schmuddeligen Markhallenfeeling in Hamburg 1987 bis zur Multiplexoffensive in sieben Städten im Jahre 2014 des Herrn, was hat sich das Festival verändert? Was soll ich sagen, ich habe keine Ahnung, ich war 1987 nicht dabei. Das Maul zerfetzt wird aber oft und gerne und so meint man vernehmen zu müssen, das FANTASY FILMFEST hätte heutzutage mehr den Charakter einer Verleiher-Tradeshow, eine reine Werbeplattform für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen im traditionellen Genreherbst. Keine Retrospektiven mehr, kein 35 mm mehr, naja, und so weiter. Kann das sein?
Meint man, jetzt ist langsam mal genug mit Festivals, starten diese Woche bereits die FANTASY FILMFEST NIGHTS 2014 in Köln und Frankfurt, hier in Berlin gastiert Rosebud Entertainment am 29. und 30. März. Die kompakten NIGHTS liefern nun seit 2003 ein Wochenendprogramm Genrefilm als Appetizer für das jährliche Festival im August. Zehn Filme aus verschiedenen Genreecken stehen an, und ein paar erscheinen nicht gleich eine Woche später als Blu-ray oder DVD, was ja nicht selten kritisch und zu Recht an der Programmgestaltung angemerkt wurde. Was wird denn nun geboten bei den zwölften Fantasy Filmfest Nights?
Die Berliner Festivalwoche ist mittlerweile vorüber und mit ihr auch die GENRENALE2, ein Festival mit dem Label 100% GERMAN GENRE CINEMA. Genug Zeit also, um den Tag des deutschen Genrefilms ein wenig nachzuverarbeiten. GENRENALE2 im GENRENALE-PALAST Babylon Mitte, das war ein volles Tagesprogramm an Kurzfilmen, Trailern, einem Serienpiloten bis hin zu einer spätstündlichen Retrospektive, der LAST MARTIAL ARTS CHALLENGE, in der es die KAMPFANSAGE-Trilogie zu sehen gab. Das Herzstück der Veranstaltung aber war die Podiumsdiskussion “Rückkehr zur dämonischen Leinwand – Hindernisse und Chancen des deutschen Genrefilms“, in der es natürlich um das zentrale Thema für Filmemacher geht, die Genre in Deutschland machen wollen, nämlich, warum ist das so schwer, in diesem Land Genrefilme zu machen. Bevor ich näher auf die interessante Diskussionsrunde eingehe, denn das Gesagte ist wichtig und muss verbreitet werden, fangen wir doch an mit den…
Und da war´s auch schon wieder vorbei – das FANTASY FILMFEST 2013. Zumindest für Berlin und Hamburg. Und wie in fast jedem Jahr ist die eigene Programmvorausplanung selbstredend für die Katz gewesen, denn ich war die ersten Festivaltage gar nicht in der Stadt. Ups! So war es mir leider nicht vergönnt, den Eröffnungsfilm THE CONGRESS von Ari Folman zu schauen. Glücklicherweise startet der Animations-Realfilm-Mix nach Stanislav Lem am 12. September regulär in den Kinos. Auch HAUNTER von Vincento Natali hab ich verpasst. Aber auch in der zweiten Festivalhälfte gab es ja ein paar Perlen zu entdecken. Werfen wir im Kurzcheck einen Blick auf sechs Filmchen des diesjährigen Programms.
Wie in jedem Filmjahr gehört der August ganz dem internationalen Genrefilmfestival FANTASY FILMFEST, welches Rosebud Entertainment seit 1987 nunmehr zum 27. Mal präsentiert. Ich selber bin noch gar nicht so lang dabei als Besucher des Festivals, war 2009 das erste Mal auf den FANTASY FILMFEST NIGHTS, beim Hauptfestival hingegen erst 2010. Was blieb hängen in diesen Genrejahren? Mit Sicherheit FOUR LIONS, THE COLLECTOR, KILL LIST & RABIES, CHILLERAMA und JOHN DIES AT THE END. Und natürlich SPLICE und STOKER, aber nur deshalb, weil ich wegen überfülltem Kinosaal keine Karte mehr bekam. Doch es ist nicht nur das Festival selbst, es ist auch das ganze Drumherum. Genrefilme schauen macht nach einem platten Blockbustersommer endlich wieder Spaß. Auch in den Videotheken tauchen wieder vermehrt Horror-, Sci-Fi-, und Thrillerware auf, wenn meist auch alte Kamellen des FANTASY FILMFEST Vorjahres.