Posts Tagged: Drehbuch

Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak?

Ja nun, was nützt es ihm denn, dem toten Hund? Und was ist das eigentlich für ein dämlicher Titel? Was kann man sich darunter vorstellen, was kann Google sich darunter vorstellen, wenn es diesen Beitrag irgendwo einordnen soll? Ein Freund meinte zu mir, mach deine Überschriften bloß nicht zu abstrakt, das ist werbetechnisch kontraproduktiv. Andererseits gibt es bestimmt Leute, die ob des Titels vielleicht Appetit bekommen, wegen dem Beefsteak? Die Meisten werden wie immer erstmal verdutzt dreinblicken.

Die kleine Genrefibel Teil 8: Echtzeitfilme

In diesem Teil der kleinen Genrefibel ticken die Uhren mal ein wenig anders. In der Vorbereitung dieses Artikels fiel mir auf, dass ich ja auch im Bereich Script Development den Begriff Zeit als dramaturgisches Element eines Filmstoffes behandeln wollte. Zum anderen sind Echtzeitfilme selten und weniger Subgenre oder Filmsparte, sondern die letzte Konsequenz eines sehr klaren und nachvollziehbaren Einsatzes von Zeitabläufen innerhalb der Filmhandlung. Weil sich Filme von COCKTAIL FÜR EINE LEICHE bis SILENT HOUSE in Sachen Zeitstruktur gleichen, etablierte sich irgendwann der Begriff Echtzeitfilme.

Motherfucking Stoffentwicklung

Gibt man bei diesem Google die Suchbegriffe TIPPS und DREHBUCH ein, rotiert der Scrollbalken. Sucht man nach TIPPS für gute STOFFENTWICKLUNG, ist der erste Suchtreffer noch immer dict.cc – das Deutsch – Englisch – Wörterbuch mit Ähnlichen Begriffen von Stoffbezug über Stoffdichteregler bis Stofffreisetzung. Logisch, für Fachfremde ist der Begriff Stoffentwicklung immer noch zwischen Textilien und Marihuanaanbau verortet. Natürlich finden sich unter den Suchergebnissen auch Schlagwörter wie Idee, Markt oder Medienkompetenz. Konkrete Tipps kann man sich da aber abschminken, klare Aussagen „Ein Drehbuch schreiben – Anleitung, Tipps & Tricks“? Fehlanzeige.

Augenfänger

Am Anfang war das Bild. Noch bevor ein Hauptplakat in den Schaukästen der Kinos landet, kündigen Teaserplakate auf kommende Filmgroßereignisse an. Wie lange es diese Art des Marketings schon gibt, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich glaube allerdings, Teaserposter kamen erst in den Neunziger Jahren in Mode. Das Tolle an Teaserplakaten ist die Reduzierung des Films oder des Plots auf ein schlichtes Bild, Logo oder Moodvisual. Es muss im Kopf des Betrachters eine Initialzündung hervorrufen. Aus diesem Grund ist das Verwenden von Teaserpostern auch nur in bestimmten filmischen Bereichen wirklich sinnvoll. Denn ein „Teasen“ ergibt nur dahingehend Sinn, wenn man eine Verbindung zu etwas Bekanntem herstellen kann. Einfachstes Beispiel ist das SUPERMAN-Symbol, bei dem jeder weiß, um was es sich handeln könnte.

Eternal Fear of the paranoid mind

Ein Drehbuchautor muss komplexe Gefühle beherrschen, das ist wichtig, um seinen Figuren den nötigen Blub zu geben. So mancher Autor könnte perfekte Thriller schreiben, wenn er eine seiner größten Ängste in seine Figuren pressen würde: Die Paranoia vorm bösen Ideenklau. Eigentlich dachte ich, dieses Relikt der Paranoia wäre längst Geschichte, aus Zeiten stammend, in der die Leute noch gefaxt oder Telegramme verschickt haben. Die Möglichkeiten des Internets hat Filmemacher doch eher beflügelt, ihre Stoffe progressiv zu bewerben. So ist es ja auch, im Großen und Ganzen. Aber auch in Zeiten von Script Development 2.0 erlebt man durchaus noch die ein oder andere urbane Legende.

Die kleine Genrefibel Teil 1: Zeitreiseplots

Unsere universelle Zeitkoordinate ist 2013-03-30T17:33:41+01:00, wir befinden uns im Science-Fiction-Sektor. Die Themenfelder, die das Genre Science-Fiction tangieren, reichen von Zukunftsvisionen wie Utopien & Dystopien, Aliens, apokalyptische Weltuntergangsszenarien bis hin zu Geschichten über künstlicher Intelligenz und menschenähnliche Roboter. Wenn der Science-Fiction-Film Subgenres hat, und im Vergleich zum Horrorfilm ist das nicht immer eindeutig, so definieren die sich über diese Themenfelder und bilden so Spielarten wie Robots, Alien Invasion, Cyberpunk, Postapokalypse, Military-Geschichten, First Contact, Sci-Fi-Horror & Fantasy oder Space Opera. Die beliebtesten Variationen einer wissenschaftlichen Erzählung aber sind Plots, die sich mit der Frage der Unveränderlichkeit und Unaufhaltsamkeit der Vierten Dimension beschäftigen: Zeitreisegeschichten.

The Royal Andersons

Was zum Kuckuck hat denn Wes Anderson bitte schön in einem Genrefilmblog zu suchen? Sicherlich könnte man in der Art und Weise, wie Anderson Filme schreibt und inszeniert, das Gegenteil von Genrefilmen sehen. Muss man aber nicht. Für mich stellt die Filmografie des 43jährigen Texaners ein ganz eigenes Genre dar – das Wes Anderson-Genre. Denn seine Filme, von BOTTLE ROCKET bis MOONRISE KINGDOM, sind eine ganz eigene Mischung aus Tragikkomödie, Ensemblefilm, melancholischer Eigenbrötelei, Wahnwitz und experimenteller Skurrilität. Würde Anderson einen Science-Fiction Film inszenieren, wäre auch das in erster Linie ein Anderson-Film.

Charlie Brewster und der Kassandra Komplex

In einem Genrefilmdrehbuch für Spannung zu sorgen, ist gar nicht mal so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Szenen, die im fertigen Film letzten Endes High Tension ausmachen, sind meist Verdienste der Inszenierung. Das umsichtige Schleichen in modrigen Gemäuern, knarrende Dielen und die Flucht über Stock und Stein vor dem fiesen Schlitzstrolch, alle diese Dinge sind in einem Drehbuch eher nüchtern beschrieben: „Carola rennt die Treppe rauf“ liest sich alles andere als spannend und aufregend. Es ist schließlich Aufgabe eines Regisseurs, Kameramanns oder des Cutters, solche Szenen audiovisuell und schnitttechnisch auf erhöhte Herzfrequenz zu befördern. Ein Autor kann Spannung nur über die Story aufbauen, und die wird nun mal über die Figuren erzählt. Um seinen Protagonisten in eine spannende Situation zu bringen, kann man sich mancherlei dramaturgischer Werkzeuge bedienen. Ein tolles Beispiel, wie so etwas funktionieren kann oder auch nicht, will ich mal an einem kurzen Beispiel zeigen: der Figur Charlie Brewster aus FRIGHT NIGHT – DIE RABENSCHWARZE NACHT.

Der Doppeldenker

Folgt man der Entstehung der Gattung Science-Fiction in der Literatur, landet man zwangsläufig bei dem 1516 veröffentlichten Roman von Thomas Morus – Utopia. Utopia ist der Entwurf einer idealen Gesellschaft, einer Wunschzukunft, in der der Mensch all seine Träume verwirklicht hat. Man möchte meinen, dass sich letztendlich auch der moderne Science-Fiction-Film aus der utopischen Literatur heraus entwickelt hat.