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Fantasy Filmfest 2013 Quick’n’Dirty

Und da war´s auch schon wieder vorbei – das FANTASY FILMFEST 2013. Zumindest für Berlin und Hamburg. Und wie in fast jedem Jahr ist die eigene Programmvorausplanung selbstredend für die Katz gewesen, denn ich war die ersten Festivaltage gar nicht in der Stadt. Ups! So war es mir leider nicht vergönnt, den Eröffnungsfilm THE CONGRESS von Ari Folman zu schauen. Glücklicherweise startet der Animations-Realfilm-Mix nach Stanislav Lem am 12. September regulär in den Kinos. Auch HAUNTER von Vincento Natali hab ich verpasst. Aber auch in der zweiten Festivalhälfte gab es ja ein paar Perlen zu entdecken. Werfen wir im Kurzcheck einen Blick auf sechs Filmchen des diesjährigen Programms.

27. Fantasy Filmfest

Wie in jedem Filmjahr gehört der August ganz dem internationalen Genrefilmfestival FANTASY FILMFEST, welches Rosebud Entertainment seit 1987 nunmehr zum 27. Mal präsentiert. Ich selber bin noch gar nicht so lang dabei als Besucher des Festivals, war 2009 das erste Mal auf den FANTASY FILMFEST NIGHTS, beim Hauptfestival hingegen erst 2010. Was blieb hängen in diesen Genrejahren? Mit Sicherheit FOUR LIONS, THE COLLECTOR, KILL LIST & RABIES, CHILLERAMA und JOHN DIES AT THE END. Und natürlich SPLICE und STOKER, aber nur deshalb, weil ich wegen überfülltem Kinosaal keine Karte mehr bekam. Doch es ist nicht nur das Festival selbst, es ist auch das ganze Drumherum. Genrefilme schauen macht nach einem platten Blockbustersommer endlich wieder Spaß. Auch in den Videotheken tauchen wieder vermehrt Horror-, Sci-Fi-, und Thrillerware auf, wenn meist auch alte Kamellen des FANTASY FILMFEST Vorjahres.

Die kleine Genrefibel Teil 7: Böse Kinder

Der Begriff Genre wird oft mit Horror gleichgesetzt. Ein Blick in die Statistik der kleinen Genrefibel aber zeigt, von sieben Folgen beschäftigten sich bislang nur zwei mit Horrorthemen. Doch die haben es in sich. Da muss ich fast schmunzeln, denn damit sind auch gleich zwei der schauerlichsten Themen abgefrühstückt: Tiere und Kinder. Das hab ich mir nicht ausgedacht. Man muss sich allerdings fragen, warum das Wort „Plagen“ für Heuschrecken und minderjährige Kleinknirpse gleichermaßen zutreffend ist.

Die kleine Genrefibel Teil 6: STAR TREK

Der Weltall – unendliche Weiten! So wird die sechste Folge der kleinen Genrefibel schon mal definitiv nicht anfangen! Aber wie denn dann? Alles, was man zum Thema STAR TREK schreiben könnte, hieße Tribbles nach Iota Geminorum IV tragen. In dieser Folge kann ich streng genommen nur verlieren. Denn auf der einen Seite existiert ein schier unglaublich komplexes Universum aus Orten, Figuren und Zivilisationen, eine ganz eigene Welt, die seit fast einem halben Jahrhundert Fernsehen, Kino und Popkultur geprägt hat. Zum anderen sind die Fans des STAR TREK Kosmos unnachgiebig. Und ein Experte, ein Wissenschaftsoffizier oder gar ein Trekkie bin ich mit Sicherheit nicht. Trotzdem hat auch mich der Mythos STAR TREK von Anfang an begleitet, als ich in die unendlichen Weiten des Films eingetaucht bin. Diese Folge der kleinen Genrefibel soll demnach kein stumpfes Phasern auf Fakten werden, das würde ohnehin Enzyklopädien füllen. Aber was macht STAR TREK so aufregend, dass auch im Jahr 2017, 51 Jahre nach der ersten Serienfolge RAUMSCHIFF ENTERPRISE, mit STAR TREK DISCOVERY dieser Kosmos immer noch begeistert?

Dark Wave, Gothic & EBM im Filmblickwinkel

Es gibt Menschen, die lieben Filme, andere lieben Musik, manche beides, kurios. Natürlich gibt es auch solche, die Filmmusik lieben oder im Speziellen Musikfilme oder Musicals. Musik und Film, das passt gut zusammen, als kommerzielle Medien haben beide eine gemeinsame Geschichte, unterteilen sich in Genres und manchmal kreuzen sich ihre Wege auch innerhalb von Zielgruppen und Nischen. Auf der einen Seite hat Musik immer schon auch den Film beeinflusst, von klassischer Filmmusikorchestrierung über Schlager, Rock `n Roll, Rap, Hip-Hop bis hin zu Techno und Rave. Auf der anderen Seite haben sich Musiker manchmal Filmsamples bedient, um einem Song neben Strophe und Refrain eine weitere textliche Ebene zu geben.

Die kleine Genrefibel Teil 4: Drachenfilme

„Es kroch der alte Drache aus seinem Felsgemache. Mit grausigem Randal. All‘ Jahr ein Mägdlein wollt‘ er, sonst grollt‘ er und radollt‘ er, fraß alles ratzekahl.“ Wilhelm Busch


Die drei großen Kategorien der Phantastik sind nach wie vor Science-Fiction, Fantasy und Horror. Während beim Science-Fiction Film vorrangig Themenfelder aus Wissenschaft, Technik, Gesellschaft und Ethik Subgenre bilden, sich der Horrorfilm auf dramaturgische Gerüsten wie Bedrohung, Entkommen und Überleben beruft, bezieht der Fanatasyfilm seine Motive aus Geschichte, Mythologie, Sagen oder Heldenepen. Darüber hinaus ist Fantasy schwieriger in Subgenre zu untergliedern als beispielsweise der Horrorfilm. Neben klassischer Fantasy á la Tolkien etablierten sich beispielsweise Steampunk, Ritterfilme, Märchen oder Hybriden aus Sci-Fi (STAR WARS) oder Horror (Cthulhu-Mythos). Natürlich geben auch einzelne Wesen oder Kreaturen, ähnlich Vampiren oder Werwölfen, Fantasysubgenres einen Tummelplatz. Doch noch vor Orks, Ogern oder Einhörnern ist der Drache jenes Wesen, welches die Literatur und den Film am nachhaltigsten geprägt hat.

Die kleine Genrefibel Teil 2: Tierhorror

Die ganze Sache mit der Genreunterteilung hat einen Pferdefuß. So viele Filme sind Crossover oder Genremixe, dass eine wissenschaftliche Systematik meist für die Katz ist. Dabei gäbe es so schöne Klassifizierungsmodelle, beispielsweise aus der Zoologie. Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art und fertig ist der Laubfrosch. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass man bei der Beschäftigung mit Genre und Subgenre zwangläufig über jene Abart des Horrorfilms stolpert, bei der man mit so einem System nicht gänzlich vor die Hunde geht. Bevor sich die Tierallegorien noch weiter vermehren wie Killerlemminge, Schluss mit dem Vorwort und Fellfarbe bekennen. Willkommen im Reich des Tierhorror.

Die kleine Genrefibel Teil 1: Zeitreiseplots

Unsere universelle Zeitkoordinate ist 2013-03-30T17:33:41+01:00, wir befinden uns im Science-Fiction-Sektor. Die Themenfelder, die das Genre Science-Fiction tangieren, reichen von Zukunftsvisionen wie Utopien & Dystopien, Aliens, apokalyptische Weltuntergangsszenarien bis hin zu Geschichten über künstlicher Intelligenz und menschenähnliche Roboter. Wenn der Science-Fiction-Film Subgenres hat, und im Vergleich zum Horrorfilm ist das nicht immer eindeutig, so definieren die sich über diese Themenfelder und bilden so Spielarten wie Robots, Alien Invasion, Cyberpunk, Postapokalypse, Military-Geschichten, First Contact, Sci-Fi-Horror & Fantasy oder Space Opera. Die beliebtesten Variationen einer wissenschaftlichen Erzählung aber sind Plots, die sich mit der Frage der Unveränderlichkeit und Unaufhaltsamkeit der Vierten Dimension beschäftigen: Zeitreisegeschichten.

Die kommenden Jahre

Im Smalltalk unter Filmliebhabern hält sich wacker die These: Der deutsche Genrefilm ist tot. Er hat keine Identität, ist Nicht-existent, ein Witz! Was dann meist folgt, ist die rotierende Argumentationskeule mit Schlagwörtern wie Komödienstadl oder deutsche Vergangenheit, und sollte das nicht reichen, ist ein Schuldiger schnell gefunden: Til Schweiger muss verantwortlich sein. Nun ist der Verbalauswurf, der deutsche Genrefilm sei tot, ungefähr so objektiv wie die tägliche Hetze gegen unkreative Remakes oder das Jammern über die angeblichen Selbstbeweihräucherungs-praktiken dieses ach so doofen Hollywoods. Damit das nicht so auffällt, relativiert man die Wutrede gegen deutsche Genreproduktionen am Ende gern mit: „…es gibt Ausnahmen!“ Sammeln wir mal ein paar Ausnahmen der letzten Jahre und schauen, was die mit dem Problemfall deutscher Genrefilm zu tun haben.

Die glorreichen Siebenvonzehn

Ob TÜV-Stempel, das Siegel Geprüfte Sicherheit oder die Ergebnisse von Stiftung Warentest – so manche Prädikatisierung ist ein Segen für Hersteller und Kunde. Oft und gerne werden Siegel, Label, Zertifikate oder Prämierungen auf Pappschachteln und Eingeschweißtes geklatscht, um objektiv auf die unbestreitbaren Qualitäten der jeweiligen Produkte aufmerksam zu machen. Natürlich auch beim Film. Die deutsche Film- und Medienbewertung mit Sitz in Wiesbaden vergibt beispielsweise seit 1951 ihre Gütesiegel WERTVOLL und BESONDERS WERTVOLL an ausgewählte Filmproduktionen, von 21 GRAMM bis RAMBO 3 wurden bislang ca. 26000 Filme damit bewertet.