Posts Tagged: Horror

The Blumhouse Experience

Unter dem Hashtag #shocktober werden in Blogs und Foren momentan Horrorfilme besprochen, lobgehudelt oder verteufelt, ein schöner Brauch seit ein paar Jährchen. Denn alle wissen, der Oktober war schon immer der Horrormonat schlechthin. Ob im Kino, auf Blu-ray, DVD oder im TV, für Horrorfilme gibt es keine bessere Jahreszeit. Auch wir wollen an diesem Gelage teilhaben und erklären den Oktober auf Traumfalter Filmwerkstatt zum Horror-Special inklusive Retro Review und einer kleinen Genrefibel über Stephen King. Wir wollen aber nicht ausschließlich in der Vergangenheit weilen, sondern uns auch ein wenig mit der aktuellen Lage an der Horrorfilmfront beschäftigen. Funktioniert Horror noch immer global? Und wie wirkt sich das wirtschaftlich aus?

Fantasy Filmfest 2016 Quick’n’Dirty

Wir beginnen heute mit einem Gedichtauszug von Christian Morgenstern: „Wenn der Bauer im Strudel mäht und die Wolken tief zu Tale höngen, wirst auch du Mariechen zu deinem Pferdchen kümmen!“ Was immer das auch heißen mag. Das 30. Fantasy Filmfest ist zu Ende oder auch nicht, wie das eben so ist im Vielvölkerstaat. Hier in Berlin jedenfalls ist´s passé und die Menschen freuen sich, endlich wieder ungestört JASON BOURNE kucken zu können. Wie in jedem Jahr picken wir uns die Rosinen aus dem Hundekuchen und schauen mal, welch gut gekutterte Genreware da über die Ladentheke gewandert ist. Fangen wir mal mit einem Film an, den ich gar nicht gesehen habe, weil mir die anderen einfach alle Karten vor der Nase weggekauft haben.

30. Fantasy Filmfest

Ob man nun will oder nicht, ein neues FANTASY FILMFEST steht an, ein Jubiläum zugleich, das internationale Genrefilm-Festival wird heuer dreißig Jahr. Was für ein schöner, runder Geburtstag. Wird dieser eventuell besonders zelebriert, mit eine Retrospektive vielleicht, einem Best of oder wird wenigstens Friedrich Wilhelm Murnau exhumiert und irgendwo aufgebahrt? Leider nein. Auf den ersten flüchtigen Blick kommt das 30. FANTASY FILMFEST 2016 ziemlich unspektakulär daher. Kein Midnight Madness mehr, auch kein Focus Asia, aber das war bereits im letzten Jahr so. Aber leider auch kein echtes Highlight trotz bunter Genremischung.

Die kleine Genrefibel Teil 45: Im Giftschrank

Der Horrorfilm. Was hat er nicht alles ertragen müssen im Laufe der Filmgeschichte? Beschimpft hat man ihn, bepöbelt, mit faulem Steinobst beworfen, der Ketzerei bezichtigt. Wie damals beim Rock`n Roll! Horror- und Genrefans leiden seit jeher unter Rechtfertigungszwang. Spricht man heute von Horrorfilmen, wird oft mit hochtrabendem Besteck jongliert. Horror speist sich aus unseren Urängsten, ist tief psychologisch verwurzelt, ein gesellschaftlicher Spiegel, ein Bruch mit dem Realismus, in dem er dennoch stark verankert ist. Und es stimmt. Doch ist das nicht die ganze Wahrheit. Denn eine tragende Säule des Horrorfilms war und ist immer noch die explizite Darstellung von Gewalt, Schmerz und Tod, die wohl größten Urängste überhaupt. Nicht nur Protagonisten haben sich ihnen zu stellen, auch Filmkonsumenten. Angst und Ekel sind effektive Brandbeschleuniger und jeder Fan weiß um die Faszination von Gewalt im Film. Lasst uns deshalb endlich darüber reden, über das, was Horrorfilme schon immer ausgemacht hat – Blut, Gehirn, Knochenmehl, Eingeweide und Gekröse.

Die kleine Genrefibel Teil 44: Netzwelt

In gewisser Hinsicht ist der Science-Fiction-Film ein Genre mit Verfallsdatum. Denn im Bereich Science-Fiction ist das Thema bestimmender als dramaturgische Aspekte. Es geht um den Stand von Wissenschaft und Technik, um Gesellschaft und Evolution der Gattung Mensch von der Gegenwart bis in eine mögliche Zukunft. Einige Themenbereiche der Science-Fiction wurden von der Realität eingeholt bzw. überholt. Nuklearwaffen, Gensplicing, Robotik oder Künstliche Intelligenz sind heutzutage nur allzu real, einzig Reisen in den interstellaren Raum oder durch die Zeit scheinen noch echte Science-Fiction zu sein. So sind auch die Themenbereiche Computer, Internet, Kommunikation und Interaktion in sozialen Medien recht schnell von der Vision zur Wirklichkeit gereift, schneller als sonst ein Feld in der Wissenschaft und Technik. Das wollen wir uns heute einmal genauer anschauen, wie hat das Internet den Film beeinflusst und verändert.

Fantasy Filmfest Nights 2016

Die Fantasy Filmfest Nights 2016 nähern sich mit großen Schritten und wir wollen mal wieder einen kleinen Blick auf das Programm werfen. Ich verstehe die Nights immer als eine Art Carte Blanche quer durch den Genregemüsegarten, andere wiederum bezeichnen das Festival aus dem Hause Rosebud als Marketingvehikel für kommende Heimauswertungen. Wie auch immer. Fakt ist, es gibt gute und schlechte Jahrgänge, auf das fulminante Jahr 2013 (STOKER, THE SEASONING HOUSE, JOHN DIES AT THE END) folgte ein schwächerer Jahrgang 2014 (THE GREEN INFERNO, WOLF CREEK 2), letztes Jahr ging es durch GERMAN ANGST, A GIRL WALK HOME ALONE AT NIGHT und CUB wieder aufwärts, die ersten White Nights im Dezember waren dann aber wieder nur mittelprächtig (BASKIN, DEMON). Egal, Schwamm drüber, die Nights 2016 sind wieder über die Maßen verzückend!

Die neue Unwirklichkeit

Eine Hauptstadt im Festivalfieber. Ganz Berlin ächzt unter der Knechtschaft von Gaius Julius Kosslick. Ganz Berlin? Nein, ein kleines Kino in Mitten der Mitte leistet nun schon seit vier Jahren Beihilfe zum Widerstand. Die GENRENALE, das Festival für den deutschen Genrefilm, das Bollwerk gegen die Uniformität filmischer Kältestarre und Mutlosigkeit im deutschen Betroffenheitskino und Betäubungsfernsehen, hat erfolgreich ihren vierten Staffellauf absolviert und purzelte am Donnerstag Nacht über die Zielgerade. Erster! Mit großem Abstand zur BERLINALE.

Martyrs, Martyrs

Horrorfilme sind wie gute Weine, dunkelrot, trocken und wohlig im Abgang. Und wie beim Wein gibt es gute und weniger gute Jahrgänge. 2008 ist ein solcher besonderer Jahrgang für den Horrorfilm. Als Indikator dafür dient manchmal das FANTASY FILMFEST, auf dem in eben diesem Jahr 2008 moderne Klassiker wie EDEN LAKE, INSIDE, FRONTIER(S), REC, THE STRANGERS oder SO FINSTER DIE NACHT aufgeführt wurden. Und obwohl ich selbst gar nicht auf den NIGHTS oder dem FANTASY FILMFEST 2008 war, drang eine Kunde auch an mein Ohr. Es erinnerte mich an die gute alte Zeit, in der man noch ahnungslos von so mancher Horrorperle erfuhr, die man unbedingt gesehen haben musste. Ein Raunen ging durch die Foren, da gibt es einen Film, der alles Vorstellbare sprengt, der so extrem und kontrovers war, dass man sich vor ihm fürchten müsse – MARTYRS von Pascal Laugier.

GENRENALE 4

In einem altdeutschen Kinderspruch heißt es: „Erst Eins, dann Zwei, dann Drei, dann Vier, dann steht die GENRENALE vor der Tür.“ Also sinngemäß! Bald ist es wieder soweit und die blutverschmierten Pforten in die Untiefen des deutschen Genrefilms öffnen sich erneut, dass es nur so knarrt. KEEP IT UNREAL heißt das Motto der diesjährigen vierten Ausgabe des Festivals, welches exklusiv dem deutschen Genrefilm gewidmet ist. Wie im letzten Jahr gibt es an zwei vollen Tagen wieder Action, Science Fiction, Fantasy, Horror, Mystery und Neo Noir, verpackt in illustre Shorts-Rollen, dazu das MORBIDO Special, Pitching, Podium und Preisverleihung.

Phantastische Filme & wo sie zu finden sind

So, ihr Früchtchen! Nachdem sich vor ein paar Tagen einer meiner Texte selbstständig gemacht hat und nun auf seine Steuernummer wartet, machen wir einfach weiter, als sei nix passiert. 2015 liegt hinter uns, ich spare mir mal gesellschaftliche Häme und mahnende Zeigefinger, ihr seid alt genug. Wir wollen wieder einen Blick in die Zukunft werfen, auf Filme und Serien 2016, wollen der Leidenschaft frönen, dass es nur so splattatert. Jahresrückblicke sind ja so eine Sache, sie sind bauernschlau, rechthaberisch und sentimental. Bei einer Vorschau ist das anders, man bemüht das Konjunktiv und streitet Verantwortungen ab. Für mich ist es zudem interessant, Vorschau und Rückblick nebeneinanderzulegen und Diskrepanzen zu analysieren.