Aller guten Dinge sind drei – Dreierhopp, flotter Dreier, die Heilige Dreifaltigkeit. Und auch das FANTASY FILMFEST geht im Jahr 2017 des Herrn bereits in die dritte Runde. Wie das? Nun ja, nach den WHITE NIGHTS im Januar (mit HUNT FOR THE WILDER PEOPLE, SAFE NEIGHBORHOOD & THE MONSTER) und den regulären NIGHTS im April (mit SWEET, SWEET LONELY GIRL, THE BELKOW EXPERIMENT & THE LIMEHOUSE GOLEM) tourt im September nun das Hauptfestival durch sieben deutsche Städte. Nach dem 30. Jubiläum im letzten Jahr nun also endlich wieder das volle, internationale Genreprogramm, ein Crowd Pleaser zur Eröffnung, 10 neue Fresh Blood Anwärter und endlich auch mal wieder eine Retrospektive. Willkommen zum 31. FFF 2017.
Zum Abschluss unserer kleinen Reise durch die aktuelle Genrefilmszene werfen wir einen kurzen Blick auf die diesjährigen Fantasy Filmfest Nights, welche am Wochenende in Berlin und Hamburg starten, gefolgt von Frankfurt, Köln, München, Nürnberg und Stuttgart am 29. und 30. April. Streng genommen sind es bereits die zweiten Nights in diesem Jahr nach der Winterausgabe im Januar, den White Nights 2, wo vor allem unterhaltsame Genrewerke wie SAFE NEIGHBORHOOD, HUNT FOR THE WILDER PEOPLE oder THE NIGHT WATCHMEN gezeigt wurden. Die echten Nights 2017 bieten dieses Jahr dann wieder filigranere Kost, weniger Horror, dafür umso mehr Plotkonstrukte um Isolation und Gefangenschaft.
Angeblich leben wir in einer Zeit, in der Fake News und Alternative Fakten die Gemüter der Menschen erzürnen und auf die Barrikaden bringen. Da kann der Filmliebhaber nur müde lächeln und macht sich eine neue H-Milch auf. Denn Film war und ist schon immer Beschiss an der Wahrheit. Mag er auch noch so realistisch inszeniert sein, Film ist nun mal Film und nicht die Realität. Da wird gebogen, verbrämt und überschüssiges weggespachtelt, Zeiträume werden gerafft, Perspektiven verschwiegen, Informationen ausgespart und hier und da getrickst. Nix Neues eigentlich, es liegt in der Natur der Filmdinge. Aber manchmal lehnt sich der Film noch weiter aus dem Fiktionsfenster und macht es selbst dem Profi schwer zu unterscheiden, ob das nun ernst gemeint ist oder nicht. Denn die Kamera lügt nicht und Filmmaterial ist oft gleichbedeutend mit Beweismaterial.
Das Jahr 2017 ist ein besonderes Jubiläumsjahr, denn es rundet sich zum fünfhundertsten Male die Thesenverspachtelung der Wittenberger Schlosskirche durch den Genrefilmer Martin Luther, dem Urururonkel von Lex Luther. Damals ging es um Reformation, und dieser Vibe erklingt auch 500 Jahre später noch durch die BRD, die Betroffenheitsrepublik Deutschland. Denn es gibt noch so viele Dinge neben konfessioneller Abgrenzung und der Homogenisierung von Milch, die reformiert gehören in diesem Lande. Zum Beispiel die Filmkultur. Während auf der BERLINALE der Vakuumszustand der Bewältigungsfilmerei befeiert wird, beweist die GENRENALE mittlerweile zum 5. Mal in Folge, dass es in Deutschland durchaus auch Filmemacher gibt, die ihre Visionen um kontroverse, aufreibende und unangepasste Stoffe mit den Stilmitteln des internationalen Genrefilms realisieren wollen und das auch tun, gegen jeden Widerstand der fantasiefeindlichen und bürokratisch verwalteten Filmbranche Deutschlands, die scheinbar jeden Anschluss an den internationalen Markt verloren hat.
Endlich ist der Januar vorbei und nun sind es nicht einmal mehr vierzehn Tage bis zur GENRENALE5 vom 13. – 16. Februar 2017. Richtig, die GENRENALE feiert bereits ihren fünften Geburtstag, seit 2013 steht das Festival für den deutschen Genrefilm und vor allem für die Filmemacher, die abseits der traurig langweiligen deutschen Filmlandschaft für ihre Visionen und vor allem für mehr Genrevielfalt kämpfen. Es ist ein Kampf, nach wie vor, aber besonders in diesem Jahr zeigen sich die ersten Früchte dieses Kampfes, denn nie zuvor war die GENRENALE üppiger und fantastischer.
„Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“ – So beschrieb es Jules Verne in „20.000 Meilen unter dem Meer“. Genau, das Meer, Weltmeer, Ozean. Gewaltige Wassermassen von unbändiger Macht. Aber auch beseelt von inniger Sehnsucht. Was liegt wohl hinter dem Meer, am Ende des Horizonts? Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche, am Grunde des Ozeans? Welche Kreaturen verstecken sich in den Tiefen, welche Schätze sind dort zu finden?
Guten Morgen im Neuen Jahr, liebe Leser, ich habe ein wenig verschlafen, aber draußen liegt Schnee und damit ist Gleitzeit, also alles schick. Moment, ich trink mal eben noch einen Schluck. So. Wo waren wir? Ach ja, neues Jahr, neues Glück. Willkommen zum großen Jahresrückblick 2017. Im Kino lief bislang PASSENGERS mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence, eine Science-Fiction Schmonzette mit dem Klebrigkeitsgehalt von Nuspli, dass einem bisschen übel wird, aber multiples Kreischen einer einzelnen Frau hat mich überzeugt, das wird wohl doch ein Hit. Dann gab’s nach drei Jahren endlich mal wieder eine neue Folge SHERLOCK, einen Golden Globe Rekord für das Musical LA LA LAND und Nastassja Kinski hat ihre Teilnahme am Dschungelcamp abgesagt.
Nun sind wir endlich in der schönen Vorweihnachtszeit angekommen, eine Zeit, in der Milch und Honig wirklich fließen, nicht nur in der Phantasie. Bevor wir aber das Film- und Serienjahr 2016 abhaken, betreiben wir noch ein wenig Rundschliff. Im Dezember 2015 fanden zum ersten Mal die Fantasy Filmfest Nights statt, das Programm war mit BONE TOMAHAWK, BASKIN und DIBBUK ganz solide. Bei den Nights 2016 im April dagegen tummelten sich ein paar echte Hochkaräter des Genrefilmjahres (THE WITCH, GREEN ROOM, THE LOBSTER, WHAT WE BECOME, HIGH RISE, MOONWALKERS), während das Jubiläumsfestival im August nicht ganz so pompös ausfiel. Eine weitere Spezialausgabe der Fantasy Filmfest Nights im Dezember aber hätte das Genrejahr perfekt abrunden können. Doch leider gibt es im Dezember gar keine White Nights, die kommen nun erst im Januar nächsten Jahres zurück.
Weil der erste Satz beim Schreiben einer kleinen Genrefibel immer der schwerste ist, lass ich ihn dieses mal einfach weg. Kommen wir also gleich zur Sache. Auf unserer Reise durch die Genres und Subgenres der Phantastik stehen wir wieder einmal vor einem streitbaren Thema. Vampire, Werwölfe oder Zombies, sie bestimmen als Figuren ihre jeweiligen Subgenres. Anthologien oder der Found Footage Film werden durch strukturelle oder technische Belange klassifiziert. Unser Thema heute aber heißt Stephen King, bzw. Stephen King Verfilmungen. Ist das nun ein eigenes Subgenre?
Nachdem wir uns letzte Woche mit trockenen, kalkulatorischen Aspekten des Horrorfilms beschäftigt haben, wollen wir es mal wieder richtig splattatern lassen. Reisen wir zurück in der Zeit, in eine Epoche des Horrorfilms, die noch wahrlich quietschig war. In unserer Retro Review huldigen wir heute gleich zwei Klassikern. Obgleich sie nicht gänzlich unbekannt sind, fristen sie ein Schattendasein, tauchen selten in den Listen um die besten Horrorfilme aller Zeiten auf und warten weltweit noch immer auf eine adäquate Veröffentlichung auf Blu-ray. Doch damit ist jetzt Schluss! Begeben wir uns auf einen wilden Ritt durch die Geschichte des Horrorfilms – Vorhang auf für WAXWORK von Anthony Hickox.