Gibt man bei diesem Google die Suchbegriffe TIPPS und DREHBUCH ein, rotiert der Scrollbalken. Sucht man nach TIPPS für gute STOFFENTWICKLUNG, ist der erste Suchtreffer noch immer dict.cc – das Deutsch – Englisch – Wörterbuch mit Ähnlichen Begriffen von Stoffbezug über Stoffdichteregler bis Stofffreisetzung. Logisch, für Fachfremde ist der Begriff Stoffentwicklung immer noch zwischen Textilien und Marihuanaanbau verortet. Natürlich finden sich unter den Suchergebnissen auch Schlagwörter wie Idee, Markt oder Medienkompetenz. Konkrete Tipps kann man sich da aber abschminken, klare Aussagen „Ein Drehbuch schreiben – Anleitung, Tipps & Tricks“? Fehlanzeige.
Verschiedenen Aspekten von Dramaturgie und Storytelling werden unterschiedliche Bedeutungen zugemessen. Das hängt manchmal mit der Struktur der Geschichte zusammen, ob sie „Charakter Driven“ oder „Plot Driven“ ist, also ob die Figuren die Handlung bestimmen oder von der Story „getrieben“ werden. Doch ein Drehbuch hat mehrere Ebenen, Tortenstücke von unterschiedlicher Dicke: Plot, Story, Figuren. Sind das alle Ebenen, die ein Spielfilmdrehbuch beinhaltet? Natürlich nicht.
„Es kroch der alte Drache aus seinem Felsgemache. Mit grausigem Randal. All‘ Jahr ein Mägdlein wollt‘ er, sonst grollt‘ er und radollt‘ er, fraß alles ratzekahl.“ Wilhelm Busch
Die drei großen Kategorien der Phantastik sind nach wie vor Science-Fiction, Fantasy und Horror. Während beim Science-Fiction Film vorrangig Themenfelder aus Wissenschaft, Technik, Gesellschaft und Ethik Subgenre bilden, sich der Horrorfilm auf dramaturgische Gerüsten wie Bedrohung, Entkommen und Überleben beruft, bezieht der Fanatasyfilm seine Motive aus Geschichte, Mythologie, Sagen oder Heldenepen. Darüber hinaus ist Fantasy schwieriger in Subgenre zu untergliedern als beispielsweise der Horrorfilm. Neben klassischer Fantasy á la Tolkien etablierten sich beispielsweise Steampunk, Ritterfilme, Märchen oder Hybriden aus Sci-Fi (STAR WARS) oder Horror (Cthulhu-Mythos). Natürlich geben auch einzelne Wesen oder Kreaturen, ähnlich Vampiren oder Werwölfen, Fantasysubgenres einen Tummelplatz. Doch noch vor Orks, Ogern oder Einhörnern ist der Drache jenes Wesen, welches die Literatur und den Film am nachhaltigsten geprägt hat.
Ladys & Gentlemen, das Zeug da auf meinem Ärmel ist Elll Esss Deee! Unbekannte Substanzen übernehmen das Genre und Streit ist vorprogrammiert. Sind Filme über Drogen ein eigenes Genre? Warum nicht? Viele Drogenfilme sind fantastische Genrestreifen. Natürlich verhält es sich mit Drogen ähnlich wie mit Zeitreisen (da soll es in der Tat Verbindungen geben), die Thematik umfasst das Genre, weniger dramaturgische Regelwerke. Drogen werden in sämtlichen Genres thematisiert, Thriller, Dramen, Biografien, sogar der Begriff „Kifferkomödie“ hat sich als eigenständiges Subgenre etabliert und ist in der Filmwelt mittlerweile ein fest integrierter Bestandteil. Zudem fällt auf, dass es kaum mehr einen Horrorfilm gibt, in dem nicht irgendwann ein Marihuanastäbchen kulminiert. Doch das bloße Verklappen spaßiger Substanzen macht aus einem Streifen noch lange keinen Drogenfilm. Wie kann man den Komplex Drogen im Film denn nun Genregerecht portionieren?
Die ganze Sache mit der Genreunterteilung hat einen Pferdefuß. So viele Filme sind Crossover oder Genremixe, dass eine wissenschaftliche Systematik meist für die Katz ist. Dabei gäbe es so schöne Klassifizierungsmodelle, beispielsweise aus der Zoologie. Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art und fertig ist der Laubfrosch. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass man bei der Beschäftigung mit Genre und Subgenre zwangläufig über jene Abart des Horrorfilms stolpert, bei der man mit so einem System nicht gänzlich vor die Hunde geht. Bevor sich die Tierallegorien noch weiter vermehren wie Killerlemminge, Schluss mit dem Vorwort und Fellfarbe bekennen. Willkommen im Reich des Tierhorror.
Unsere universelle Zeitkoordinate ist 2013-03-30T17:33:41+01:00, wir befinden uns im Science-Fiction-Sektor. Die Themenfelder, die das Genre Science-Fiction tangieren, reichen von Zukunftsvisionen wie Utopien & Dystopien, Aliens, apokalyptische Weltuntergangsszenarien bis hin zu Geschichten über künstlicher Intelligenz und menschenähnliche Roboter. Wenn der Science-Fiction-Film Subgenres hat, und im Vergleich zum Horrorfilm ist das nicht immer eindeutig, so definieren die sich über diese Themenfelder und bilden so Spielarten wie Robots, Alien Invasion, Cyberpunk, Postapokalypse, Military-Geschichten, First Contact, Sci-Fi-Horror & Fantasy oder Space Opera. Die beliebtesten Variationen einer wissenschaftlichen Erzählung aber sind Plots, die sich mit der Frage der Unveränderlichkeit und Unaufhaltsamkeit der Vierten Dimension beschäftigen: Zeitreisegeschichten.
In einem Genrefilmdrehbuch für Spannung zu sorgen, ist gar nicht mal so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Szenen, die im fertigen Film letzten Endes High Tension ausmachen, sind meist Verdienste der Inszenierung. Das umsichtige Schleichen in modrigen Gemäuern, knarrende Dielen und die Flucht über Stock und Stein vor dem fiesen Schlitzstrolch, alle diese Dinge sind in einem Drehbuch eher nüchtern beschrieben: „Carola rennt die Treppe rauf“ liest sich alles andere als spannend und aufregend. Es ist schließlich Aufgabe eines Regisseurs, Kameramanns oder des Cutters, solche Szenen audiovisuell und schnitttechnisch auf erhöhte Herzfrequenz zu befördern. Ein Autor kann Spannung nur über die Story aufbauen, und die wird nun mal über die Figuren erzählt. Um seinen Protagonisten in eine spannende Situation zu bringen, kann man sich mancherlei dramaturgischer Werkzeuge bedienen. Ein tolles Beispiel, wie so etwas funktionieren kann oder auch nicht, will ich mal an einem kurzen Beispiel zeigen: der Figur Charlie Brewster aus FRIGHT NIGHT – DIE RABENSCHWARZE NACHT.