Posts Tagged: Subgenre

Die kleine Genrefibel Teil 40: Der Western

In der kleinen Genrefibel habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, sämtliche Genre und Subgenre der Filmwelt vorzustellen, ein Vorhaben, welches mich wohl bis nach mein Lebensende beschäftigen wird. Nun sind wir inzwischen bei Teil 40 angelangt, eine schöne Zahl, wie ich finde, und endlich ist mal Zeit für ein wirklich handfestes Genre. Denn was fällt einem ein, wenn man spontan nach einem Filmgenre gefragt wird? Richtig, der Western! Der Western ist ein richtiges Genreurgestein, und das hat triftige Gründe. Kaum eine andere Filmsparte ist so festgelegt in ihren Merkmalen, so klar definiert und doch so unendlich mannigfaltig.

Das eierlegende Wollmilchscript

So, die Horrorwochen sind vorbei, ab jetzt keine Horrorfilme mehr kucken, das is voll Oktober, Leute! Wie aber nun weitermachen? An Halloween war ich auf einer Kostümparty, als Joker, und da traf ich doch tatsächlich auch eine Harley Quinn, die sich mit mir fotografieren lassen wollte. Als wir uns da so ablichten ließen, fiel es mir wie Lüsterklemmen vom Baumarkttransporter: wir sind üble Opfer an Comicnerds, umzingelt von Horrorfans, in einer Discothek für Liebhaber alternativen Musikgeschmacks. Zielgruppen wohin das Auge und Ohr reicht. Zielgruppen beim Film, welch schönes Thema! Was war wohl eher da, Ei oder Eigelb? Film oder Zielgruppe? Ist über dieses Thema schon alles gesagt worden oder gibt es im Jahre 2015 nach Christus noch neue Erkenntnisse?

I Walked with a Zombie

Die heutige Retro Review Perle ist kein Kleinod der Kindheit aus den seligen achtziger Jahren, trotz seines biblischen Filmalters sah ich den Film erst in den frühen Neunzigern, als man genretechnisch auch auf das TV-Programm angewiesen war. Zwar vertilgte ich schon Unmengen an Videothekenware, aber von dem ein oder anderen Schmankerl las man auch in der Fernsehzeitung. Es war die Zeit, als auch im ZDF zu später Stund manch schauriger Genrefilm lief, der Sender RTL mit „Hildes Wilde Horror Show“ eine Art Grindhouse-Doublefeature an Horrorklassikern ausstrahlte, von FRANKENSTEIN, DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN bis DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN. Zu jener Zeit sah ich dann auch I WALKED WITH A ZOMBIE, der bei uns ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE hieß, ein düsterer Voodoo-Horrorfilm in Schwarz-Weiß aus dem Jahr 1943.

Die kleine Genrefibel Teil 39: Tod & Teufel

Starren, Schauern, Schrecken, Grausen oder schlicht und lateinisch: Horror! Keine Sparte des phantastischen Films verzweigt sich in so viele unterschiedliche Subgenres wie der Horrorfilm. Warum ist das so? Ist der Mensch von Ängsten und Schrecken nur so umzingelt, dass er sich seit knapp 130 Jahren filmischen Schaffens daran abarbeitet? Die großen klassischen Horrorthemen, sie haben sich kaum verändert in dieser Zeitspanne. Noch immer wuseln Vampire, Werwölfe und Zombies über die Kinoleinwände und verbreiten mehr oder minder Panik in den Zuschauerreihen.

Die kleine Genrefibel Teil 38: Coming of Age

Da standen wir nun, draußen, weil es drinnen zu laut war und zu heiß, zu viele Idioten, die sich an der provisorischen Bar drängelten und Blue Curaçao Longdrinks bestellten und zu viel Beschallung durch Haddaway – „Is it love? Baby don’t hurt me, no more!“ Die meisten saßen ohnehin nur auf Klappstühlen herum, die an die Wände des Saals geschoben waren, den wir nur zu gut kannten, weil er früher Teil unseres Schulhorts gewesen ist. Doch an diesem Wochenende wurde aus der Tagesstätte für Grundschüler eine Disco für uns Ältere. Aber weil es dunkel war und sich eine Spiegelkugel drehte, funktionierte diese Täuschung.

Die kleine Genrefibel Teil 37: Dinomania

Das Mesozoikum, was war das für eine irre Zeit. Die ganze Welt hatte sich zusammengerafft zu einem riesigen Klumpen Landmasse namens Pangäa. Die beiden größten Extremsportdisziplinen jener Zeit waren Kontinentaldriften und Massenaussterben. Jede Art, die etwas auf sich hielt, ließ sich erstmal von widrigen Umständen dahinraffen und machte so Platz für andere Spezies. Denn Platz gab´s genug. Dort, wo im Erdaltertum Riesenlibellen und Urlurche das Sagen hatten, besetzten nun diverse Kriechtiere und Reptilien die Plätze und ließen es sich gut gehen.

Die kleine Genrefibel Teil 36: spy versus spy

Früher war alles einfacher, man hatte klare Identifikationen. Zuerst wollte man Marienkäfer sein, schickes rotes Cape mit schwarzen Punkten drauf, fertig war das Kindergartenkostüm. Dann kam Sindbad, Cowboy und Indianer, eventuell Kreuzritter, wenn man cool drauf war. War eigentlich eine schöne Zeit. Wenn alles glatt lief in der Kindheit, sehnte man sich später danach, der schwarze Rächer mit den Fledermausohren zu sein, ein Zeitreisender und natürlich Detektiv oder Agent, mit Lupe, schwarze Farbe für Fingerabdrücke, Dienstausweis und Wasserspritzpistole. Diese Phase hat mich bis weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum meiner Kindheit begleitet. Kostümiert habe ich mich dann nicht mehr, Gott bewahre. Aber ich habe darüber geschrieben. Geschichten über Geheimagenten, die im Dunkel agieren, irre Gadgets besitzen, schöne Frauen bezirzen und deren Spielplatz die ganze Welt war.

Die kleine Genrefibel Teil 35: S.E.T.I.

In der kleinen Genrefibel sind Science-Fiction Themen immer etwas besonderes. In kaum einer anderen Filmgattung der Phantastik werden so viele Fragen gestellt, nach dem Stand der Wissenschaft und des Fortschritts, der Zukunft unserer Spezies, gesellschaftspolitische Debatten, das Fortbestehen der Zivilisation, Moral, Ethik, Gott, der ganze Kladeradatsch. Im Bereich Science-Fiction ist der Mensch Schöpfer, er adaptiert die Natur, widersetzt sich Naturgesetzen, versucht Grenzen zu überwinden. Nicht nur physische Grenzen wie die unendlichen Weiten des Universums oder die winzigsten Bestandteile in einem Atom. Auch die Überwindung der eigenen Vorstellungskraft, welche der Motor ist für Forschung und Fiktion.

Die kleine Genrefibel Teil 34: Viva España

Eine neue Genrefibel erblickt das fahle Licht der Schutzlaterne, inzwischen sind wir bei Teil 34 angekommen, wer hätte das gedacht? Doch anstatt brav und alphabetisch einzelne Subgenres abzuklappern, blicken wir in der Kleinen Genrefibel auch immer mal über den Tellerrand drüber oder unten drunter durch. Filme zu schachteln, zu ordnen, zu systematisieren, das kann man aus verschiedenen Richtungen. Heute wollen wir mal wieder eine andere einschlagen, doch ganz neu ist das nicht. Bereits in den Folgen 22 und 31 war die Betrachtung der Materie nicht nur vom Genre abhängig, sondern auch länderbezogen. Franko-Belgische Comicverfilmungen und japanische Animefilme sind aber nur ein Teil einer nationalen Filmausprägung. Inhaltlich wie stilistisch kann es sehr spannend sein, Filmschaffen länderspezifisch zu fokussieren. Das wollen wir von nun ab in unregelmäßigen Abständen tun und den Anfang unserer kleinen Weltreise macht das faszinierende Filmland Spanien.

Die kleine Genrefibel Teil 33: Home Invasion

Nun gut, sprach der Papa zu seiner Tochter Florentine, aber du bist um elf wieder zu Hause, denn morgen musst du wieder in den Kindergarten. Des Vaters Sorge ist berechtigt, denn Draußen, vor der Tür, das weiß der gelernte Außenhandelskaufmann, ist die Welt böse, gewalttätig und schlecht. Eine junge Frau hingegen, die von einem fiesen Messerstecher entführt und im Wald an eine Rotbuche getackert wird, beginnt bereits nach einer Woche zu lamentieren, sie will wieder nach Hause. Während die Meisten ihr Anwesen im Winter mit Lichterketten verzieren, installiert Hauseigner Guido Holzbein um seine Immobilie Selbstschussanlagen, Fallbeile und Stolperdrähte. Zustände wie in einem Horrorfilm! My home is my castle, so sagt der Volksmund. Tür hinter sich zu machen, Fernseher an, Füße auf den Wohnzimmertisch (Schuhe nicht ausziehen!), warten bis die Gattin das angewärmte Pilsener reicht, zusammengefasst: Ruhe haben – die Idealvorstellung eines jeden Hauseigentümers.