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Eins, Zwei, Die!

In der letzten Script Development Folge über Filmtitel ging es unter anderem um Titelzusätze wie beispielsweise ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT. Während dem deutschen Kinozuschauer mit dem Untertitel suggeriert wurde, dass es sich bei jenem Alien um keinen freundlichen Artgenossen handelt, kam der Originaltitel ohne diese zusätzliche Erklärung aus und hieß schlicht ALIEN. Trotzdem ist für jeden Genrekenner die Phrase „Im Weltall hört dich niemand schreien“ oder „In space no one can hear you scream“ untrennbar mit Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Meisterwerk verbunden. Solche Phrasen oder Sätze, die losgelöst vom Titel auf Plakaten prangen oder aus Trailern schallen, nennt der Marketingexperte eine Tagline, und sie spielen nicht nur in der Filmvermarktung eine Rolle („Think different.“, „Just do it.“). Filmtaglines aber können fantastische, bizarre Gebilde sein, banale Schenkelklopfer oder tiefgründige Philosophie, zweckdienlich oder dadaistisch. In über hundert Jahren Filmgeschichte hat sich da manch verschwurbeltes Kleinod gebildet, wo also anfangen?

Die kleine Genrefibel Teil 11: Serienkiller

Was ist das Faszinierende am Medium Film, an Geschichten, oder weitergefasst, an der Kunst selbst? Was sind die Antriebsmotoren, die Beweggründe, was bildet die Kunst eigentlich ab? Der Mangel des Vollkommenen, der Gewinn von Erkenntnis, das Hinterfragen des eigenen Ich´s innerhalb einer Gesellschaft? Da der Film ein visuelles Medium ist, bietet er die Möglichkeit, Dinge sichtbar zu machen, die in der Realität verborgen liegen. Sind Geschichten deshalb grundlegend bezogen auf Wünsche oder Sehnsüchte? Wissensdurst, die Suche nach Liebe, nach dem Sinn unseres Seins? So sehr beispielsweise Liebe Geschichten und Filmen eine thematische Basis bieten, sie ist selten das erste, was einem einfällt, wenn es um die Faszination menschlichen Verhaltens geht. Denn neben dem Sexualdrang ist es vor allem die Verhaltensweise Aggression, die anthropologisch gesehen die wichtigste Eigenschaft des Überlebens darstellt. Schlichter ausgedrückt, nichts fasziniert dem Mensch in der Erschaffung und Rezeption von Kunst so sehr wie Gewalt. Gewalt gehört zur Grundausstattung des Menschen, und er reibt sich weniger an dieser Tatsache selbst als im Versuch, sie mit den selbstaufgestellten, moralischen Auffassungen der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

October Overkill

Der Oktober ist für Genrefans ein goldener Monat, vor allem Gruselfreunde kommen auf ihre Kosten. Es beginnt mit dem Ende der großen Zombieschau auf dem Münchner Oktoberfest und gipfelt am 31.10. in Halloween, dem Nationalfeiertag für Bloodsucker und Schlitzstrolche. Dabei hat in Deutschland das Halloweenfest erst eine jüngere Tradition, den ursprünglich keltischen Brauch brachten irische Einwanderer zuerst in die USA, bis er sich viel, viel später auch in Europa verbreitete. Auf die Faszination von Morbidem und Schaurigem reagierte auch alsbald die Filmwirtschaft, denn welcher Monat eignet sich besser, einen Horrorfilm zu veröffentlichen als zwischen Erntedank und All Hallows Eve? Weil der diesjährige Genremonat eine Menge zu bieten hat, werfen wir kurz ein blutiges Auge auf die Schmankerl, die dem Genrefreund im Oktober feilgeboten werden.

MÄRCHEN EINER WANDERUNG

Es ist wieder Retrostunde im Reviewbereich. Mit Besprechungen von Klassikern und alten Kamellen ist das so eine Sache. Spricht man über die Wirkung eines Filmes heute oder aus teils verklärter Erinnerung heraus? Es gibt durchaus ein paar Filme, die man sich besser nicht noch einmal angeschaut hätte, weil sie konträr zur Erinnerung plötzlich langatmig und zäh erschienen. Aber bei Retrospektiven geht’s ja nicht immer nur um Vergleiche. In meiner Kindheit gab es einige Filme, die mir in junge Jahren mächtig Angst eingejagt haben. In meiner Top Fünf der grusligsten Kindheitserinnerungen rangiert neben CRITTERS und KOJAK: MORDFALL MARKUS NELSON (?!) rangiert auch folgendes Fantasymärchen von Alexander Mitta aus dem Jahr 1982.

Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak?

Ja nun, was nützt es ihm denn, dem toten Hund? Und was ist das eigentlich für ein dämlicher Titel? Was kann man sich darunter vorstellen, was kann Google sich darunter vorstellen, wenn es diesen Beitrag irgendwo einordnen soll? Ein Freund meinte zu mir, mach deine Überschriften bloß nicht zu abstrakt, das ist werbetechnisch kontraproduktiv. Andererseits gibt es bestimmt Leute, die ob des Titels vielleicht Appetit bekommen, wegen dem Beefsteak? Die Meisten werden wie immer erstmal verdutzt dreinblicken.

Die kleine Genrefibel Teil 10: Batmania

Willkommen zurück zu einer neuen Ausgabe der Kleinen Genrefibel, mit Teil 10 sogar ein kleines Jubiläum, zumindest für mich. Aus diesem Grund lass ich es mir auch nicht nehmen, über eines meiner Herzensthemen zu schreiben, über eine Franchise, einen Stoff, eine Figur, einen Mythos, der mich von Kindesbeinen an begleitet hat – der Batman. Wieder sitze ich in der Zwickmühle. Ich habe mir bereits mit Teil 6: STAR TREK Kritik eingefangen, wie eine Franchise in das Konzept von Genrevorstellungen passt. Aber ich seh das nicht so eng, denn immerhin ist das keine Abiturprüfung oder Doktorarbeit, zudem mehr eine Frage der Definition. Natürlich sind die STAR TREK- und BATMAN-Filme kein Subgenre, aber auch nicht das Ende des Wurzelgeflechtes eines Genrestammbaums. Wo befinden wir uns denn, wenn es um den Mythos Batman geht?

Fantasy Filmfest 2013 Quick’n’Dirty

Und da war´s auch schon wieder vorbei – das FANTASY FILMFEST 2013. Zumindest für Berlin und Hamburg. Und wie in fast jedem Jahr ist die eigene Programmvorausplanung selbstredend für die Katz gewesen, denn ich war die ersten Festivaltage gar nicht in der Stadt. Ups! So war es mir leider nicht vergönnt, den Eröffnungsfilm THE CONGRESS von Ari Folman zu schauen. Glücklicherweise startet der Animations-Realfilm-Mix nach Stanislav Lem am 12. September regulär in den Kinos. Auch HAUNTER von Vincento Natali hab ich verpasst. Aber auch in der zweiten Festivalhälfte gab es ja ein paar Perlen zu entdecken. Werfen wir im Kurzcheck einen Blick auf sechs Filmchen des diesjährigen Programms.

corps d’amour

Wenn ich mal nicht Drehbücher überarbeite, Stoffe entwickle, logline oder pitche, verfalle ich ab und zu in die dunkle Seite des Script-Doktoren-Daseins. Ich gehe dann die Kellertreppe hinab in mein kleines Labor, welches ich mir aus Yps-Helften, alten Schrauben und Muttern und lediglich mit einem Stück Bast zusammengeschraubt habe. Dort auf dem Seziertisch, einer alte Werkbank, mache ich mich daran, an unschuldigen Hollywoodschönheiten herum zu operieren. Dazu bringt mich einerseits mein darwinistischer Forscherdrang, andererseits profane Dinge wie Langeweile, Neugierde gegenüber weiblichen Reizen oder das Herbeisehnen eines kreativen Impulses.

27. Fantasy Filmfest

Wie in jedem Filmjahr gehört der August ganz dem internationalen Genrefilmfestival FANTASY FILMFEST, welches Rosebud Entertainment seit 1987 nunmehr zum 27. Mal präsentiert. Ich selber bin noch gar nicht so lang dabei als Besucher des Festivals, war 2009 das erste Mal auf den FANTASY FILMFEST NIGHTS, beim Hauptfestival hingegen erst 2010. Was blieb hängen in diesen Genrejahren? Mit Sicherheit FOUR LIONS, THE COLLECTOR, KILL LIST & RABIES, CHILLERAMA und JOHN DIES AT THE END. Und natürlich SPLICE und STOKER, aber nur deshalb, weil ich wegen überfülltem Kinosaal keine Karte mehr bekam. Doch es ist nicht nur das Festival selbst, es ist auch das ganze Drumherum. Genrefilme schauen macht nach einem platten Blockbustersommer endlich wieder Spaß. Auch in den Videotheken tauchen wieder vermehrt Horror-, Sci-Fi-, und Thrillerware auf, wenn meist auch alte Kamellen des FANTASY FILMFEST Vorjahres.

ONLY GOD FORGIVES

Die Filme des Dänen Nicolas Winding Refn sind nicht unbedingt jedermanns Sache. Neben der PUSHER Trilogie, die ich erst sehr spät gesehen habe, hat mich vor allem BRONSON mit Tom Hardy begeistert. Seit DRIVE aus dem Jahr 2011 ist Refn einem größeren Publikum bekannt. Trotz Ryan Gosling ist DRIVE aber weit entfernt von massentauglichem Feel-Good-Entertainment. Refn inszeniert sperrige, schweigsame und abgründige Reflektionen von Gewalt und Gegengewalt. Sein neuer Film ONLY GOD FORGIVES treibt beide inszenatorischen Pfeiler von Refn noch auf die Spitze: stilisierte Langsamkeit und emotionslose Brutalität.