Posts in Category: Die kleine Genrefibel

Die kleine Genrefibel Teil 50: Der Sexreport

Da wären wir also, liebe Genrefreunde, ein gar wundervolles Jubiläum zu zelebrieren – 50 Jahre Die kleine Genrefibel! Was war das für eine tolle Zeit. Ich erinnere mich noch genau, als ich die Genrefibel im Frühjahr 1966 konzipiert habe, ganze elf Jahre vor meiner Geburt. Das nenne ich Engagement über die Zeugung hinaus. Apropos Zeugung. Ich habe lang überlegt, welches Genre oder Subgenre denn für ein solches Jubiläum geeignet wäre. Zur Auswahl standen Bee-Movies (also Filme über Bienen), die Geschichte des Daumenkinos und das Microgenre Film im Film im Film. War mir im Endeffekt aber alles nicht prall genug. So blieb nur noch ein Thema übrig, das über genügend Potenz verfügt, dieses Jubiläumsloch zu stopfen. Was gibt es da zu kichern? Die kleine Genrefibel wollte schon immer aufklären, nun endlich scheint die Zeit gekommen, sich mit einem entscheidenden Triebfeld der Kunst zu beschäftigen – Erotik und Sex im Film.

Die kleine Genrefibel Teil 49: Stephen King

Weil der erste Satz beim Schreiben einer kleinen Genrefibel immer der schwerste ist, lass ich ihn dieses mal einfach weg. Kommen wir also gleich zur Sache. Auf unserer Reise durch die Genres und Subgenres der Phantastik stehen wir wieder einmal vor einem streitbaren Thema. Vampire, Werwölfe oder Zombies, sie bestimmen als Figuren ihre jeweiligen Subgenres. Anthologien oder der Found Footage Film werden durch strukturelle oder technische Belange klassifiziert. Unser Thema heute aber heißt Stephen King, bzw. Stephen King Verfilmungen. Ist das nun ein eigenes Subgenre?

Die kleine Genrefibel Teil 48: Odýsseia

Weh mir! Zu welchem Volke bin ich nun wieder gekommen? Sind’s unmenschliche Räuber und sittenlose Barbaren; oder Diener der Götter, und Freunde des heiligen Gastrechts? Eben umtönte mich ein Weibergekreisch, wie der Nymphen, welche die steilen Häupter der Felsengebirge bewohnen, und die Quellen der Flüsse und grasbewachsenen Täler! Bin ich hier etwa nahe bei redenden Menschenkindern? Auf! Ich selber will hin, und zusehn, was es bedeute! Also sprach er, und kroch aus dem Dickicht, der edle Odysseus, brach mit der starken Faust sich aus dem dichten Gebüsche einen laubigen Zweig, des Mannes Blöße zu decken;

Die kleine Genrefibel Teil 47: Marvelous

Die Kleine Genrefibel ist zurück, sie war im Urlaub und hat sich einen Seeigelstachel eingetreten. Aua! Doch Urlaub hatte sie dringend nötig. In bislang 46 Folgen hat sie sich nicht nur durch diverse Subgenres geackert, sondern auch über den Genretellerrand geblickt, auf thematische Komplexe, Filmnationen und Franchisen. Denn die Welt des bewegten Bildes ist riesig und expandiert unentwegt. Am Anfang gab es lediglich Filme, dann folgten Fortsetzungen, Trilogien, Quadrologien und sogar Sagas. Im weltweiten Milliardengeschäft um Einspielergebnisse und Markenrechte aber bedurfte es einer weiteren Steigerung an Komplexität und Zuschauerbindung – das Filmuniversum.

Die kleine Genrefibel Teil 46: School’s Out

Die kleine Genrefibel meldet sich pünktlich vor den Sommerferien zurück. Wo war sie denn so lang? Hat sie etwa geschwänzt? Mitnichten, eine elterliche Entschuldigung wegen Husten und Schnupfen liegt vor. Aber auch Gewissensbisse und Zweifel nährten den Autor. Während das ganze Land über den Stand des deutschen Genrefilms diskutiert, fühlt sich eine Genrefibel über High School Komödien wie Verrat an. Doch ist das nicht die ganze Wahrheit. Denn wenn es ein Subgenre in Deutschland gibt, was sich kulturell wie wirtschaftlich behaupten kann, dann ist es der Schulfilm. Ein Raunen geht durch die Bankreihen, er hat Genre, Deutschland und Wirtschaftlichkeit in einem Satz gesagt! Ja, hat er, und nun bitte Ruhe, sonst Hefte raus, Klassenarbeit!

Die kleine Genrefibel Teil 45: Im Giftschrank

Der Horrorfilm. Was hat er nicht alles ertragen müssen im Laufe der Filmgeschichte? Beschimpft hat man ihn, bepöbelt, mit faulem Steinobst beworfen, der Ketzerei bezichtigt. Wie damals beim Rock`n Roll! Horror- und Genrefans leiden seit jeher unter Rechtfertigungszwang. Spricht man heute von Horrorfilmen, wird oft mit hochtrabendem Besteck jongliert. Horror speist sich aus unseren Urängsten, ist tief psychologisch verwurzelt, ein gesellschaftlicher Spiegel, ein Bruch mit dem Realismus, in dem er dennoch stark verankert ist. Und es stimmt. Doch ist das nicht die ganze Wahrheit. Denn eine tragende Säule des Horrorfilms war und ist immer noch die explizite Darstellung von Gewalt, Schmerz und Tod, die wohl größten Urängste überhaupt. Nicht nur Protagonisten haben sich ihnen zu stellen, auch Filmkonsumenten. Angst und Ekel sind effektive Brandbeschleuniger und jeder Fan weiß um die Faszination von Gewalt im Film. Lasst uns deshalb endlich darüber reden, über das, was Horrorfilme schon immer ausgemacht hat – Blut, Gehirn, Knochenmehl, Eingeweide und Gekröse.

Die kleine Genrefibel Teil 44: Netzwelt

In gewisser Hinsicht ist der Science-Fiction-Film ein Genre mit Verfallsdatum. Denn im Bereich Science-Fiction ist das Thema bestimmender als dramaturgische Aspekte. Es geht um den Stand von Wissenschaft und Technik, um Gesellschaft und Evolution der Gattung Mensch von der Gegenwart bis in eine mögliche Zukunft. Einige Themenbereiche der Science-Fiction wurden von der Realität eingeholt bzw. überholt. Nuklearwaffen, Gensplicing, Robotik oder Künstliche Intelligenz sind heutzutage nur allzu real, einzig Reisen in den interstellaren Raum oder durch die Zeit scheinen noch echte Science-Fiction zu sein. So sind auch die Themenbereiche Computer, Internet, Kommunikation und Interaktion in sozialen Medien recht schnell von der Vision zur Wirklichkeit gereift, schneller als sonst ein Feld in der Wissenschaft und Technik. Das wollen wir uns heute einmal genauer anschauen, wie hat das Internet den Film beeinflusst und verändert.

Die kleine Genrefibel Teil 43: Biopic

Einen wunderschönen Guten Tag, liebe Filmfreunde, kommen Sie rein, was darf´s denn sein? Die schlechte Nachricht allerdings gleich am Anfang, Genreware is leider aus diese Woche. Aber dafür haben wir ganz vorzügliches Biopic im Angebot. Aus ökologisch kontrolliertem Anbau natürlich. Ah nee, jetzt hab ich mich vertan, gleich am Anfang. Heute geht es natürlich nicht um Bio-Schweinefleisch, obwohl einige der lecker Filmchen durchaus ganz schöne Schinken sind, wie man sagt. Is ja auch nicht immer einfach, Kunstdinger von Kunstdünger zu unterscheiden. Es ist OSCAR-Zeit und deshalb servieren wir heute Biopics. Na gut, dann nehme ich 500 Gramm Mozartkugeln, ein Pfund Schillerlocken und zwei Bismarckheringe. Dazu ein Glas MILK.

Die kleine Genrefibel Teil 42: Bloodsport

Die erste Genrefibel 2016 ist da, wird auch Zeit, das Jahr ist fast rum. Alles fit bei Euch? Wo wir bereits beim Thema wären, wie steht´s eigentlich mit Eurer Fitness? Ich als Dramaturg stehe jeden Morgen um 04:30 Uhr auf, mache rund 150 Liegestütze, renne drei Runden um den Blog und verspeise dann ein Eibrötchen. Dann leg ich mich wieder hin. Körperliche Ertüchtigung ist wichtig für meinen Beruf, ich brauche gut durchtrainierte Schreibfinger und flinke Beine, um jedem Trend hinterher rennen zu können. In der Filmbranche muss man sich durchboxen, man geht man zu Boden, rafft sich wieder auf und schlägt zurück. Knochenbrecherjob.

Die kleine Genrefibel Teil 41: STAR WARS

Am heutigen Tag endet eine sehnsüchtige Reise. Schon wieder. Das heißt, eigentlich wird sie gestern enden werden, denn gestern ist gar nicht gestern, gestern ist erst in 3 Tagen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknoten sich zu einem intergalaktischen Knäul. Denn wenn ihr Erdenbürger das hier lest, sind diese drei Tage bereits verstrichen und STAR WARS – THE FORCE AWAKENS läuft offiziell in allen Kinos von Acapulco bis Zeitz. Ich hingegen muss noch warten, drei verfluchte Tage lang. Weil diese Zeit ungefähr so quälend ist, als würde man im Schlund des Sarlacs langsam verdaut werden, rekapituliere ich mein bisheriges Leben mit STAR WARS. Auf das der Kreis sich schließen möge.