Posts Tagged: Genre

Die kleine Genrefibel Teil 52: Maritimus

„Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“ – So beschrieb es Jules Verne in „20.000 Meilen unter dem Meer“. Genau, das Meer, Weltmeer, Ozean. Gewaltige Wassermassen von unbändiger Macht. Aber auch beseelt von inniger Sehnsucht. Was liegt wohl hinter dem Meer, am Ende des Horizonts? Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche, am Grunde des Ozeans? Welche Kreaturen verstecken sich in den Tiefen, welche Schätze sind dort zu finden?

Der Traumfalter Jahresrückblick 2016

Nach meiner erfolgreichen Doktorarbeit über den binomialen Einfluss chaotischer Axiomensysteme am Beispiel STAR TREK, also warum nur die geraden Teile gut sind wie DER ZORN DES KHAN, ZURÜCK IN DIE GEGENWART oder DAS UNENTDECKTE LAND, also gleich als ich mit diesen Berechnungen fertig war (die Lösung war übrigens 1 1/2), blätterte ich in meinem Karteikartenschrank und wollte meine Theorie auf Filmjahrgänge ausweiten. Denn 2015 war ein fantastischer Jahrgang. STAR WARS kam zurück, MAD MAX FURY ROAD ließ die gesamte Actionkonkurrenz Staub fressen, EX-MACHINA, INSIDE OUT, BIRDMAN, SICARIO, das Filmjahr 2015 war das beste Filmjahr 2015 seit Langem. Sind ungerade Filmjahrgänge denn nun besser als gerade? Blicke ich jetzt zurück auf das Filmjahr 2016, welches genau in diesem Moment die Segel streicht, und zwar in der Farbe Möhrengelb, dann scheint sich diese Theorie zu bewahrheiten. Aber in Wirklichkeit ist alles noch viel, viel schlümmer.

Die kleine Genrefibel Teil 51: Puppentrick

„Das is doch Trick!“ entfuhr es mir und meinen Freunden, als wir, jung an Jahren, Filme wie KAMPF DER TITANEN oder DIE UNENDLICHE GESCHICHTE im Kino sahen, in denen geflügelte Pferde, Riesenskorpione oder Rennschnecken wie von Zauberhand zum Leben erweckt über die Leinwand hoppelten. Faszinierend war es schon, doch wir wussten um die mutmaßliche Gaukelei, oder hatten zumindest eine Ahnung. Zeichentrick war etwas, was man verstand, wenn man kleine Figuren am unteren Rand des Schnellhefters hinkritzelte, die sich plötzlich bewegten, wenn man die Blätter durch die Finger rattern ließ. Daumenkino nannte man das, es resultierte aus der Trägheit des Auges und machte aus Einzelbildern Animationen. So funktionierte Film und hatte man das verstanden, konnte man sich auch erklären, wie Spielzeugfiguren plötzlich lebendig wurden.

Die kleine Genrefibel Teil 50: Der Sexreport

Da wären wir also, liebe Genrefreunde, ein gar wundervolles Jubiläum zu zelebrieren – 50 Jahre Die kleine Genrefibel! Was war das für eine tolle Zeit. Ich erinnere mich noch genau, als ich die Genrefibel im Frühjahr 1966 konzipiert habe, ganze elf Jahre vor meiner Geburt. Das nenne ich Engagement über die Zeugung hinaus. Apropos Zeugung. Ich habe lang überlegt, welches Genre oder Subgenre denn für ein solches Jubiläum geeignet wäre. Zur Auswahl standen Bee-Movies (also Filme über Bienen), die Geschichte des Daumenkinos und das Microgenre Film im Film im Film. War mir im Endeffekt aber alles nicht prall genug. So blieb nur noch ein Thema übrig, das über genügend Potenz verfügt, dieses Jubiläumsloch zu stopfen. Was gibt es da zu kichern? Die kleine Genrefibel wollte schon immer aufklären, nun endlich scheint die Zeit gekommen, sich mit einem entscheidenden Triebfeld der Kunst zu beschäftigen – Erotik und Sex im Film.

Die kleine Genrefibel Teil 49: Stephen King

Weil der erste Satz beim Schreiben einer kleinen Genrefibel immer der schwerste ist, lass ich ihn dieses mal einfach weg. Kommen wir also gleich zur Sache. Auf unserer Reise durch die Genres und Subgenres der Phantastik stehen wir wieder einmal vor einem streitbaren Thema. Vampire, Werwölfe oder Zombies, sie bestimmen als Figuren ihre jeweiligen Subgenres. Anthologien oder der Found Footage Film werden durch strukturelle oder technische Belange klassifiziert. Unser Thema heute aber heißt Stephen King, bzw. Stephen King Verfilmungen. Ist das nun ein eigenes Subgenre?

The Blumhouse Experience

Unter dem Hashtag #shocktober werden in Blogs und Foren momentan Horrorfilme besprochen, lobgehudelt oder verteufelt, ein schöner Brauch seit ein paar Jährchen. Denn alle wissen, der Oktober war schon immer der Horrormonat schlechthin. Ob im Kino, auf Blu-ray, DVD oder im TV, für Horrorfilme gibt es keine bessere Jahreszeit. Auch wir wollen an diesem Gelage teilhaben und erklären den Oktober auf Traumfalter Filmwerkstatt zum Horror-Special inklusive Retro Review und einer kleinen Genrefibel über Stephen King. Wir wollen aber nicht ausschließlich in der Vergangenheit weilen, sondern uns auch ein wenig mit der aktuellen Lage an der Horrorfilmfront beschäftigen. Funktioniert Horror noch immer global? Und wie wirkt sich das wirtschaftlich aus?

Die kleine Genrefibel Teil 48: Odýsseia

Weh mir! Zu welchem Volke bin ich nun wieder gekommen? Sind’s unmenschliche Räuber und sittenlose Barbaren; oder Diener der Götter, und Freunde des heiligen Gastrechts? Eben umtönte mich ein Weibergekreisch, wie der Nymphen, welche die steilen Häupter der Felsengebirge bewohnen, und die Quellen der Flüsse und grasbewachsenen Täler! Bin ich hier etwa nahe bei redenden Menschenkindern? Auf! Ich selber will hin, und zusehn, was es bedeute! Also sprach er, und kroch aus dem Dickicht, der edle Odysseus, brach mit der starken Faust sich aus dem dichten Gebüsche einen laubigen Zweig, des Mannes Blöße zu decken;

Die kleine Genrefibel Teil 47: Marvelous

Die Kleine Genrefibel ist zurück, sie war im Urlaub und hat sich einen Seeigelstachel eingetreten. Aua! Doch Urlaub hatte sie dringend nötig. In bislang 46 Folgen hat sie sich nicht nur durch diverse Subgenres geackert, sondern auch über den Genretellerrand geblickt, auf thematische Komplexe, Filmnationen und Franchisen. Denn die Welt des bewegten Bildes ist riesig und expandiert unentwegt. Am Anfang gab es lediglich Filme, dann folgten Fortsetzungen, Trilogien, Quadrologien und sogar Sagas. Im weltweiten Milliardengeschäft um Einspielergebnisse und Markenrechte aber bedurfte es einer weiteren Steigerung an Komplexität und Zuschauerbindung – das Filmuniversum.

Fantasy Filmfest 2016 Quick’n’Dirty

Wir beginnen heute mit einem Gedichtauszug von Christian Morgenstern: „Wenn der Bauer im Strudel mäht und die Wolken tief zu Tale höngen, wirst auch du Mariechen zu deinem Pferdchen kümmen!“ Was immer das auch heißen mag. Das 30. Fantasy Filmfest ist zu Ende oder auch nicht, wie das eben so ist im Vielvölkerstaat. Hier in Berlin jedenfalls ist´s passé und die Menschen freuen sich, endlich wieder ungestört JASON BOURNE kucken zu können. Wie in jedem Jahr picken wir uns die Rosinen aus dem Hundekuchen und schauen mal, welch gut gekutterte Genreware da über die Ladentheke gewandert ist. Fangen wir mal mit einem Film an, den ich gar nicht gesehen habe, weil mir die anderen einfach alle Karten vor der Nase weggekauft haben.

30. Fantasy Filmfest

Ob man nun will oder nicht, ein neues FANTASY FILMFEST steht an, ein Jubiläum zugleich, das internationale Genrefilm-Festival wird heuer dreißig Jahr. Was für ein schöner, runder Geburtstag. Wird dieser eventuell besonders zelebriert, mit eine Retrospektive vielleicht, einem Best of oder wird wenigstens Friedrich Wilhelm Murnau exhumiert und irgendwo aufgebahrt? Leider nein. Auf den ersten flüchtigen Blick kommt das 30. FANTASY FILMFEST 2016 ziemlich unspektakulär daher. Kein Midnight Madness mehr, auch kein Focus Asia, aber das war bereits im letzten Jahr so. Aber leider auch kein echtes Highlight trotz bunter Genremischung.