Am heutigen Tag endet eine sehnsüchtige Reise. Schon wieder. Das heißt, eigentlich wird sie gestern enden werden, denn gestern ist gar nicht gestern, gestern ist erst in 3 Tagen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknoten sich zu einem intergalaktischen Knäul. Denn wenn ihr Erdenbürger das hier lest, sind diese drei Tage bereits verstrichen und STAR WARS – THE FORCE AWAKENS läuft offiziell in allen Kinos von Acapulco bis Zeitz. Ich hingegen muss noch warten, drei verfluchte Tage lang. Weil diese Zeit ungefähr so quälend ist, als würde man im Schlund des Sarlacs langsam verdaut werden, rekapituliere ich mein bisheriges Leben mit STAR WARS. Auf das der Kreis sich schließen möge.
In der kleinen Genrefibel habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre und Subgenre der Filmwelt vorzustellen, ein Vorhaben, welches mich wohl bis nach mein Lebensende beschäftigen wird. Nun sind wir inzwischen bei Teil 40 angelangt, eine schöne Zahl, wie ich finde, und endlich ist mal Zeit für ein wirklich handfestes Genre. Denn was fällt einem ein, wenn man spontan nach einem Filmgenre gefragt wird? Richtig, der Western! Der Western ist ein richtiges Genreurgestein, und das hat triftige Gründe. Kaum eine andere Filmsparte ist so festgelegt in ihren Merkmalen, so klar definiert und doch so unendlich mannigfaltig.
Ja is denn heut schon Weihnachten? Oder bereits wieder März? Mysteriöse Dinge geschehen in der hiesigen Genrefilmlandschaft. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr heißt es FANTASY FILMFEST, die NIGHTS bekommen eine Extrarunde in ausgewählten Kinos spendiert. Wenn es Anfang Dezember hoffentlich stürmt und schneit, debütieren die NIGHTS mit ihrer ersten Vorweihnachtspremiere. Willkommen bei den WHITE NIGHTS 2015.
So, die Horrorwochen sind vorbei, ab jetzt keine Horrorfilme mehr kucken, das is voll Oktober, Leute! Wie aber nun weitermachen? An Halloween war ich auf einer Kostümparty, als Joker, und da traf ich doch tatsächlich auch eine Harley Quinn, die sich mit mir fotografieren lassen wollte. Als wir uns da so ablichten ließen, fiel es mir wie Lüsterklemmen vom Baumarkttransporter: wir sind üble Opfer an Comicnerds, umzingelt von Horrorfans, in einer Discothek für Liebhaber alternativen Musikgeschmacks. Zielgruppen wohin das Auge und Ohr reicht. Zielgruppen beim Film, welch schönes Thema! Was war wohl eher da, Ei oder Eigelb? Film oder Zielgruppe? Ist über dieses Thema schon alles gesagt worden oder gibt es im Jahre 2015 nach Christus noch neue Erkenntnisse?
Die heutige Retro Review Perle ist kein Kleinod der Kindheit aus den seligen achtziger Jahren, trotz seines biblischen Filmalters sah ich den Film erst in den frühen Neunzigern, als man genretechnisch auch auf das TV-Programm angewiesen war. Zwar vertilgte ich schon Unmengen an Videothekenware, aber von dem ein oder anderen Schmankerl las man auch in der Fernsehzeitung. Es war die Zeit, als auch im ZDF zu später Stund manch schauriger Genrefilm lief, der Sender RTL mit „Hildes Wilde Horror Show“ eine Art Grindhouse-Doublefeature an Horrorklassikern ausstrahlte, von FRANKENSTEIN, DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN bis DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN. Zu jener Zeit sah ich dann auch I WALKED WITH A ZOMBIE, der bei uns ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE hieß, ein düsterer Voodoo-Horrorfilm in Schwarz-Weiß aus dem Jahr 1943.
Starren, Schauern, Schrecken, Grausen oder schlicht und lateinisch: Horror! Keine Sparte des phantastischen Films verzweigt sich in so viele unterschiedliche Subgenres wie der Horrorfilm. Warum ist das so? Ist der Mensch von Ängsten und Schrecken nur so umzingelt, dass er sich seit knapp 130 Jahren filmischen Schaffens daran abarbeitet? Die großen klassischen Horrorthemen, sie haben sich kaum verändert in dieser Zeitspanne. Noch immer wuseln Vampire, Werwölfe und Zombies über die Kinoleinwände und verbreiten mehr oder minder Panik in den Zuschauerreihen.
Der Sommer nimmt leise Abschied und das ist auch gut so, denn frühe Dunkelheit, Herbstlaub und Schmuddelwetter sind des Genrefans Freund. Im September und Oktober starten endlich wieder ein paar Horrorfilme in den Kinos (SINISTER 2, THE VISIT, REGRESSION, CRIMSON PEAKS, STUNG) und plötzlich ist sie wieder da, die pure Genrelust, der es im Sommer einfach zu heiß war und die sich in eine dunkle Ecke verkrochen hat. Passend dazu geht es langsam wieder mit den Vorbereitungen zur GENRENALE 4 im Februar 2016 los, denn so ein Festival braucht Futter. Abermals ruft die GENRENALE nach aktuellen Genre- Kurz und Langfilmen mit professionellem Anspruch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da will ich gern mitrufen!
Da standen wir nun, draußen, weil es drinnen zu laut war und zu heiß, zu viele Idioten, die sich an der provisorischen Bar drängelten und Blue Curaçao Longdrinks bestellten und zu viel Beschallung durch Haddaway – „Is it love? Baby don’t hurt me, no more!“ Die meisten saßen ohnehin nur auf Klappstühlen herum, die an die Wände des Saals geschoben waren, den wir nur zu gut kannten, weil er früher Teil unseres Schulhorts gewesen ist. Doch an diesem Wochenende wurde aus der Tagesstätte für Grundschüler eine Disco für uns Ältere. Aber weil es dunkel war und sich eine Spiegelkugel drehte, funktionierte diese Täuschung.
Das Mesozoikum, was war das für eine irre Zeit. Die ganze Welt hatte sich zusammengerafft zu einem riesigen Klumpen Landmasse namens Pangäa. Die beiden größten Extremsportdisziplinen jener Zeit waren Kontinentaldriften und Massenaussterben. Jede Art, die etwas auf sich hielt, ließ sich erstmal von widrigen Umständen dahinraffen und machte so Platz für andere Spezies. Denn Platz gab´s genug. Dort, wo im Erdaltertum Riesenlibellen und Urlurche das Sagen hatten, besetzten nun diverse Kriechtiere und Reptilien die Plätze und ließen es sich gut gehen.
Früher war alles einfacher, man hatte klare Identifikationen. Zuerst wollte man Marienkäfer sein, schickes rotes Cape mit schwarzen Punkten drauf, fertig war das Kindergartenkostüm. Dann kam Sindbad, Cowboy und Indianer, eventuell Kreuzritter, wenn man cool drauf war. War eigentlich eine schöne Zeit. Wenn alles glatt lief in der Kindheit, sehnte man sich später danach, der schwarze Rächer mit den Fledermausohren zu sein, ein Zeitreisender und natürlich Detektiv oder Agent, mit Lupe, schwarze Farbe für Fingerabdrücke, Dienstausweis und Wasserspritzpistole. Diese Phase hat mich bis weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum meiner Kindheit begleitet. Kostümiert habe ich mich dann nicht mehr, Gott bewahre. Aber ich habe darüber geschrieben. Geschichten über Geheimagenten, die im Dunkel agieren, irre Gadgets besitzen, schöne Frauen bezirzen und deren Spielplatz die ganze Welt war.