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Die kleine Genrefibel Teil 9: Miniaturism

Das Genre Fantasy kann kompliziert sein. Ist STAR WARS Fantasy oder Science-Fiction? Fantasy ist ein schwammiger Begriff. Die meisten verbinden ihn mit Tolkien, Drachen, Rittersleuten, Barbaren oder Fabelwesen. Im Bereich Fantasy trifft man einerseits auf geschichtliche Mythologie wie auf vollkommen neue Welten. Ob das nun ganze Planeten wie Pandora oder Tattoine sind, Mittelerde oder der Hades, erscheint ebenso zweitrangig wie die Lebewesen, die diese Welten bevölkern. Das Erschaffen einer eigenen Welt kann für einen Autor das Größte sein. Doch nicht immer ist das auch das Cleverste für die Geschichte. Fremde, neue Welten eröffnen einem Autor nahezu grenzenlose Freiheiten. Man kann, mal unflätig ausgedrückt, auf Dinge wie Gravitation, Biophysik und manchmal auch Logik scheißen. In neuen Welten ist alles möglich. Doch genau das nimmt einer Geschichte nicht selten Spannungspotential. Denn je differenter die Gesetzmäßigkeiten fremder Welten gegenüber der Unseren sind, umso schwerer kann man Handlungen und Entscheidungen der Figuren darin verstehen und nachvollziehen.

Dreimal Fauler Budenzauber?

Da standen sie also in Zweierreihe, einmal um den ganzen Block herum, im Hochsommer. Nicht an einem Eiscremestand, vor einem Kino. Im Juni 1975 sorgte der Film JAWS von Steven Spielberg dafür, dass die Strände der amerikanischen Westküste leer blieben. Der Begriff Blockbuster entstand, genauer gesagt, der Sommerblockbuster. Kino im Sommer, das klingt nach schlechtem Geschäft. Doch Sommer, Sonne, Sonnenschein sind auf Dauer öde und langweilig, nach dem x-ten Angrillen im Park, Planschen im Baggersee oder Herumgammeln auf Badetüchern zieht es die Menschen im Sommer auch wieder in die Kinos. Die großen Actionblockbuster, die Hollywoodkracher, wie die Leute immer sagen, werden von Produzentenseite nach wie vor in den Monaten Mai bis August veröffentlicht. Es gibt eine regel-rechte Hatz auf gute Platzierungen im Kinosommer, meist zwei oder drei Jahre im Voraus werden Startplätze im Hochsommer beschlagnahmt. Doch verglichen mit Actionkrachern der Achtziger Jahre sind Großproduktionen ab 100 Millionen Dollar Produktionskosten keine Einzelerscheinungen mehr. Gibt es ihn also noch, den Sommerblockbuster?

Die kleine Genrefibel Teil 8: Echtzeitfilme

In diesem Teil der kleinen Genrefibel ticken die Uhren mal ein wenig anders. In der Vorbereitung dieses Artikels fiel mir auf, dass ich ja auch im Bereich Script Development den Begriff Zeit als dramaturgisches Element eines Filmstoffes behandeln wollte. Zum anderen sind Echtzeitfilme selten und weniger Subgenre oder Filmsparte, sondern die letzte Konsequenz eines sehr klaren und nachvollziehbaren Einsatzes von Zeitabläufen innerhalb der Filmhandlung. Weil sich Filme von COCKTAIL FÜR EINE LEICHE bis SILENT HOUSE in Sachen Zeitstruktur gleichen, etablierte sich irgendwann der Begriff Echtzeitfilme.

Schiefe der Ekliptik

Wenn Heute das Gestern nicht Morgen wäre, sondern Gestern, dann wäre Heute der längste Tag des Jahres. Nur leider war der eben Gestern. Gestern, Heute, Morgen, in der Physik sind sie alle gleich. Nur erklären kann man das nicht. Das ist das tragische an der Physik, sie ist haltlos. Der längste Tag des Jahres dauert zum Beispiel gerade mal einen Tag. Sinnlos!

SEELEN

Nicht nur aus Tradition wegen freut es mich, den neuen Film von Drehbuchautor und Regisseur Andrew Niccol zu besprechen. Die bisherigen Kritiken sind allesamt vernichtend. Und auch ich war durchaus zwiegespaltener Vorfreude. Auf der Habenseite stand, neben Niccol, vor allem Saoirse Ronan, die ich für ein fantastisches Talent halte. Der Stoff eine klassische Niccol-Dystopie, ein cleaner Science-Fictioner mit glattem, monochromem Look. Andererseits verfilmte Andrew Niccol mit THE HOST erstmals keinen eigenen Stoff, noch dazu ein Buch von Stephenie Meyer. Kann einer meiner Lieblingsautoren verhindern, dass SEELEN eine Art Science-Fiction TWILIGHT-Schnulzenkino wird?

Die kleine Genrefibel Teil 7: Böse Kinder

Der Begriff Genre wird oft mit Horror gleichgesetzt. Ein Blick in die Statistik der kleinen Genrefibel aber zeigt, von sieben Folgen beschäftigten sich bislang nur zwei mit Horrorthemen. Doch die haben es in sich. Da muss ich fast schmunzeln, denn damit sind auch gleich zwei der schauerlichsten Themen abgefrühstückt: Tiere und Kinder. Das hab ich mir nicht ausgedacht. Man muss sich allerdings fragen, warum das Wort „Plagen“ für Heuschrecken und minderjährige Kleinknirpse gleichermaßen zutreffend ist.

Getreidemühle Einsamkeit

Was kann das werden, ein Portrait von Helge Schneider, mit speziellem Blick auf seine Filmwerke? Geht es da um Schnüffelpiloten, Hamster Hermi, Tante Uschi oder Eidechsen mit tupierten Haaren, die ein Stück Holz essen? Oder um verkopfte, überintellektuelle Verquastung, die in der Art, wie Kommissar 00 Schneider Käsebrot isst, eine Kritik am sozialen Verfall der Wertegesellschaft sieht? Wie muss man sich Helge nähern? Wie einem Räuber? Oder besser erst warten, bis die Gewebeproben zurückkommen? Und vor allem, was sucht wieder so ein Underdog hier im Genrefilmportraitsaal? Helge zwischen Zombies & Hackepetra? Jetzt ist auch klar, warum es dem deutschen Genrefilm so schlecht geht! Das is alles Ihre Schuld, Herr Fauls…äh, Herr Hempel. Doch, ich glaube schon, Herr Hempel, Sie sind Schuld. Sie haben psychische Probleme. Sie stinken wie ein Schwein! So können Sie nicht auf die Straße!

Motherfucking Stoffentwicklung

Gibt man bei diesem Google die Suchbegriffe TIPPS und DREHBUCH ein, rotiert der Scrollbalken. Sucht man nach TIPPS für gute STOFFENTWICKLUNG, ist der erste Suchtreffer noch immer dict.cc – das Deutsch – Englisch – Wörterbuch mit Ähnlichen Begriffen von Stoffbezug über Stoffdichteregler bis Stofffreisetzung. Logisch, für Fachfremde ist der Begriff Stoffentwicklung immer noch zwischen Textilien und Marihuanaanbau verortet. Natürlich finden sich unter den Suchergebnissen auch Schlagwörter wie Idee, Markt oder Medienkompetenz. Konkrete Tipps kann man sich da aber abschminken, klare Aussagen „Ein Drehbuch schreiben – Anleitung, Tipps & Tricks“? Fehlanzeige.

Carolus Adrianus Maria Thole

Was kann eine größere Inspirationsquelle sein als ein Bild. Farben, Formen, Stil, all das kann etwas auslösen, eine Grundidee, eine Stimmung oder eine Sehnsucht. In der Rubrik VISUALS geht es ausschließlich um die Kraft der Bilder. Nach Teaserplakaten möchte ich einen meiner Lieblingsmaler vorstellen, der wie kein anderer die Science-Fiction- und Horrortrivilaliteratur der Siebziger und Achtziger Jahre geprägt hat: C.A.M. Thole.

THE BROOD

Eigentlich wollte ich in der Rubrik Review ausschließlich Neuheiten und Geheimtipps feilbieten. Aber nachdem mich aus dem VHS-Schrank so ein paar Genreklassiker angelächelt haben, gibt´s nun jede dritte Review eine Portion Retro, Undergroundhits und vergessene Perlen der Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahre.