Posts Tagged: Genrefilm

Ein ZOMBIE lag im Briefkastenschlitz

Der Markt für reine Genremagazine ist in Deutschland ja nicht sehr groß. Früher habe ich die CINEMA gelesen, bis ich der Schreibe und dem ganzen Kommerzgeschwurbel überdrüssig wurde. Die CINEMA, so sehr sie mich begleitet hat, finde ich heute unlesbar. Aber gut, ein Genremagazin war das Heft ja nie, also las ich parallel immer den MOVIESTAR, der zwar layouttechnisch wie vom Stil her eher wie ein altes Vierkantbrot rüberkam, aber immerhin stärkeren Genrebezug hatte.

GENRENALE 2014

Während die BERLINALE in diesem Jahr zum 63. Mal stattfand, das FANTASY FILMFEST, eines der weltweit wichtigsten Genrefilm-Festivals überhaupt, bereits zum 27. Mal, schickt sich eine neue Plattform im Jahr 2014 an, frischen Wind in die hiesige Festivallandschaft zu bringen – die GENRENALE. Obwohl BERLINALE und FANTASY FILMFEST zwei Veranstaltungen sind, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, die Schnittmengen aus Genrefilm und Deutschland sind auf beiden Seiten gleichermaßen deprimierend. Während die BERLINALE nun nicht gerade als Genrefilm-Festival bekannt ist, bietet das FANTASY FILMFEST zwar superbe internationale Genrefilm-Produktionen, ein deutscher Beitrag gleicht aber weiterhin einer verlorene Injektionsnadel im Genrefilmheuhaufen. Deutschland und Genrefilm, das sind noch immer zwei schwer vorstellbare Angelegenheit.

October Overkill

Der Oktober ist für Genrefans ein goldener Monat, vor allem Gruselfreunde kommen auf ihre Kosten. Es beginnt mit dem Ende der großen Zombieschau auf dem Münchner Oktoberfest und gipfelt am 31.10. in Halloween, dem Nationalfeiertag für Bloodsucker und Schlitzstrolche. Dabei hat in Deutschland das Halloweenfest erst eine jüngere Tradition, den ursprünglich keltischen Brauch brachten irische Einwanderer zuerst in die USA, bis er sich viel, viel später auch in Europa verbreitete. Auf die Faszination von Morbidem und Schaurigem reagierte auch alsbald die Filmwirtschaft, denn welcher Monat eignet sich besser, einen Horrorfilm zu veröffentlichen als zwischen Erntedank und All Hallows Eve? Weil der diesjährige Genremonat eine Menge zu bieten hat, werfen wir kurz ein blutiges Auge auf die Schmankerl, die dem Genrefreund im Oktober feilgeboten werden.

27. Fantasy Filmfest

Wie in jedem Filmjahr gehört der August ganz dem internationalen Genrefilmfestival FANTASY FILMFEST, welches Rosebud Entertainment seit 1987 nunmehr zum 27. Mal präsentiert. Ich selber bin noch gar nicht so lang dabei als Besucher des Festivals, war 2009 das erste Mal auf den FANTASY FILMFEST NIGHTS, beim Hauptfestival hingegen erst 2010. Was blieb hängen in diesen Genrejahren? Mit Sicherheit FOUR LIONS, THE COLLECTOR, KILL LIST & RABIES, CHILLERAMA und JOHN DIES AT THE END. Und natürlich SPLICE und STOKER, aber nur deshalb, weil ich wegen überfülltem Kinosaal keine Karte mehr bekam. Doch es ist nicht nur das Festival selbst, es ist auch das ganze Drumherum. Genrefilme schauen macht nach einem platten Blockbustersommer endlich wieder Spaß. Auch in den Videotheken tauchen wieder vermehrt Horror-, Sci-Fi-, und Thrillerware auf, wenn meist auch alte Kamellen des FANTASY FILMFEST Vorjahres.

Die Furie

Seit ein paar Tagen steht das Remake von William Lustigs MANIAC in den Videotheken. Der Regisseur dieser Neuverfilmung ist Franck Khalfoun, der auch P2 – SCHREIE IM PARKHAUS inszeniert hat. Doch schauen wir genauer hin. Das Remake von MANIAC heißt ganz offiziell ALEXANDRE AJAS MANIAC. Solche Namenszugaben in Filmtiteln wurden bislang nur Quentin Tarantino oder Tim Burton zuteil. Wer ist dieser Typ, der es in kürzester Zeit und überschaubarer Filmografie dazu gebracht hat, dass man mit seinem Namen für Filmprojekte werben kann?

Die kleine Genrefibel Teil 1: Zeitreiseplots

Unsere universelle Zeitkoordinate ist 2013-03-30T17:33:41+01:00, wir befinden uns im Science-Fiction-Sektor. Die Themenfelder, die das Genre Science-Fiction tangieren, reichen von Zukunftsvisionen wie Utopien & Dystopien, Aliens, apokalyptische Weltuntergangsszenarien bis hin zu Geschichten über künstlicher Intelligenz und menschenähnliche Roboter. Wenn der Science-Fiction-Film Subgenres hat, und im Vergleich zum Horrorfilm ist das nicht immer eindeutig, so definieren die sich über diese Themenfelder und bilden so Spielarten wie Robots, Alien Invasion, Cyberpunk, Postapokalypse, Military-Geschichten, First Contact, Sci-Fi-Horror & Fantasy oder Space Opera. Die beliebtesten Variationen einer wissenschaftlichen Erzählung aber sind Plots, die sich mit der Frage der Unveränderlichkeit und Unaufhaltsamkeit der Vierten Dimension beschäftigen: Zeitreisegeschichten.

Die kommenden Jahre

Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.

Angst essen Videokassette auf

Am 16. Mai läuft in deutschen Kinos THE EVIL DEAD an. Lang hat die Fangemeinde der TANZ DER TEUFEL Trilogie gehofft, Regisseur Sam Raimi würde mit einem offiziellen 4.Teil die Geschichte der kettensägenschwingenden Horrorikone Ash fortsetzen. Doch im Herbst 2011 meldete sich Darsteller Bruce Campbell persönlich und verkündete: „Wir wollen eine Neuverfilmung des Originals!“ Horrorfilmfans auf der ganzen Welt spukten Gift und Galle. Schon lange brodelt etwas in der Magmakammer unter dem Filmolymp. „Sakrileg!“, „Reine Profitgier!“, schallt es aus den Foren und man zeigt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Ketzer: