Normalerweise, so scheint es, sei die Phantastik dazu da, der Realität zu entfliehen. Beim Begriff Fantasy denkt man für gewöhnlich an Riesen, Zwerge, Drachen, Einhörner oder Zauberei, mehr noch, Fantasy erschafft für jene Wesen völlig neue Welten, weit entfernt von stinkigen Autoabgasen, verkalkten Duschbadgarnituren oder ohrenbetäubenden Presslufthammergeräuschen, jenem klischeebehaftetem Symbol einer Großstadt. Der Begriff Urban Fantasy, das klingt wie ein Widerspruch. Aber nur auf dem ersten Horcher. Fantasy ist nicht nur eine Flucht in fremde Welten. Fantasy ist vor allen Dingen Sehnsucht und Suche. Manche Phantasten verlassen auf dieser Suche die uns bekannte Welt, andere suchen in Ritzen und Spalten des grauen Alltags, in Symbolen hinter zugekleisterten Plakatwänden, in kryptischen Graffitis an Bahnhoftrassen oder in einem kleinen, unscheinbaren Buchantiquariat inmitten einer hochfrequentierten Einkaufsmeile.
Meint man, jetzt ist langsam mal genug mit Festivals, starten diese Woche bereits die FANTASY FILMFEST NIGHTS 2014 in Köln und Frankfurt, hier in Berlin gastiert Rosebud Entertainment am 29. und 30. März. Die kompakten NIGHTS liefern nun seit 2003 ein Wochenendprogramm Genrefilm als Appetizer für das jährliche Festival im August. Zehn Filme aus verschiedenen Genreecken stehen an, und ein paar erscheinen nicht gleich eine Woche später als Blu-ray oder DVD, was ja nicht selten kritisch und zu Recht an der Programmgestaltung angemerkt wurde. Was wird denn nun geboten bei den zwölften Fantasy Filmfest Nights?
Und wieder. OSCAR vorbei – Füße kalt. Kreislauf is das, beziehungsweise mangelnder Kreislauf oder fahriger Kreislauf oder unrunder Kreislauf…also oval oder elliptisch. Jedes Jahr der selbe Brei. Gibt aber schlimmeres als Kreislauf. Als 1995 FORREST GUMP den OSCAR für den besten Film bekam, habe ich ein Glas Erdnusscreme mit einem Teelöffel leergelöffelt. Dann war mir schlecht und ich habe Erdnusscreme jahrelang nicht angerührt. Was hab ich gestern zu mir genommen? Kilo Nudeln, Bier und PICK UP! Caramel von Leibnitz – sehr lecker, is bestimmt neu in deren Sortiment. Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift, worum gings gleich nochmal? Achja, die GENRENALE! Ich glaub, ich fang nochmal an.
Die Berliner Festivalwoche ist mittlerweile vorüber und mit ihr auch die GENRENALE2, ein Festival mit dem Label 100% GERMAN GENRE CINEMA. Genug Zeit also, um den Tag des deutschen Genrefilms ein wenig nachzuverarbeiten. GENRENALE2 im GENRENALE-PALAST Babylon Mitte, das war ein volles Tagesprogramm an Kurzfilmen, Trailern, einem Serienpiloten bis hin zu einer spätstündlichen Retrospektive, der LAST MARTIAL ARTS CHALLENGE, in der es die KAMPFANSAGE-Trilogie zu sehen gab. Das Herzstück der Veranstaltung aber war die Podiumsdiskussion “Rückkehr zur dämonischen Leinwand – Hindernisse und Chancen des deutschen Genrefilms“, in der es natürlich um das zentrale Thema für Filmemacher geht, die Genre in Deutschland machen wollen, nämlich, warum ist das so schwer, in diesem Land Genrefilme zu machen. Bevor ich näher auf die interessante Diskussionsrunde eingehe, denn das Gesagte ist wichtig und muss verbreitet werden, fangen wir doch an mit den…
In heimischen Lichtspielhäusern ist soeben der Film AMERICAN HUSTLE angelaufen, GOLDEN GLOBE Gewinner und mit zehn Nominierungen auch heißester OSCAR-Kandidat, bzw. ein Favorit für die seltene Chance auf die Big Five, also Bester Film, Regie sowie sämtliche Darstellerrubriken. Deswegen ist AMERICAN HUSTLE auch ein gutes Beispiel für ein missverständliches Auffassen von Figurenhierarchien in Filmen. Ich erinnere mich an Diskussionen um die Differenzierung von Haupt- und Nebenrollen in einen Film, was eine Nebenrolle ist, wie groß diese sein kann, darf, muss oder nicht. „Der Joker ist doch keine Nebenrolle!!!“ wird häufig skandiert. Im Grunde gibt es eine einfache Antwort, Nebenrolle ist in dem Fall nur eine vereinfachte Übersetzung, der Terminus „supporting actor“ ist treffender, die unterstützende Rolle im Bezug auf die Hauptfigur/en. Die kann durchaus als zweite Hauptrolle fungieren, in jedem Fall macht sich eine supporting role oder Nebenrolle nicht an Screentime oder Dialoganteil fest.
Nu kuck doch, wie süß! Wie ´se da sitzen, Klopfer, Dumbo, Mogli und wie sie alle heißen, Figuren aus Animationsfilmen, niedlich, kulleräugig, bonbonesk! Aber das ist nicht die ganze Wahrheit, auch animierte Filmfiguren sind inzwischen dem Kindchenschema entwachsen und der ein oder andere Charakter ist lebendiger geschrieben als so manche Realfilmfigur. Wie so oft sind es aber vorrangig Kleinigkeiten, die eine Figur Besonders machen. Abseits von Disneykulleraugen, Pixarpixeln oder Gollum, zu welchen Animationsfiguren habe ich eine besondere Beziehung aufgebaut und warum? Zehn Figuren, bestenfalls zehn Antworten!
Die vier hilfreichsten Eigenschaften eines Autors sind Phantasie, Imaginationsgabe, Vorstellungskraft und das Talent, möglichst viele Synonyme für ein und denselben Begriff zu finden. „Drehbuch ist Handwerk“, sagen die einen. „Buuu“ rufen die anderen, wo bleibt die Phantasie. Es ist schon hilfreich, wenn man über die Fähigkeit verfügt, Geschichten oder Figuren weiterzuspinnen, nach Möglichkeit dramatisch, mit Zunder. Dafür braucht man mit Sicherheit Phantasie. Aber ist Phantasie ein schöpferischer Akt? Ist es Phantasie, die eine Kettenreaktion auslösen kann, wo ist der Ursprung von Geschichten, besser, wo ist der Ursprung von Figuren?
Liebe Genrefreunde und Hobbygärtner, wie bereits in Teil 2 der Kleinen Genrefibel durch die Blume angekündigt, wird sich die heutige Folge mit dem Einfluss von diversen Pflanzen auf die Filmgeschichte beschäftigen. Teile davon wurden ja bereits in Teil 3: Drogenfilme abgehandelt. Der kümmerliche Rest des botanischen Filmgartens allerdings gedeiht mehr schlecht als recht vor sich hin. Allein eine Tagline á la „Horrorschocker um Killerpflanzen“ löst eher Belustigung aus als einen Schaudernacken. Warum ist das so? Haben Pflanzen im Filmbereich keine Lobby, bzw. ist mit dem Thema „Floristische Phantastik“ kein Blumentopf zu gewinnen?
Zuallererst ein gesegnetes, gesalbtes, gesottenes und geselchtes Neues Jahr an alle Leser hier, ich hoffe, Ihr seid gut über den Gebirgsgrat des Jahreswechsels geflutscht und alles is Knorke, wie man so schön sagt. 2013 ist passé, also weg damit. Ein neues Filmjahr steht an und wie immer schaut man gespannt auf die kommenden Highlight, nur um am Jahresende dann festzustellen, dass mutmaßliche Blockbuster oder Fanträume eher enttäuschen, wie auch Filme begeistern können, die man anfänglich nicht mit der Feuerzange anzufassen gedenkt. Ich habe einmal zehn potentielle Highlight herausgepickt, die allesamt interessant bis unverzichtbar scheinen. Einiges startet bereits in den kommenden Monaten, ein paar Titel allerdings erscheinen erst gegen Jahresende. Wie auch immer, Vorfreude ist die schönste Freude, also werfen wir einen Blick auf Filmhighlight des Jahres 2014.
Das Jahr neigt sich mit übermütiger Schiefwinkligkeit dem Ende entgegen. Soll es doch, ich werde es nicht aufhalten. Lass es ziehen wie Kamillenblütenblättertee. Das Jahr 2013 war, wie der Name schon sagt, ein ungerades Jahr. Was immer das auch heißen mag. Es macht jedenfalls großen Spaß, so ein Filmjahr am End nochmal resümieren zu können, die ganzen vorgeworfenen Audiovisualbrocken mal ordnen in seinem inneren Setzkasten der Filmleidenschaft. Die Sache ist die: Am Anfang eines neuen Jahres verschaffe ich mir meist einen Überblick über die Filme, die in den kommenden zwölf Monaten erscheinen werden. Da schwingt immer eine gewisse Erwartungshaltung mit, sei es man ist von einem Storyfetzen angefixt, von einer interessanten Adaption oder freut sich schlicht auf den neuen Film von oder den neuen Film mit, tja, sonstwem.