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Die kleine Genrefibel Teil 35: S.E.T.I.

In der kleinen Genrefibel sind Science-Fiction Themen immer etwas besonderes. In kaum einer anderen Filmgattung der Phantastik werden so viele Fragen gestellt, nach dem Stand der Wissenschaft und des Fortschritts, der Zukunft unserer Spezies, gesellschaftspolitische Debatten, das Fortbestehen der Zivilisation, Moral, Ethik, Gott, der ganze Kladeradatsch. Im Bereich Science-Fiction ist der Mensch Schöpfer, er adaptiert die Natur, widersetzt sich Naturgesetzen, versucht Grenzen zu überwinden. Nicht nur physische Grenzen wie die unendlichen Weiten des Universums oder die winzigsten Bestandteile in einem Atom. Auch die Überwindung der eigenen Vorstellungskraft, welche der Motor ist für Forschung und Fiktion.

Speck mit Fett in Öl

Nun sitze ich hier und suche einleitenden Worte, nachdem ich ein Brötchen mit Salami und Alaska-Seelachs-Brotaufstrich verdrückt habe, dazu ein Hilton-Ei in perfekter Wachs-Weichheit, garniert mit Salatgurkenscheiben, schlussendlich den ganzen Kladeradatsch mit Kaffee runtergespült und noch´n Nikotinpflaster als Nachtisch zerkaut, fertig. Fette, Kohlenhydrate, Eiweiße, Eigelbe, kaum nachweisbare Spuren von Vitaminen, Fuselöle, Aldehyde, das alles beginnt zu gären, kalte Fusion unter Zuhilfenahme von Säuerungsmitteln, Stabilisatoren, Gehirnnahrung, Diktat des Hypothalamus, Gravitation, Newton – dieser Spinner, dem is auch nix eingefallen, bevor ihm ein Apfel auf´n Kopp gefallen is. Er, also Newton, hatte zwar diesen kurzen hellen Moment, doch dann aß er den Apfel, ward satt und schlief ein. Den Rest hat er sich ausgedacht.

Die kleine Genrefibel Teil 34: Viva España

Eine neue Genrefibel erblickt das fahle Licht der Schutzlaterne, inzwischen sind wir bei Teil 34 angekommen, wer hätte das gedacht? Doch anstatt brav und alphabetisch einzelne Subgenres abzuklappern, blicken wir in der Kleinen Genrefibel auch immer mal über den Tellerrand drüber oder unten drunter durch. Filme zu schachteln, zu ordnen, zu systematisieren, das kann man aus verschiedenen Richtungen. Heute wollen wir mal wieder eine andere einschlagen, doch ganz neu ist das nicht. Bereits in den Folgen 22 und 31 war die Betrachtung der Materie nicht nur vom Genre abhängig, sondern auch länderbezogen. Franko-Belgische Comicverfilmungen und japanische Animefilme sind aber nur ein Teil einer nationalen Filmausprägung. Inhaltlich wie stilistisch kann es sehr spannend sein, Filmschaffen länderspezifisch zu fokussieren. Das wollen wir von nun ab in unregelmäßigen Abständen tun und den Anfang unserer kleinen Weltreise macht das faszinierende Filmland Spanien.

Der Nacktmull muss niesen. Feenstaub.

Britizismus, Quadrinom, Paränese, Impietät, Mankieren, Ordonanz, Skabrös, Intransigent. Wann immer Autoren und Stoffentwickler neue Wörter aufschnappen, es fühlt sich wie die Entdeckung einer unerforschten Tier- oder Pflanzenart an. Im Unbekannten schlummern neue Denkweisen, zwischen dem „R“ und dem „Ö“ in „Skabrös“, da sind Geschichten drin versteckt. Ihr nennt das verquert, intellektuell verpuderquastet oder kapriziös? Kann sein. Aber so ist das nun mal. Dabei hab ich noch gar nicht von Dingen gesprochen, für die es keinerlei Begrifflichkeit gibt. Zum Beispiel für das diffuse Gefühl, wenn Inspiration für etwas nicht aus dem Konkreten entspringt, sondern einem Farbtopf an Eindrücken, die alles Bestehende parallelverschieben und oder in Frage stellen. Nennen wir dieses Gefühl „melangeristisch“. Oder „Trispalt“ – die Steigerung von „Zwiespalt“.

Die kleine Genrefibel Teil 33: Home Invasion

Nun gut, sprach der Papa zu seiner Tochter Florentine, aber du bist um elf wieder zu Hause, denn morgen musst du wieder in den Kindergarten. Des Vaters Sorge ist berechtigt, denn Draußen, vor der Tür, das weiß der gelernte Außenhandelskaufmann, ist die Welt böse, gewalttätig und schlecht. Eine junge Frau hingegen, die von einem fiesen Messerstecher entführt und im Wald an eine Rotbuche getackert wird, beginnt bereits nach einer Woche zu lamentieren, sie will wieder nach Hause. Während die Meisten ihr Anwesen im Winter mit Lichterketten verzieren, installiert Hauseigner Guido Holzbein um seine Immobilie Selbstschussanlagen, Fallbeile und Stolperdrähte. Zustände wie in einem Horrorfilm! My home is my castle, so sagt der Volksmund. Tür hinter sich zu machen, Fernseher an, Füße auf den Wohnzimmertisch (Schuhe nicht ausziehen!), warten bis die Gattin das angewärmte Pilsener reicht, zusammengefasst: Ruhe haben – die Idealvorstellung eines jeden Hauseigentümers.

Die kleine Genrefibel Teil 32: In Costumes

Endlich ist mal wieder Zeit für eine kleine Genrefibel, war ziemlich viel los in den letzten Wochen. Das muntere Hüpfen zwischen dem Deutschem Genrefilm auf der GENRENALE und dem Hollywood-Pomp bei den OSCARS ist ganz schön anstrengend, es geht auf die Kniegelenke und auch das Gemüt leidet unter Muskelkater, was immer das auch heißen mag. Kann der Spagat gelingen, sich wochenlang mit der unkonventionellen Subversivität des Deutschen Genrefilms zu beschäftigen und dann der Bewegung mit einer Kleinen Genrefibel über Kostümfilme nonchalant in den Rücken zu fallen? Kostümfilme im Genrefilmblog, meint er das ernst?

Das Anti-Mainstream Transpirant

Mein grippaler Infekt ist Genrefan. Zwei Wochen plagte mich der Hallerwachl mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, doch dann kam er zur Besinnung und gab mir zwei Tage frei – am Morgen des 11. Februar war meine Erkältung plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Tage lang Deutsches Genrekino genießen statt zu beniesen, das war mir vergönnt in den letzten 48 Stunden. Nun sitze ich hier und will das resümieren, für mich, für Euch, für meinen grippalen Infekt, der sich in dieser Zeit auf der FIFTY SHADES OF GREY – Premiere herumgetrieben hat. Was war los an zwei Tagen GENRENALE, die ganz im Zeichen des Deutschen Genrefilms standen?

GENRENALE 2015

Endlich ist das Programm der diesjährigen GENRENALE 3 online gegangen, wie man heute sagt. Das erste und einzige Filmfestival, dass gänzlich dem deutschen Genrefilm gewidmet ist, geht damit in die dritte Runde. Darauf einen Dujardin! Präsentiert wird die diesjährige GENRENALE von TELE 5, dem duften Münchner Sender, dem wir BIM BAM BINO zu verdanken haben, auf dem aber auch Animes laufen (was für eine wundervolle Gelegenheit zum cross promoten, darauf noch einen Dujardin) und so mancher Genreklassiker. Zwei volle Tage Programm stehen an, wollen wir über die Programmpunkte diskutieren? Nein! Heute wollen wir uns einfach nur freuen, diskutiert wird ohnehin hinterher.

Die kleine Genrefibel Teil 31: animeshon

Neo-Tokyo im Jahr 2019, Eltern, die sich bei anbrechender Dunkelheit in Schweine verwandeln, Schulmädchen mit Katzenohren und rosafarbenden Haaren, zu quirligen Locken oder Würstchen gewickelt, Cyberbrain, Mechas, Otaku – für manche haben diese Begriffe eine pulsbeschleunigende Wirkung, anderen wiederum verdreht es die Pupillen zu kleinen Kringeln. Zwischen esoterischer Erfüllung und grenzdebiler Unerträglichkeit liegt meist nur eine schmale Grenze im Auge des Betrachters, manche lieben sie abgöttisch, anderen bleibt der Zugang zu ihnen auf immer verwehrt – Mangas? Fast.

Zurück in der Zukunft

Das alte Jahr ist dahin, vergangen, zermalen, mach´s gut, 2014, und schreib mal ´ne Karte. Weg damit! Wir müssen nach vorne schauen und weitermachen. Eigentlich total aufregend, wo beziehungsweise wann wir uns befinden. Nämlich im Jahr 2015, einer weiteren Etappe der Hoffnung, nachdem 2010 – DAS JAHR, IN DEM WIR KONTAKT AUFNEHMEN nicht das war, was wir uns versprochen hatten und auch 2012 völlig enttäuschte, zumindest Weltuntergangsmäßig. Aber 2015, das ist eine ganz andere Sache. Marty McFly wird hier ankommen, es gibt schwebende Hoverboards, Klamotten, die sich selber trocknen und im Kino läuft JAWS 19 von Max Spielberg. Ein tolles Jahr, dieses 2015 aus ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 2.